Magisterarbeit, 2004
100 Seiten, Note: 2,00
1. Einleitung
2. Melancholie und Versöhnung
2.1 Melancholie
2.2 Versöhnung
3. Der Independent-auteur Aki Kaurismäki
3.1 Ursprung des auteur-Begriffs
3.2 Nouvelle Vague
3.3 Der Independent-auteur zwischen Kunst und Kommerz
3.4 Der Independent-auteur Aki Kaurismäki
4. Aki Kaurismäkis Filme
4.1 Die „proletarische Trilogie“
4.1.1 Schatten im Paradies
4.1.1.1 Die Geschichte
4.1.1.2 Auftakt der Trilogie
4.1.2 Ariel
4.1.2.1 Die Geschichte
4.1.2.2 Flucht vor dem Prinzip Finnland
4.1.3 Das Mädchen aus der Streichholzfabrik
4.1.3.1 Die Geschichte
4.1.3.2 Die Rache des Mädchens
4.2 I hired a contract killer
4.2.1 Die Geschichte
4.2.2 Vertrackter Vertrag
4.3 Das Leben der Bohème
4.3.1 Die Geschichte
4.3.2 Die Bohème als Sackgasse
4.4 Leningrad Cowboys go America
4.4.1 Die Geschichte
4.4.2 Skurriles Roadmovie
4.5 Wolken ziehen vorüber
4.5.1 Die Geschichte
4.5.2 Auftakt einer neuen Trilogie
5. Der Mann ohne Vergangenheit
5.1 Die Geschichte
5.2 Auferstehung
5.3 Die Figuren
5.3.1 Szenen stilisierter Künstlichkeit
5.3.2 M, der Mann ohne Vergangenheit
5.3.3 Irma, die Frau von der Heilsarmee
5.4 Selbstfindung
5.5 Melancholie und Versöhnung
6. Schluss
Diese Hausarbeit untersucht die Filme des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki mit einem besonderen Fokus auf die zentralen Themen Melancholie und Versöhnung. Sie analysiert, wie Kaurismäki als unabhängiger Autorenfilmer soziale Randfiguren in einer minimalistischen Ästhetik darstellt und trotz tiefgehender gesellschaftlicher Tristesse eine versöhnliche, hoffnungsvolle Dimension in seinen Werken schafft.
3.1 Ursprung des auteur-Begriffs
Ursprünglich beschrieb der Begriff Autorenfilm das deutsche Kino der Autoren zu Beginn des 20. Jahrhunderts, das literarisch geprägt und künstlerisch ausgerichtet war. Zu Beginn des Kinos verpflichtete man wichtige Schriftsteller, wie Gerhard Hauptmann, Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal oder auch Berthold Brecht, Drehbücher zu schreiben. Der Begriff Autorenfilm ist in diesem Zusammenhang also insofern buchstäblich zu verstehen, als er weniger auf die Figur des Regisseurs abzielt, denn auf das kulturelle Kapital, das sich mit den Namen literarischer Schriftsteller verband. Somit besaß der deutsche Stummfilm hochkarätige Film-Autoren, ohne bereits Autorenfilmer zu kennen. Mithilfe dieser Literaten sollte dem Kino jenes Prestige verschafft werden, das ihm als Jahrmarktsvergnügen der proletarischen Massen abging.
Autorenfilm in diesem frühen Verständnis war der anspruchsvolle Versuch, dem Kino die Kinderkrankheit des Sensationslüsternen und Schmuddeligen auszutreiben und es auf die erwachsenen Pfade von Kunst und Kultur zu führen. Allerdings erwies sich zur damaligen Zeit die Aufwertung des Films durch angesehene literarische Schriftsteller als Fehlgriff.
„Die Leute vom Theater, ganz dem herkömmlichen Bühnenstil verpflichtet, waren außerstande, die verschiedenen Gesetze des neuen filmischen Mediums zu erfassen. Ihre Haltung zum Film war herablassend. Sie sahen in ihm nur ein Mittel, die Kunst des Schauspielers herauszustreichen und die willkommene Gelegenheit, Theaterinszenierungen einem breiten Publikum bekannt zu machen. Für sie war die Leinwand einfach eine neue Bühne.“ (zit.n. Kracauer, 1979, S. 24)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Melancholie und Versöhnung ein, die als interpretativer Rahmen für das Werk von Aki Kaurismäki dienen.
2. Melancholie und Versöhnung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Begriffe der Melancholie als Geisteszustand und der Versöhnung in ihrem theologischen und sozialen Kontext.
3. Der Independent-auteur Aki Kaurismäki: Hier wird der Ursprung des Auteur-Begriffs sowie die Bedeutung der Nouvelle Vague analysiert und Kaurismäki als unabhängiger Filmemacher definiert.
4. Aki Kaurismäkis Filme: Dieser Teil stellt eine Auswahl maßgeblicher Filme Kaurismäkis vor, darunter seine „proletarische Trilogie“ und weitere Werke.
5. Der Mann ohne Vergangenheit: Dieses Kapitel widmet sich einer detaillierten Analyse von Kaurismäkis Film, inklusive der Geschichte, der Figuren und der Versöhnungsthematik.
6. Schluss: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse der Hausarbeit zusammen und bestätigt Kaurismäkis Rolle als Independent-auteur mit einem unverwechselbaren Stil.
Aki Kaurismäki, Melancholie, Versöhnung, Autorenfilm, Independent-auteur, Finnland, proletarische Trilogie, Filmgeschichte, Ästhetik, Sozialkritik, Minimalismus, Nouvelle Vague, Identität, Hoffnung, Kino.
Die Arbeit analysiert die Filme des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki vor dem Hintergrund der Themen Melancholie und Versöhnung.
Die Arbeit behandelt die Produktionsweisen unabhängiger Filmemacher, die soziale Lage der „Underdogs“ in Finnland sowie ästhetische und inhaltliche Konstanten in Kaurismäkis Filmen.
Das Ziel ist es, Kaurismäkis Werk als Ausdruck einer individuellen Handschrift zu interpretieren, die den sozialen Realismus mit einer märchenhaften Versöhnung verbindet.
Die Arbeit stützt sich auf filmwissenschaftliche Kriterien, Ansätze der Poststrukturalistischen Filmanalyse und historische Kontexte zur Entwicklung des Autorenfilms.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse des Autorenkonzepts und die detaillierte Besprechung ausgewählter Filmwerke wie „Ariel“ oder „Der Mann ohne Vergangenheit“.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Independent-auteur, soziale Gerechtigkeit, melancholischer Grundton und minimalistische Erzählweise charakterisiert.
Blau wird als Farbe der Nacht und des Verborgenen interpretiert, die in Kontrast zu Rot (als Farbe für Leben und Schicksal) eine tiefere Farbdramaturgie bei Kaurismäki bildet.
Der Protagonist M fungiert als namenloses Individuum, das nach einem Gedächtnisverlust gesellschaftlich neu Fuß fassen muss und durch Solidarität zu einer versöhnlichen Zukunft findet.
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