Examensarbeit, 2002
70 Seiten, Note: 2
0. Vorwort
1. Einleitung
1.1. Naturrechtliche Staatstheorien und ihre Kritik
1.1.1. Thomas Hobbes
1.1.2. Jean-Jacques Rousseau
1.1.3. Immanuel Kant
1.1.4. Adam Heinrich Müller
1.2. Archaische Rechtsformen
1.2.1. Die Fehde
1.2.2. Kriegsrecht und Gnadenrecht
2. Recht und Gerechtigkeit in Kleists Erzählung Michael Kohlhaas
2.1. „...einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen“
2.2. Der Rechtsbruch auf der Tronkenburg und seine Folgen
2.2.1. Der Paßschein – ein landesherrliches Privilegium?
2.2.2. „...daß er sich Recht zu verschaffen wissen würde...“
2.2.3. „so möge mir Gott nie vergeben, wie ich dem Junker vergebe“ – Selbsthilfe oder Rache?
2.2.4. Führt Kohlhaas eine Fehde?
2.3. Das Gespräch mit Luther
2.3.1. Gottesrecht kontra Naturrecht
2.3.2. Die Erteilung der Amnestie
2.4. Das Todesurteil in Sachsen
2.4.1. Die Abdeckerszene – Ist Kohlhaas´ Wille gebrochen?
2.4.2. Der Bruch der Amnestie
2.4.3. Das Todesurteil
2.4.4. Die Auslieferung an Brandenburg
2.5. „...ein Amulett,...es wird dir dereinst das Leben retten“
2.6. Das Todesurteil in Brandenburg
2.6.1. Das Amulett – Werkzeug der Rache oder Werkzeug der Gerechtigkeit?
2.6.2. Kohlhaas´ Tod – Strafe oder Sieg der Gerechtigkeit?
2.7. Fazit
3. Recht und Gerechtigkeit in Kleists Drama Prinz Friedrich von Homburg
3.1. Der Ungehorsam des Prinzen von Homburg
3.1.1. Die Traumszene
3.1.2. Die Vorbereitungen zur Schlacht
3.1.3. Die Schlacht bei Fehrbellin
3.2. Das Todesurteil
3.2.1. „...daß dem Gesetz Gehorsam sei“ - Die Rechtsauffassung des Kurfürsten
3.2.2. „...nun wird er dem Herzen auch gehorchen“ - Die Rechtsauffassung Homburgs
3.3. „Seit ich mein Grab sah, will ich nichts, als leben“ – Die Wandlung Homburgs
3.3.1. Kriegsrecht kontra Gnadenrecht - Der Konflikt des Kurfürsten
3.3.2. Physischer oder moralischer Tod? – Die Entscheidung Homburgs
3.3.3. Die Rechtsauffassung des Obrist Kottwitz
3.4. Die Begnadigung – Akt der Rettung oder Akt der Grausamkeit?
3.5. Fazit
4. Fazit: Recht und Gerechtigkeit in Heinrich von Kleists Michael Kohlhaas und Prinz Friedrich von Homburg
Die vorliegende Arbeit untersucht Heinrich von Kleists Erzählung Michael Kohlhaas sowie sein Drama Prinz Friedrich von Homburg im Hinblick auf die Thematik von Recht und Gerechtigkeit. Ziel ist es, die Entwicklung der Gerechtigkeitsansichten der jeweiligen Protagonisten herauszuarbeiten, zu vergleichen und aufzuzeigen, wie Kleist zeitgenössische rechtsphilosophische Staatstheorien in seine Werke integriert und reflektiert.
2.2.1. Der Paßschein – ein landesherrliches Privilegium?
Auf seinem Weg zum Leipziger Markt wird von Kohlhaas an einem neu errichteten Schlagbaum bei der Tronkenburg unter Berufung auf ein landesherrliches Privilegium Wegzoll verlangt. Er bezahlt den verlangten Wegzoll, ohne sich über die Rechtmäßigkeit des Privilegiums, die auch im weiteren nicht geklärt wird, Gedanken zu machen. Seine einzige Reaktion auf den geforderten Wegzoll ist, daß es „für mich und Euch“ (S. 9) besser gewesen wäre, „wenn der Baum im Walde stehen geblieben wäre“ (S. 9).
