Diplomarbeit, 2006
211 Seiten, Note: 1,5
Vorwort
Einführung
Teil 1 Theoretische Auseinandersetzung
1. Demenz: Was bedeutet das?
1.1. Wissen über Demenz
1.2. Erleben von Demenz
1.2.1. Persönlicher Aspekt
1.2.2. Sozialer Aspekt
1.2.3. Gesellschaftlicher Aspekt
1.3. Behandlung von - und Umgang mit Demenz
1.3.1. Sozialtherapeutischer Ansatz (Oskar Dierbach)
1.3.2. Validation (Naomi Feil)
1.3.3. Person-zentrierter Ansatz (Tom Kitwood)
1.4. Soziale Arbeit und Demenz
1.5. Exemplarisch: „Betreuungsgruppe für Demenzkranke“
2. Wurzeln und grundlegendes Konzept der TZI
2.1. Axiome
2.2. Vier-Faktoren Modell
2.2.1. ES
2.2.2. ICH
2.2.3. WIR
2.2.4. GLOBE
2.3. Postulate
2.3.1. Chairperson
2.3.2. Störungspriorität
2.4. Hilfsregeln
2.5. Leitungsverständnis
2.5.1. Dynamische Balance
2.5.2. Das TZI-Thema
3. Fazit aus sozialpädagogischer Sicht
Teil 2: Empirische Auseinandersetzung
4. Qualitative Fallstudie: Was bedeutet das hier?
4.1. Vor dem Hintergrund des Konzeptes der Aktionsforschung
4.2. Situationsbeschreibung - Problembeschreibung
5. Feldbeschreibung: Betreuungsgruppe für demenzkranke Menschen am Kreiskrankenhaus Calw
5.1. Geschichte der Gruppe
5.2. Strukturelle Einbindung
5.3. Konzept der Calwer Gruppe
5.4. Mitglieder der Gruppe
5.4.1. Hauptamtliche
5.4.2. Ehrenamtliche
5.4.3. Gäste
5.5. Ablauf eines Gruppentermins
5.6. Aktuelle Situation der Gruppe
6. Praktische Umsetzung der Fallstudie
6.1. Methodenwahl
6.1.1. Problemzentriertes Interview
6.1.2. Themenzentrierter Leitfaden
6.1.3. Partnerwahl
6.1.4. Vorgehensweise
7. Darstellung der Untersuchungserkenntnisse
7.1. Interviewergebnisse
7.1.1. Zugang und Haltung zu Demenz
7.1.2. Sinn, Zufriedenheit, Motivation
7.1.3. Belastungen, Störungen, Fehlendes
7.1.4. „Tages-Themen“
7.1.5. Gruppengefühl, Interaktionen
7.1.6. Ablauf, Struktur und Organisation
7.2. Biographiebögen
7.3. Darstellung des Prozessverlauf
Teil 3: Konstruktiv reflexive Auseinandersetzung
8. Schlussfolgerungen zu Leitung der Betreuungsgruppe Demenz mit TZI:
8.1. Der Auftrag
8.2. Die Tages-Themen
8.3. Leitung
8.4. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen
8.5. Die Gäste
8.6. Der Gruppenprozess
8.7. Die Rahmenbedingungen
9. Schlussfolgerungen zu Sozialer Arbeit
9.1. Mit TZI
9.2. Im Problemfeld Demenz
Die Diplomarbeit untersucht, wie die „Themenzentrierte Interaktion“ (TZI) als Handlungskonzept genutzt werden kann, um eine Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz sinnstiftend und lebendig zu leiten. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie eine Sozialpädagogin in einer solch komplexen Situation Struktur schaffen und vertrauensfördernde Prozesse initiieren kann, um die Lebenswelt der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu begleiten.
1.2.1. Persönlicher Aspekt
„Er wurde alt
und vergaß
Was ist
er wurde alt
und wusste
nur noch
was früher gewesen
er wurde alt
und vergaß
was früher gewesen
er wurde alt
und vergaß
vorgestern
sich selbst
er wurde jung
jetzt da er
auch das vergessen
vergaß“. 90
Kurt Marti empfindet mit seinem Gedicht einfühlend Mensch mit Demenz nach.
Das Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit ist den Betroffenen in den Anfangszeiten der Demenz durchaus bewusst. Gefühlsleben und emotionale Grundbedürfnisse, vor allen Dingen die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, bleiben erhalten. Hilflos müssen sie also mit ansehen, wie sie „geistloser“ werden. „Die Patienten vergessen im wahrsten Sinne des Wortes ihr Leben, von der Gegenwart ausgehend immer weiter zurück in die Vergangenheit. Durch den Zusammenbruch des Gedächtnisses werden sie erbarmungslos zu einem Leben in der Gegenwart gezwungen, bzw. ihre Vergangenheit wird eins mit der Gegenwart.“ 91
So unterschiedlich wie Menschen und ihre Reaktionen sind, sind auch hier die Beschreibungen des Erlebens von Menschen mit Demenz. Wenige scheinen in dieser Zeit weitgehend zufrieden zu sein und ihre Situation gleich zu akzeptieren oder gar damit an die Öffentlichkeit zu treten.
