Magisterarbeit, 2006
85 Seiten, Note: 2,0
A EINFÜHRUNG
1. Danksagung
2. Ausgangslage
B THEORETISCHER HINTERGRUND
1. Begriffsklärung
1.1 Standard
1.1.1 Standarddeutsch in der Schweiz
1.2 Dialekt
1.2.1 Dialektverwendung in Österreich
1.2.2 Dialektverwendung in der Schweiz
1.3 Umgangssprache
2. Werbung und Werbesprache
2.1 Geschichte der Fernsehwerbung in der Schweiz
C ERGEBNISSE
1. Methodische Erläuterungen zum Korpus
2. Distribution Sprachformen in verschiedenen Spotteilen
2.1 Gestaltungsformen innerhalb der Spotteile
2.1.1 Die Szene
2.1.2 Die Anrede
2.1.3 Der Kommentar
2.1.4 Der Slogan
2.1.5 Das Lied
2.2 Zwischenergebnisse
2.3 Grafische Auswertung
3. Varietätengebrauch und verschiedene Produktgruppen
4. Zielgruppenspezifische Wahl der Sprachform
4.1 Die Zielgruppe „Frau“
4.2 Die Zielgruppe „Mann“
4.3 Kinder und Jugendliche als Zielgruppe
4.3.1 Die Sprache Jugendlicher
4.3.2 Parallelen der Jugendsprache mit den Fachsprachen
4.3.3 Auf der Suche nach Jugendsprache
5. Sprachstil und dargestellte Situation
5.1 Unrealistisch dargestellte Verwendung der Varietäten
5.2 Realitätsnahe Inszenierung von alltäglicher Sprachwirklichkeit
5.3 Standardgebrauch nach schweizerhochdeutschen Konventionen
6. Einblendung von Bildschirmtexten
7. Die Verwendung von fremdsprachlichen Elementen
8. Zum Dialektgebrauch
9. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Magisterarbeit verfolgt das Ziel, mithilfe einer diachronischen Betrachtung von Fernsehwerbespots Aussagen über tendenzielle Veränderungen in der Distribution von Sprachvarietäten (Standard, Dialekt, Umgangssprache) in der Schweizer Fernsehwerbung der letzten zwanzig Jahre zu treffen. Dabei wird untersucht, inwiefern sich mediale Sprachentwicklungen und der Einfluss von Standardsprache auf Schweizer Dialekte in der Werbesprache widerspiegeln.
2.1 Geschichte der Fernsehwerbung in der Schweiz
Der hier dargestellte historische Überblick liegt dem im vorangegangenen Kapitel erwähnten Aufsatz Zürchers zugrunde. Die 1924 gegründete Firma ‚Präsensfilm’ gilt als Pionier des Schweizer Werbefilms. Bereits in den Dreißiger Jahren produzierte sie zahlreiche Werbefilme für Markenartikel wie Nestlé, Frank Aroma, Bally oder Eglisana, die in rund 100 Schweizer Kinos gezeigt wurden. Diese Kinowerbefilme unterschieden sich in ihrer Gestalt erheblich von heutigen TV-Werbespots. Die Länge der Spots betrug im Durchschnitt vier bis zehn Minuten und sie verfügten kaum über die spotspezifischen Merkmale heutiger Werbefilme. In diesen Reklamefilmen demonstrierten die Protagonisten im Stil und Tonfall eines penetranten Verkäufers beispielsweise den einmaligen Geschmack von Maggi Suppenwürsten oder priesen die fantastischen Eigenschaften des neuen Electrolux-Staubsaugers mit doppelter Saugkraft. Bald erkannten die Werbefilmer jedoch, dass sich Humor besser verkaufen ließ als diese aggressive Methode. Schon in der frühen Phase zeigte der Werbefilm beachtliches filmhandwerkliches Können und künstlerische Qualität etwa in den frühen Zeichen- und Puppentrickfilmen.
In der Zeit des Wirtschaftswunders, den Vierziger- und Fünfzigerjahren, erfuhr der Werbefilm einen weltweiten Boom. In der Schweiz hatte sich die Zahl der Kinos verzehnfacht. Die Werbeproduktionen wurden mit den steigenden Ansprüchen eines verwöhnten Kinopublikums immer professioneller und vor allem kürzer. Mit dem Einfluss amerikanischer Fernsehwerbung seit 1949 zeigten sie immer öfter spotspezifische Merkmale heutiger TV-Spots.
EINFÜHRUNG: Diese Einleitung stellt das Forschungsvorhaben vor, die Problematik der Quellenlage zu diskutieren und die Zielsetzung der Arbeit zu definieren.
THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel erläutert linguistische Grundbegriffe wie Standard, Dialekt und Umgangssprache und setzt sie in den Kontext der Werbesprache.
ERGEBNISSE: Dieser Hauptteil analysiert das erstellte Korpus, bewertet die Verteilung der Sprachformen in verschiedenen Spotteilen und untersucht spezifische Zielgruppen und Produktgruppen.
Fernsehwerbung, Schweiz, Sprachvarietäten, Standarddeutsch, Dialekt, Umgangssprache, Werbesprache, Diachronie, Zielgruppenanalyse, Jugendsprache, Anglizismen, Sprachwandel, Werbefilm, Mediale Diglossie, Konsumverhalten.
Die Arbeit untersucht die Verwendung verschiedener Sprachvarietäten (Standard, Dialekt, Umgangssprache) in der Schweizer Fernsehwerbung und vergleicht diese mit Daten aus der Vergangenheit.
Die Schwerpunkte liegen auf der diachronischen Analyse der Werbesprache, dem Einfluss der Zielgruppen auf die Sprachwahl sowie der Rolle von Fremdsprachen und Anglizismen.
Das Ziel ist es, Aussagen über tendenzielle Veränderungen in der Distribution von Sprachformen in der Schweizer Fernsehwerbung über einen Zeitraum von zwanzig Jahren zu machen.
Die Arbeit basiert auf einem Korpus von 292 aktuellen Werbespots, deren Daten kontrastiv mit der Untersuchung von Helen Christen aus dem Jahr 1985 verglichen werden.
Im Hauptteil werden die Gestaltungsformen von Spots (Szene, Anrede, Kommentar, Slogan, Lied) analysiert und die Sprachwahl in Bezug auf verschiedene Produktgruppen und Zielgruppen (Frau, Mann, Kinder/Jugendliche) untersucht.
Zentrale Begriffe sind Schweizer Fernsehwerbung, Sprachvarietäten, Standarddeutsch, Dialekt, Umgangssprache, Werbesprache und Diachronie.
Der Rückgang wird teils auf veränderte Werbestrategien, teils auf den Einfluss aus Deutschland importierter Produktionen und die zunehmende Standardisierung der Mediensprache zurückgeführt.
Die Untersuchung zeigt, dass authentische Jugendsprache in Werbespots kaum vorkommt und es sich meist um werbestrategisch konstruierte „jugendnahe“ Sprache handelt, die oft syntaktisch unvollständig ist und Anglizismen nutzt.
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