Magisterarbeit, 2006
84 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Gliederung der Arbeit
I. Teil: Theoretischer Hintergrund
2. Begriffsbestimmung der Ironie
2.1 Ironie seit dem klassischen Altertum
2.2 Ironie in Wörterbüchern des 20. Jahrhunderts
2.3 Die Abgrenzung der Ironie von anderen Stilformen
3. Erste Ironietheorien der Linguistik
3.1 Implikaturtheorie nach Grice
3.1.1 Kooperationsprinzip und Konversationsmaximen
3.1.2 Generelle und partikuläre Implikaturen
3.1.3 Ironie als konversationelle partikuläre Implikatur
3.2 Ironie als Sprechakt
3.2.1 Ironie als indirekter Sprechakt
3.2.2 Ironie als uneigentlicher Sprechakt
4. Neuere Erklärungsmodelle
4.1 Echoic Mention Theory
4.2 Echoic Reminder Theory
4.3 Pretense Theory
4.4 Allusional Pretense Theory
5. Zusammenfassung der Theorien
6. Ironiesignale
II. Teil: Ironie in schriftlichen Textsorten – Eine Analyse
7. Ironie in schriftlichen Texten
7.1 Textsorte und Textsortenklasse
7.2 Ironie in verschiedenen Textsorten
8. Anwendung der allusional pretense theory auf Ironie in verschiedenen Textsorten
8.1 Analyse
8.2 Zusammenfassung und Auswertung der Ergebnisse
9. Verwendungsmotivationen von verbaler und textueller Ironie
9.1 Höflichkeit
9.2 Negative Bewertung
9.3 Ästhetischer Humor
10. Schlussbetrachtung
10.1 Ausblick
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht, inwiefern linguistische Ironietheorien, die primär für mündliche Äußerungen konzipiert wurden, auf die Ironie in schriftlichen Textsorten, insbesondere in journalistischen Texten, übertragen werden können. Der Autor analysiert hierbei verschiedene theoretische Ansätze, bewertet deren Eignung und prüft die Anwendung der "allusional pretense theory" auf ausgewählte Textbeispiele.
3.1.1 Kooperationsprinzip und Konversationsmaximen
Grice geht davon aus, dass sich alle Sprecher an diese Regeln halten, da es andernfalls kaum möglich wäre, effizient zu kommunizieren bzw. effektiven Informationsaustausch zu betreiben (vgl. Auer 1999:96). Im Folgenden werden diese Regeln nun erläutert.
Das Kooperationsprinzip: Gestalte deinen Gesprächsbeitrag so, wie es die anerkannte Zielsetzung oder Richtung des Gesprächs, an dem du beteiligt bist, zum betreffenden Zeitpunkt erfordert.
Die Konversationsmaximen: 1. Die Maxime der Qualität. Versuche deinen Gesprächsbeitrag so zu gestalten, dass er wahr ist - genauer: (i) Sage nichts, von dessen Wahrheit du nicht überzeugt bist. (ii) Sage nichts, wofür du keine hinreichenden Beweise hast.
2. Die Maxime der Quantität: (i) Mache deinen Gesprächsbeitrag so informativ wie (für die augenblicklichen Gesprächszwecke) nötig. (ii) Mache deinen Gesprächsbeitrag nicht informativer als nötig.
3. Die Maxime der Relation: (i) Mache deine Gesprächsbeiträge relevant.
4. Die Maxime der Modalität: Sei verständlich – genauer: (i) Vermeide Unklarheit im Ausdruck. (ii) Vermeide Mehrdeutigkeit. (iii) Fasse dich kurz. (iv) Sei methodisch (Beachte die Reihenfolge).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Ironie als indirektes Kommunikationsmittel ein und erläutert die Gliederung sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Begriffsbestimmung der Ironie: In diesem Kapitel wird der Ironiebegriff von seinen Ursprüngen im klassischen Altertum bis zur modernen Definition in Wörterbüchern des 20. Jahrhunderts nachgezeichnet und von anderen Stilformen abgegrenzt.
3. Erste Ironietheorien der Linguistik: Es werden die Grundlagen der Ironie aus Sicht der Implikaturtheorie nach Grice und der Sprechakttheorie diskutiert.
4. Neuere Erklärungsmodelle: Dieses Kapitel stellt aktuelle Theorien vor, darunter die "Echoic Mention Theory", "Echoic Reminder Theory", "Pretense Theory" und "Allusional Pretense Theory".
5. Zusammenfassung der Theorien: Eine kritische Gegenüberstellung der behandelten Theorien zur Verdeutlichung ihrer Stärken und Schwächen.
6. Ironiesignale: Untersuchung sprachlicher und außersprachlicher Signale, die Ironie anzeigen können, wobei die Kontextabhängigkeit betont wird.
7. Ironie in schriftlichen Texten: Definition der Begriffe Text, Textsorte und Textsortenklasse als Grundlage für die nachfolgende Analyse.
8. Anwendung der allusional pretense theory auf Ironie in verschiedenen Textsorten: Die praktische Analyse ausgewählter Zeitungsartikel unter Anwendung der zuvor diskutierten Theorie.
9. Verwendungsmotivationen von verbaler und textueller Ironie: Erörterung der Gründe für den Einsatz von Ironie, unterteilt in Höflichkeit, negative Bewertung und ästhetischen Humor.
10. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit und ein kurzer Ausblick auf weiterführende Forschungsfragen.
Ironie, Linguistik, Pragmatik, Textsorten, allusional pretense theory, Implikaturtheorie, Sprechakttheorie, Ironiesignale, Zeitungs-Texte, Glosse, Kommentar, Sprachwissenschaft, Kommunikation, Ironieverständnis, textuelle Ironie.
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung von Ironie, wobei der Schwerpunkt auf der Übertragbarkeit von Ironietheorien von mündlicher auf textuelle Kommunikation liegt.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Ironiebegriffs, verschiedene pragmatische Erklärungsmodelle für Ironie sowie deren Anwendung und Validierung anhand von journalistischen Textsorten.
Das primäre Ziel ist es, zu überprüfen, ob Theorien, die ursprünglich für mündliche Äußerungen entwickelt wurden, auch zur Erklärung von Ironie in schriftlichen Textsorten wie Glossen und Kommentaren dienen können.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse verschiedener pragmatischer Ansätze mit einer empirisch orientierten Korpusanalyse ausgewählter ironischer Zeitungsbeiträge.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen (Grice, Sprechakttheorie, neuere Modelle wie die Allusional Pretense Theory), die Rolle von Ironiesignalen und die praktische Analyse von Zeitungs-Texten.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Ironie, Pragmatik, Allusional Pretense Theory, Textsorten, Ironiesignale und textuelle Ironie.
Während frühere Ansätze Ironie primär als Echo einer Äußerung sahen, erweitert die Allusional Pretense Theory dies, indem sie Ironie als Anspielung auf Normen oder Erwartungen definiert, wobei ein Echo nur ein Spezialfall darstellt.
Ironie ist in meinungsbetonten Textsorten wie Glossen oder Kommentaren zulässig, da sie hier der Unterhaltung und Bewertung dient, während in Nachrichten und Berichten Sachlichkeit und Neutralität gefordert werden.
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