1. Demenz: Was bedeutet das?: Dieses Kapitel beleuchtet Demenz aus medizinischer, persönlicher, sozialer und gesellschaftlicher Perspektive und reflektiert die damit verbundenen Herausforderungen für Betroffene, Angehörige und Helfende.
2. Wurzeln und grundlegendes Konzept der TZI: Hier werden die theoretischen Grundlagen und die Entstehungsgeschichte der Themenzentrierten Interaktion nach Ruth Cohn dargestellt, einschließlich ihrer axiomatischen Fundierung.
3. Fazit aus sozialpädagogischer Sicht: Die Autorin zieht eine erste Bilanz über die Relevanz der TZI für das sozialpädagogische Arbeiten und begründet die Notwendigkeit einer ganzheitlichen, wertschätzenden Haltung.
4. Qualitative Fallstudie: Was bedeutet das hier?: Einführung in die methodische Vorgehensweise der Fallstudie am Beispiel der Betreuungsgruppe Calw, unter Einbeziehung des Konzeptes der Aktionsforschung.
5. Feldbeschreibung: Betreuungsgruppe für demenzkranke Menschen am Kreiskrankenhaus Calw: Detaillierte Darstellung der Entstehungsgeschichte, der strukturellen Einbindung sowie der Akteure (Leitung, Ehrenamtliche, Gäste) der spezifischen Gruppe.
6. Praktische Umsetzung der Fallstudie: Erläuterung der angewandten Methoden, wie Interviews und Leitfäden, sowie der Auswahl der Befragungspartner und der methodischen Vorgehensweise im Feld.
7. Darstellung der Untersuchungserkenntnisse: Auswertung der Interviews mit Fokus auf Haltung zu Demenz, Motivation der Beteiligten, Belastungsfaktoren und die Bedeutung von Struktur und Abläufen.
8. Schlussfolgerungen zu Leitung der Betreuungsgruppe Demenz mit TZI: Ableitung konkreter Empfehlungen für die Leitungspraxis basierend auf den empirischen Ergebnissen und dem TZI-Modell.
9. Schlussfolgerungen zu Sozialer Arbeit: Reflexion über die Rolle der Sozialen Arbeit als Profession und deren gesellschaftlichen Auftrag im Kontext des demografischen Wandels und der Unterstützung von Menschen mit Demenz.
Themenzentrierte Interaktion, TZI, Demenz, Betreuungsgruppe, Soziale Arbeit, Person-zentrierter Ansatz, Validation, Lebensweltorientierung, Gruppenleitung, Angehörigenarbeit, Aktionsforschung, Wertschätzung, Inklusion, psychosoziale Begleitung, Ressourcenorientierung
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Leitung einer Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz und der Anwendung der Themenzentrierten Interaktion (TZI) als wertorientiertem Handlungskonzept.
Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse aus der Demenzforschung mit den theoretischen Konzepten der TZI und untersucht deren Anwendung in einem empirischen Feld (Betreuungsgruppe Calw).
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie TZI in der Leitungspraxis von Demenz-Betreuungsgruppen den Prozess des Miteinanders fördern und sowohl den Gästen als auch den Helfenden eine sinnstiftende Struktur bieten kann.
Die Autorin wählt einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf einer Fallstudie und orientiert am Konzept der Aktionsforschung, um subjektive Situationsdeutungen der Beteiligten zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Demenz und TZI sowie in einen empirischen Teil, in dem die spezifische Betreuungsgruppe am Kreiskrankenhaus Calw dokumentiert und analysiert wird.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie TZI, Demenz, person-zentrierter Ansatz, Soziale Arbeit, Gruppenleitung und psychosoziale Unterstützung geprägt.
Die dynamische Balance zwischen den TZI-Faktoren (ICH, WIR, ES, GLOBE) ist entscheidend, um den Gruppenprozess zu steuern und auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen mit Demenz einzugehen, während gleichzeitig der organisatorische Rahmen gewahrt bleibt.
Störungen (wie Aggression, Unruhe oder Verwirrtheit) werden in der Arbeit nicht als Hindernisse gesehen, die unterdrückt werden müssen, sondern als Ausdruck aktueller Bedürfnisse der Gäste, die es wertschätzend zu validieren und in den Gruppenprozess zu integrieren gilt.
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