Magisterarbeit, 2006
169 Seiten, Note: 1,00
1. Das Global Governance Konzept
1.1. Thematiken der Globalisierung
1.2. Global Governance
1.2.1. Der Begriff Governance – eine Verortung
1.2.2. Die Vision einer globalen Weltordnungspolitik
1.3. Global Governance Strategien
1.3.1. Commission on Global Governance
1.3.2. Der Global Compact
1.3.3. Die Vereinten Nationen und Global Governance
1.3.4. Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)
1.4. Institutionen und Blockaden
1.4.1. Die Reform der Vereinten Nationen als Baustein in der Global Governance Architektur
1.4.2. Blockaden und Kernprobleme
1.5. Die Rolle der Nicht-Regierungsorganisationen im Global Governance Konzept
1.5.1. Daten
1.5.2. Historischer Rückblick – Zivilgesellschaft
1.5.3. Nicht-Regierungsorganisationen und Neue Soziale Bewegungen
1.5.4. Nicht-Regierungsorganisationen und Global Governance
1.6. Kritik am Global Governance Konzept
2. Skizzen ausgewählter Organisationstheorien
2.1. Begriffe und Forschungszugänge
2.2. Allgemeine Entwicklung der Organisationssoziologie
2.3. Betriebswirtschaftliche Organisationstheorie
2.4. Administrationstheorie
2.5. Bürokratietheorie
2.6. Human Relationstheorie
2.7. Systemtheorie
2.8. Kontingenztheorie
2.9. Soziotechnische Integrationstheorie
2.10. Weitere Ansätze
2.11. Netzwerk und Netzwerkanalyse
2.11.1. Geschichte der Netzwerkanalyse
2.11.2. Forschungsfelder
3. Analyse der Global Marshall Plan Initiative
3.1. Die Global Marshall Plan Initiative (GMPI)
3.1.1. Der Global Marshall Plan
3.1.2. Finanzierungsinstrumente
3.1.3. Ökosoziale Marktwirtschaft
3.1.4. Der Global Marshall Plan und das Global Governance Konzept
3.1.5. Die Entwicklung der Initiative
3.1.6. Organisationsstruktur
3.1.7. Finanzierung und Tätigkeiten
3.2. Analyse der Organisation
3.2.1. Unabhängige Organisationsvariablen
3.2.1.1. Ziele
3.2.1.1.1. Begriff und theoretische Bedeutung der Ziele
3.2.1.1.2. Praktische Festlegung und empirische Ermittlung der Ziele
3.2.1.1.3. Veränderung der Organisationsziele
3.2.1.2. Instrumente
3.2.1.2.1. Begriff und theoretische Bedeutung der Instrumente
3.2.1.2.2. Menschliches Instrumentarium
3.2.1.2.3. Andere Instrumente
3.2.1.2.4. Beziehungen zwischen Instrumenten und Ziele
3.2.1.3. Bedingungen
3.2.1.3.1. Begriff und theoretische Bedeutung der Organisationsbedingungen
3.2.1.3.2. Organisationskultur als Organisationsbedingung
3.2.2. Abhängige Organisationsvariablen
3.2.2.1. Strukturen
3.2.2.1.1. Begriff und allgemeine Bedeutung der Organisationsstrukturen
3.2.2.1.2. Rollenstrukturen
3.2.2.1.3. Leitungsstrukturen
3.2.2.1.4. Kommunikationsstrukturen
3.2.2.1.5. Autoritätsstrukturen und Führungsstile
3.2.2.1.6. Beziehungen zwischen Strukturen und unabhängigen Variablen
3.2.2.2. Funktionen
3.2.2.2.1. Soziale und interne Funktionen
3.2.2.2.2. Beziehungen zwischen Funktionen und unabhängigen Variablen
3.2.2.3. Verhalten
3.2.2.3.1. Begriff und allgemeine Bedeutung des Organisationsverhaltens
3.2.2.3.2. Ziel- und nicht Ziel orientiertes Organisationsverhalten
3.2.2.3.3. Beziehungen zwischen Verhalten und anderen Variablen
3.3. Darstellung der Ergebnisse der SWOT Analyse
3.4. Kritik am Global Marshall Plan
4. Einstellung und Interesse der Bevölkerung
4.1. Beschreibung des Datensatzes
4.2. Auswertung der Daten
4.2.1. Demographische Daten
4.2.2. Analyse der potentiellen Variablen für eine Faktorenanalyse
4.2.3. Explorative Faktorenanalyse
5. Rückschlüsse auf die Forschungsfragen und Prüfung der Hypothesen
6. Abschließende Betrachtung
Die Arbeit untersucht, inwieweit die zivilgesellschaftliche Global Marshall Plan Initiative in der Lage ist, einen Beitrag zur Global Governance Architektur zu leisten. Dabei wird ein organisationssoziologischer Analyseansatz verfolgt, um die Funktionalität und das Gestaltungspotential dieser Initiative zu bewerten, während gleichzeitig Einstellungen und das Interesse der Bevölkerung zu diesen Themenfeldern mittels statistischer Daten analysiert werden.
