Magisterarbeit, 2005
88 Seiten, Note: 2,0
Stand der Forschung
Einleitung
1. Der Zeitraum vor 1933
1.1 Familiengeschichte
Fazit
1.2 Zeitgeschichte vor 1933
Fazit
1.3 Zur Lebenssituation Arthur Schnitzlers
Fazit
1.4 Ruhm und Kritik
Fazit
1.5 Veröffentlichungsgeschichte
Fazit
2. Der Zeitraum von 1933 bis 1945
2.1 Kunst und Kultur ab 1933
Fazit
2.2 Umgang mit Kultur im Nationalsozialismus
2.2.1 Nationalsozialistische „Würdigung“ der Literatur
Fazit
2.2.2 Nationalsozialistische „Würdigung“ des Theaterwesens
Fazit
2.3 Literaturgeschichten im Nationalsozialismus
2.3.1 Adalbert Schmidt
2.3.2 Josef Nadler
2.3.3 Zusammenfassendes Fazit
2.4 Veröffentlichungen über Arthur Schnitzler und sein Werk von 1933 bis 1950
2.4.1 Veröffentlichungen von 1933 bis 1939
2.4.2 Veröffentlichungen von 1940 bis 1945
2.4.3 Veröffentlichungen von 1946 bis 1950
2.4.4 Zusammenfassendes Fazit
2.5 Zeitungsartikel über Arthur Schnitzler im Nationalsozialismus
2.5.1 „Persönliches über Arthur Schnitzler. Aus meinen Erinnerungen“
2.5.2 „Die Sekretärin Arthur Schnitzlers“
2.5.3 Zusammenfassendes Fazit
3. Der Zeitraum nach 1945
3.1 Veröffentlichungsgeschichte
Fazit
3.2 Theater
Fazit
3.3 Zeitungen nach 1945
3.3.1 „Letzte Probe für ´Zwischenspiel`.“
3.3.1 „Schnitzler und die Nachwelt“
3.3.3 „Schnitzlers Wiederkunft“
3.3.4 Zusammenfassendes Fazit
3.4 Die „Schnitzler-Renaissance“
Fazit
Schlussbemerkungen
Ziel der Arbeit ist es, die mangelhafte Informationslage zur Rezeption und zum Umgang mit dem Werk Arthur Schnitzlers während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland und Österreich zu untersuchen und zu erhellen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich der Antisemitismus auf das Schaffen des Autors auswirkte und warum sein Werk in diesem Zeitraum weitgehend aus dem öffentlichen Leben verbannt wurde.
1.1 Familiengeschichte
Die Familie von Johann Schnitzler, Arthur Schnitzler Vater, siedelte aus Ungarn nach Wien um. Der Umsiedelung folgte ein Aufstieg in die Geschäftswelt Wiens. Johann Schnitzler ging eine Ehe mit der Tochter einer schon länger in Wien emanzipierten Arztfamilie ein und wurde selbst Arzt. Auch seine Kinder ergriffen freie Berufe wie z.B. Arzt oder Schriftsteller, Arthur Schnitzler wählte schließlich beide Berufe.
Arthur Schnitzler wurde am 15. Mai 1862 in Wien geboren. So wie viele andere assimilierte Juden lebten Schnitzlers, ohne jüdische Traditionen und deren Rituale zu befolgen. Religiosität zeigte wenn überhaupt noch die Großmutter mütterlicherseits, dies aber auch nur zum Buß- und Fasttag. Die restliche Familie beging diesen Tag zusammen mit der Großmutter, hielt die Traditionen und Rituale ihrerseits aber nicht ein.
