Diplomarbeit, 2006
125 Seiten, Note: 1,0
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einleitung
2. Die Planungen und Vorbereitungen der XX. Olympischen Spielen in München
2.1 Lagebeurteilung der Organisations- und Sicherheitskräfte
a) aus den Erfahrungen der vorherigen Olympischen Spielen
b) eigene Lagebeurteilung der Sicherheitsbehörden
c) Entschluss
2.2 Der Ordnungsdienst des Organisationskomitees
a) Zusammensetzung
b) Aufgaben
c) Vorausbildung und Ausrüstung
2.3 Die Polizeikräfte
a) Zusammensetzung, Stärke und Ausrüstung
b) Aufgaben
c) Vorausbildung
2.4 Fehler und Versäumnisse bei den Sicherheitsvorbereitungen
a) zeitliche Vorbereitung
b) Gründung des Ordnungsdienstes als separate Sicherheitsbehörde
c) Zugangsberechtigung der Polizei im Olympischen Dorf
d) Sicherheitsvorkehrungen im Olympischen Dorf
e) Sicherheitsmaßnahmen für die israelische Mannschaft
f) Ausrüstung und Ausbildung der Polizei und des Ordnungsdienstes
3. Das Attentat oder die Ereignisse vom 05./06. September 1972
3.1 Die Ereignisse im Olympischen Dorf
3.2 Das „Massaker“ von Fürstenfeldbruck
a) Einsatzplan
b) Zusammenfassung der Geschehnisse
4. Fehler und Versäumnisse während der Geiselnahme
4.1 Politische Möglichkeiten
4.2 Koordinierung der „verantwortlichen Leiter“
4.3 Polizeitaktischen Maßnahmen
a) polizeitaktischen Erfahrungen im Fall Rammelmayr
b) Ausbildungsstand und Bewaffnung der Präzisionsschützen
c) Anzahl der Präzisionsschützen
d) Ausrüstung der eingesetzten Polizisten
e) Konzentration der Kräfte
5. Die missglückte „Befreiungsaktion“
6. Konsequenzen
a) personelle
b) polizeitaktische
7. Zusammenfassung, Schlussbemerkung
Die Diplomarbeit analysiert das Sicherheitskonzept und das Attentat während der XX. Olympischen Sommerspiele 1972 in München. Das primäre Ziel ist es, durch die erstmalige Auswertung bisher unter Verschluss gehaltener Polizeiakten die Fehler und Versäumnisse der Sicherheitsbehörden aufzuzeigen, die letztlich zur katastrophalen missglückten Befreiungsaktion in Fürstenfeldbruck führten.
1. Einleitung
Am 26. Januar 2006 fand der offizielle Start des vom amerikanischen Starregisseurs Steven Spielberg gedrehten Kinofilms „München“ statt. In seinem Film erzählte Spielberg die Geschichte der Ereignisse nach der Olympia-Geiselnahme durch die palästinensische Terrorgruppe "Schwarzer September" von 1972.
Durch dessen Film inspiriert und aus der Notwendigkeit ein passendes Thema für meine Diplomarbeit zu finden entschied ich mich, über die Ereignisse des Olympiaattentates zu recherchieren.
Das Ergebnis der Literaturrecherche diesbezüglich war überraschend. Anstatt mit einer Anzahl von Büchern sprichwörtlich erschlagen zu werden, gab es lediglich drei Bücher, die sich tatsächlich mit der Thematik auseinandersetzten.
1. Einleitung: Vorstellung der Beweggründe für die Themenwahl und Erläuterung der Quellenlage bei der Aufarbeitung des Olympia-Attentats.
2. Die Planungen und Vorbereitungen der XX. Olympischen Spielen in München: Detaillierte Untersuchung der Sicherheitskonzeptionen, der Rolle des Ordnungsdienstes und der Polizeikräfte sowie Identifizierung kritischer Versäumnisse.
3. Das Attentat oder die Ereignisse vom 05./06. September 1972: Chronologische Rekonstruktion der Ereignisse im Olympischen Dorf und Darstellung des „Massakers“ von Fürstenfeldbruck.
4. Fehler und Versäumnisse während der Geiselnahme: Analyse der politischen Möglichkeiten, der Führungsprobleme und der polizeitaktischen Defizite, insbesondere bei Ausbildung und Ausrüstung.
5. Die missglückte „Befreiungsaktion“: Darstellung der fatalen Folgen der vorangegangenen Planungsfehler, die in einer unkontrollierbaren Schießerei mündeten.
6. Konsequenzen: Aufarbeitung der personellen und polizeitaktischen Lehren aus der Katastrophe, einschließlich der Gründung der GSG 9.
7. Zusammenfassung, Schlussbemerkung: Kritische Reflexion der gesamten Sicherheitsplanung und Fazit zur mangelnden Aufarbeitung durch die politisch Verantwortlichen.
Olympische Spiele 1972, München, Olympia-Attentat, Schwarzer September, Sicherheitskonzept, Polizei, Ordnungsdienst, Krisenstab, Fürstenfeldbruck, Geiselnahme, Scharfschützen, polizeitaktische Fehler, GSG 9, Sicherheitsbehörden, Aufarbeitung.
Die Arbeit untersucht das Sicherheitskonzept und das Scheitern der Rettungsbemühungen während der XX. Olympischen Spiele 1972 in München.
Im Zentrum stehen die Sicherheitsvorkehrungen im Olympischen Dorf, die polizeiliche Einsatzleitung, die Koordination verschiedener Behörden sowie die Analyse der Fehler bei der Geiselnahme.
Das Ziel ist eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Attentats unter Einbeziehung neu zugänglicher Archivbestände, um die Ursachen für das katastrophale Ende in Fürstenfeldbruck zu verstehen.
Der Autor verwendet eine aktenbasierte Analyse, wobei er Schutzfristen verkürzen ließ, um bislang unter Verschluss gehaltene Dokumente des bayerischen Innenministeriums und der Staatsanwaltschaft München auszuwerten.
Der Hauptteil analysiert die Planungsphasen, die taktischen Defizite der Polizei, das Scheitern des Ordnungsdienstes sowie die Konsequenzen, die zu Strukturreformen und zur Gründung der GSG 9 führten.
Die Arbeit fokussiert auf Sicherheitsmanagement, polizeiliche Subsidiarität, Einsatzführung unter Zeitdruck und die historische Einordnung der Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik Deutschland.
Der Ordnungsdienst sollte aus sportpolitischen Gründen ein „martialisches“ Auftreten der Polizei vermeiden, war jedoch rein rechtlich und ausbildungstechnisch völlig unzureichend für die Abwehr eines terroristischen Anschlags ausgestattet.
Der fatale Irrtum bestand darin, die Sicherheit des Olympischen Dorfes einem eigenen Ordnungsdienst zu übertragen, der rechtlich und taktisch von der Polizei abgekoppelt war, was einen schnellen polizeilichen Zugriff in der Krise verhinderte.
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