1.1. Thematiken der Globalisierung
Die Entwicklungen und Phänomene, welche der Einfachheit halber gerne unter dem Begriff Globalisierung subsummiert werden, besitzen bei weitem nicht die Homogenität, mit welcher sie gerne dargestellt werden. Zum einen verlaufen die Entwicklungen verschiedener Gesellschaften äußerst kontrovers, da sich einige Staaten und Gesellschaften zwar zu größeren Verbänden vereinigen, andere sich wiederum von eben diesen aufgrund religiöser oder ethnischer Zugehörigkeiten abkoppeln bzw. ausgegrenzt werden. Die Ökonomie sieht sich einerseits im globalen, also Welt umspannenden Wettbewerb integriert, andererseits gewinnt Regionalität in Verbindung mit dem Konzept der Nachhaltigkeit unter anderem in der Landwirtschaft wieder zunehmend an Bedeutung, wobei sich die Frage stellt, ob dieser Umstand nicht auch zu Zwecken der Vermarktung eines gesellschaftlichen Trends derart massiv beworben wird.
Dass die ökonomische Globalisierung keine unkontrollierbare Naturgewalt ist, verdeutlicht schon der Umstand, dass sie im Grunde das Resultat von vorangegangenen politischen Entscheidungen auf Ebene der Staaten ist. Durch die Innovationen im Bereich der Telekommunikation hat sie sicherlich eine neue Qualität erreicht, welche die Beschleunigung weiterhin vorantreibt. Dennoch bestehen nach wie vor Institutionen, die, basierend auf Konsensebene der beteiligten Staaten, wirtschaftliche Entwicklungen forcieren oder abschwächen können. (vgl. Von Plate, 2003, S.3)
Die unterstellte Dichotomie zwischen der globalen Wirtschaft und der Politik ist nach Ansicht mancher Autoren ein reines Konstrukt, welches in der Realität nicht existiert. Der globalisierte Weltmarkt ist vielmehr ein Projekt, welches durch den Einfluss von neoliberal orientierten Eliten auf die politischen Entscheidungsträger/innen zustande kam, mit dem Ziel, den globalen Kapitalismus neu zu strukturieren und die gesellschaftlichen Machtverhältnisse zu verschieben. (vgl. Brand et al., 2000, S.139)
1. Das Global Governance Konzept: Theoretische Einführung in die Grundlagen, Akteure und Reformansätze von Global Governance sowie die Rolle von Nicht-Regierungsorganisationen.
2. Skizzen ausgewählter Organisationstheorien: Überblick über die wichtigsten organisationssoziologischen Theorien, die als methodisches Fundament für die Analyse dienen.
3. Analyse der Global Marshall Plan Initiative: Empirische Untersuchung der Ziele, Struktur, Finanzierung und Selbstwahrnehmung der Global Marshall Plan Initiative.
4. Einstellung und Interesse der Bevölkerung: Statistische Analyse des Interesses an politischen Themen und der Bereitschaft zu gesellschaftlichem Engagement auf Basis des European Social Survey.
5. Rückschlüsse auf die Forschungsfragen und Prüfung der Hypothesen: Zusammenfassende Bewertung der eingangs formulierten Hypothesen im Kontext der Untersuchungsergebnisse.
6. Abschließende Betrachtung: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung von Global Governance und zivilgesellschaftlichem Engagement.
Global Governance, Global Marshall Plan Initiative, Zivilgesellschaft, Organisationstheorie, Ökosoziale Marktwirtschaft, NGO, Globalisierung, Governance, Netzwerkanalyse, Politische Partizipation, Nachhaltigkeit, Weltordnungspolitik, Demokratiedefizit, Millennium Entwicklungsziele, European Social Survey.
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten einer zivilgesellschaftlichen Organisation, konkret der Global Marshall Plan Initiative, zur Umsetzung einer globalen Governance-Architektur beizutragen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Global Governance Konzept, verschiedenen Organisationstheorien, der empirischen Analyse der Global Marshall Plan Initiative sowie einer soziologischen Untersuchung der Einstellung der Bevölkerung zu politischer Teilhabe.
Ziel ist es zu untersuchen, ob die Organisationsstruktur der Global Marshall Plan Initiative geeignet ist, um das Global Governance Konzept in der Praxis voranzubringen und welche Rolle zivilgesellschaftlicher Druck in diesem Kontext spielt.
Der Autor verwendet eine Kombination aus Literaturanalyse zu soziologischen Organisationstheorien, Experteninterviews mit Vertretern der Initiative sowie eine quantitative statistische Auswertung von Datensätzen des European Social Survey.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Global Governance und Organisationstheorien sowie einen empirischen Teil, der die Initiative detailliert analysiert und die Einstellungen der österreichischen Bevölkerung auswertet.
Wesentliche Begriffe sind Global Governance, Zivilgesellschaft, Organisationstheorie, Ökosoziale Marktwirtschaft, NGOs, politische Partizipation und Globalisierung.
Die Initiative betrachtet die Millennium Entwicklungsziele der Vereinten Nationen als einen wesentlichen kurz- bis mittelfristigen Zwischenschritt zur Erreichung ihres langfristigen Ziels einer weltweiten ökosozialen Marktwirtschaft.
Die Netzwerkanalyse wird als theoretischer Ansatz verwendet, um die Struktur der Initiative zu verstehen, da sie sich als Plattform bzw. informelles Netzwerk organisiert und weniger als klassische hierarchische Organisation.
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