„[…] [I]n den folgenden Generationen trat – bei allem, oft trotzigen Betonen der Stammeszugehörigkeit – gegenüber dem Geist jüdischer Religion eher Gleichgültigkeit, ihren äußeren Formen gegenüber Widerstand, wenn nicht gar spöttisches Verhalten zutage.“
Besonders deutlich wird die Abgewandtheit von Arthur Schnitzler der Religion gegenüber im Religionsunterricht. Schnitzler beschreibt in „Jugend in Wien“ eine Episode, in der ihn sein Lehrer fragte, warum Hiob nicht Gotteslästerung begeht, wenn er den Tag seiner Geburt verflucht. Hierauf antwortete Schnitzler, getreu seiner „rationalistisch-atheistischen Weltanschauung“, dass Gott an Hiobs Geburt „vollständig unschuldig“ sei. Diese atheistische Einstellung änderte sich im Laufe seines Lebens nicht, „[…] zu keiner Zeit erstrebte er eine Rückkehr zum jüdischen Glauben oder eine 'Assimilation' an die katholische Mehrheit“.
1. Der Zeitraum vor 1933: Dieses Kapitel beleuchtet die familiären Hintergründe, die gesellschaftliche Situation sowie die zunehmende antisemitische Bedrohung für Arthur Schnitzler vor der nationalsozialistischen Machtergreifung.
2. Der Zeitraum von 1933 bis 1945: Hier wird der staatliche Umgang mit Kunst, Kultur, Literatur und Theater unter dem NS-Regime sowie die gezielte Diffamierung und das Verbot jüdischer Autoren analysiert.
3. Der Zeitraum nach 1945: Das Abschlusskapitel untersucht die kulturelle Wiederbelebung nach 1945, den Wiederaufbau des Verlagsgeschäfts sowie die sogenannte „Schnitzler-Renaissance“ in der Nachkriegszeit.
Arthur Schnitzler, Nationalsozialismus, Antisemitismus, Literaturpolitik, Rezeptionsgeschichte, NS-Diktatur, Wiener Moderne, Bücherverbrennung, Theaterwesen, Assimilation, Veröffentlichungsgeschichte, Schnitzler-Renaissance, Judentum, Kulturzensur, NS-Regime.
Die Arbeit untersucht die Rezeptions- und Veröffentlichungsgeschichte des Werks von Arthur Schnitzler während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und Österreich sowie die damit einhergehende gesellschaftliche und politische Ausgrenzung des Autors.
Die zentralen Themen sind der Antisemitismus, die staatlich gesteuerte Kultur- und Literaturpolitik des NS-Regimes, die Rolle des Theaters als Propagandainstrument sowie die wissenschaftliche Aufarbeitung und Wiederentdeckung Schnitzlers nach 1945.
Ziel ist es, die Informationslücken zur Situation von Schnitzlers Werk zwischen 1933 und 1945 zu schließen und zu analysieren, wie politische Ideologie die öffentliche Wahrnehmung eines Autors beeinflussen und verzerren konnte.
Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Auswertung von Fachliteratur, Archivrecherche (insbesondere im Wiener Zeitungsarchiv und Rathausarchiv) sowie die Analyse von Zeitungsartikeln, Tagebucheinträgen und bibliografischen Daten des Fischer Verlags.
Der Hauptteil gliedert sich in drei historische Zeiträume: die Situation vor 1933, die Unterdrückung während der NS-Diktatur (1933-1945) und die Phase der Wiederbelebung nach 1945 bis hin zur sogenannten „Schnitzler-Renaissance“.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Arthur Schnitzler, Antisemitismus, NS-Kulturpolitik, Rezeption und Literaturwissenschaft einordnen.
Dies war Ausdruck einer vorauseilenden Selbstzensur sowie des gesellschaftlichen Drucks, dem sich Theaterleiter beugten, um sich dem neuen politischen Klima anzupassen und Repressalien zu vermeiden.
Diese Schriften lieferten eine „wissenschaftliche“ Rechtfertigung für die Ausgrenzung und Diffamierung jüdischer Autoren, indem sie deren Werk als „artfremd“ oder „entartet“ brandmarkten und so die NS-Ideologie stützten.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die nach 1945 einsetzende „Schnitzler-Renaissance“ kein zufälliges Phänomen war, sondern eine bewusste Rückbesinnung auf einen bedeutenden Autor, dessen Werk nur temporär durch den Hass des NS-Regimes verdrängt wurde.
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