Diese Aussage scheint eine vage Vorahnung von dem zu bergen, was sich im Verlauf der Erzählung noch ereignen wird, denn als Kohlhaas sich anschickt, die Tronkenburg mit seinen Pferden zu verlassen, verlangt der herbeieilende Burgvogt nach einem Paßschein. Kohlhaas, der „alle landesherrlichen Verfügungen, die sein Gewerbe [...] [angehen], genau kennt[...]“ (S. 10), ist erbittert über „diese ungesetzliche Erpressung“ (S. 10). Doch obwohl der Roßhändler die Unrechtmäßigkeit der Forderung erkennt, versucht er einzulenken, indem er „nach kurzer Besinnung“ (S. 10) mit dem Junker Wenzel von Tronka persönlich zu sprechen wünscht. Wenzel bestätigt die Richtigkeit der Forderung „mit einem verlegnen Gesicht“ (S. 12). Er scheint zu wissen, daß „die Geschichte von dem Paßschein ein Märchen“ (S. 13) ist, wie sich in der Dresdner Geheimschreiberei zu einem späteren Zeitpunkt herausstellen wird.
1. Einleitung: Vorstellung der relevanten staatstheoretischen und rechtlichen Grundlagen für die Untersuchung der Werke Kleists.
2. Recht und Gerechtigkeit in Kleists Erzählung Michael Kohlhaas: Detaillierte Analyse der Rechtsentwicklung und Motivik der Figur Kohlhaas bis hin zum Todesurteil.
3. Recht und Gerechtigkeit in Kleists Drama Prinz Friedrich von Homburg: Untersuchung des Ungehorsams des Prinzen und des Konflikts zwischen absolutistischem Recht und individueller Moral.
4. Fazit: Recht und Gerechtigkeit in Heinrich von Kleists Michael Kohlhaas und Prinz Friedrich von Homburg: Synthese der Ergebnisse, die die Ambivalenz von Recht und Gerechtigkeit bei Kleist verdeutlicht.
Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas, Prinz Friedrich von Homburg, Recht, Gerechtigkeit, Naturrecht, Staatstheorie, Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau, Immanuel Kant, Adam Heinrich Müller, Fehde, Kriegsrecht, Begnadigungsrecht, Rechtschaffenheit.
Die Arbeit untersucht die Thematik von Recht und Gerechtigkeit in zwei zentralen Werken Heinrich von Kleists, der Erzählung Michael Kohlhaas und dem Drama Prinz Friedrich von Homburg.
Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit rechtsphilosophischen Staatstheorien (u.a. von Hobbes, Rousseau und Kant), das Verhältnis von Individuum und Rechtsordnung sowie die Darstellung von Willkür und Gerechtigkeit.
Ziel ist es, die Entwicklung der Gerechtigkeitsvorstellungen der Protagonisten nachzuvollziehen und aufzuzeigen, wie Kleist diese durch den Kontrast von positivem Gesetz und individuellem Rechtsgefühl thematisiert.
Die Untersuchung erfolgt chronologisch, indem die Werke im Hinblick auf ihre rechtliche Struktur und die Entwicklung der Figuren vor dem Hintergrund naturrechtlicher Theorien analysiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Einzelbetrachtung der beiden Werke, beginnend bei der theoretischen Grundlegung über die spezifischen Rechtsbrüche bis hin zu den jeweiligen Konsequenzen und Fazits.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Recht, Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit, Staatstheorien, Naturrecht, Widerstandsrecht und die spezifische Analyse von Kleists Protagonisten.
Müllers Theorie dient als Kontrastfolie, insbesondere in Bezug auf die Differenzierung von "Begriff" und "Idee" im Recht sowie die Bedeutung des "Lebendigen" im Staat.
Das Amulett wird als Werkzeug der Gerechtigkeit interpretiert, das Kohlhaas hilft, sein Handeln in den Kontext höherer moralischer Prinzipien zu stellen und eine Versöhnung mit der Welt zu suchen.
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