Examensarbeit, 2006
68 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Tendenzen der Inhaltsentwicklung im Sachunterricht ab dem Jahre 1970 mit einer besonderen Berücksichtigung der physikalischen und chemischen Inhalte
2.1 Der wissenschaftsorientierte Sachunterricht löste die Heimatkunde ab
2.2 Hinwendung des Sachunterrichts zur Grundschulpädagogik
2.3 Die Phase der kritischen Betrachtung der Sachunterrichtsinhalte
2.3.1 Perspektivrahmen Sachunterricht
2.3.2 Entwicklungsforschung
2.3.3 Schulstudien
3. Forschungsergebnisse zu den Inhalten im Sachunterricht mit einem Schwerpunkt auf physikalische und chemische Inhalte
3.1 Entwicklungstendenzen der Inhalte des Sachunterrichts
3.2 Analyse der Inhalte von neuen Lehrplänen (2002-2006)
4. Gründe für den Rückgang der physikalischen und chemischen Inhalte
4.1 Distanzen von Grundschullehrkräften zu physikalischen und chemischen Inhalten des Sachunterrichts
5. Methodik der Schulbuchuntersuchung
5.1 Untersuchungsobjekt
5.1.1 Das Schulbuch als Unterrichtmedium
5.2 Untersuchungsmethode
5.2.1 Vorgehensweise der Untersuchung
6. Untersuchungsergebnisse
6.1 Untersuchungsergebnisse der Teilbereiche
7. Schlussteil
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und den aktuellen Stellenwert physikalischer und chemischer Inhalte in aktuellen Schulbüchern des Sachunterrichts. Das primäre Ziel ist es, basierend auf einer Inhaltsanalyse von Lehrwerken der Jahrgänge 2003 bis 2005, zu prüfen, ob sich eine Trendwende hinsichtlich der zuvor beobachteten Abnahme naturwissenschaftlicher Themen abzeichnet, und diese mit historischen Daten in Beziehung zu setzen.
2.1 Der wissenschaftsorientierte Sachunterricht löste die Heimatkunde ab
Die Kritik an der Heimatkunde war am Ende der 60er und am Anfang der 70er Jahre sehr groß. Der Heimatkundeunterricht orientierte sich sehr stark an der heimatlichen Umgebung, was zu einer einseitigen Bevorzugung der Geographie führte. Besonders wurde kritisiert, dass die Heimatkunde den Anforderungen der technischen Gesellschaft nicht genüge. Den naturwissenschaftlichen Inhalten widmete man zu wenig Aufmerksamkeit. Die Gesellschaft wurde stark ideologisch dargestellt und an Traditionen wurde beharrlich festgehalten. „Dem Heimatkundeunterricht lag ein Bildungsideal zugrunde, das – romantisierend und emotional überladen – ein Menschenbild skizzierte, das der Wirklichkeit nicht entsprach.“ Dem Heimatkundeunterricht wurde ferner eine falsche Darstellung von Sachverhalten vorgeworfen. Durch zu viel Orientierung am Kind kam es zu Verniedlichungen von Unterrichtsgegenständen. Die Erklärungsmuster waren nicht fachwissenschaftlich, sondern oft mystisch und magisch. Der Stromfluss wurde zu jener Zeit z.B. durch ‚Strommännchen’ erklärt, die durch die Kabel flitzen. Eine Grundlage für den Fachunterricht in der Sekundarstufe I konnte so nur unzureichend gelegt werden.
In Folge der Kritik entwickelte sich ein wissenschaftsorientierter Sachunterricht, der sich durch die Auffächerung der Inhalte am System der weiterführenden Schulen orientierte. Es kam zur Einführung neuer fachlicher Bereiche (Physik, Technik, Chemie, Sozial- und Wirtschaftlehre). Da die Naturwissenschaften ein hohes Ansehen zu dieser Zeit hatten, setzten sich die naturwissenschaftsbezogenen Inhalte durch. Die Orientierung an der Wissenschaft hatte zur Folge, dass die Orientierung am Kind abnahm. Impulse zu diesen Entwicklungen kamen in den Jahren 1967 bis 1969 sehr stark von den Curricularentwicklungen aus den anglo-amerikanischen Ländern. Diese kamen durch den ‚Sputnik-Schock’ zustande. 1957 gelang es der Sowjetunion erstmals einen künstlichen Satelliten namens ‚Sputnik’ in die Erdumlaufbahn zu bringen. Das Ereignis erzeugte, besonders in den USA, Angst vor einem großen Technologievorsprung der Sowjetunion, der durch eine breitangelegte Bildungsoffensive wieder eingeholt werden sollte.
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung bezüglich der Abnahme physikalisch-chemischer Inhalte im Sachunterricht und Beschreibung der methodischen Vorgehensweise der eigenen Untersuchung.
2. Die Tendenzen der Inhaltsentwicklung im Sachunterricht ab dem Jahre 1970 mit einer besonderen Berücksichtigung der physikalischen und chemischen Inhalte: Analyse der historischen Entwicklung des Sachunterrichts, gegliedert in drei Phasen, unter besonderer Berücksichtigung naturwissenschaftlicher Lehrplaninhalte.
3. Forschungsergebnisse zu den Inhalten im Sachunterricht mit einem Schwerpunkt auf physikalische und chemische Inhalte: Überblick über bisherige Studien zur Inhaltsverteilung im Sachunterricht sowie detaillierte Betrachtung der Entwicklungstendenzen und neuer Lehrplananalysen.
4. Gründe für den Rückgang der physikalischen und chemischen Inhalte: Untersuchung der Faktoren für die vernachlässigte Berücksichtigung unbelebter Natur, insbesondere im Hinblick auf die fachliche Kompetenz und Einstellung von Lehrkräften.
5. Methodik der Schulbuchuntersuchung: Erläuterung des gewählten Untersuchungsobjekts, der Schulbücher, sowie der angewandten Methode der Inhaltsanalyse nach dem Raumanalyse-Verfahren.
6. Untersuchungsergebnisse: Präsentation und Diskussion der eigenen empirischen Befunde zum Anteil physikalisch-chemischer Inhalte in den untersuchten Schulbüchern im Vergleich zu historischen Daten.
7. Schlussteil: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, Diskussion der Trendwende und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im naturwissenschaftsbezogenen Sachunterricht.
Sachunterricht, Schulbuchanalyse, physikalische Inhalte, chemische Inhalte, unbelebte Natur, Heimatkunde, naturwissenschaftliche Bildung, Lehrpläne, Perspektivrahmen, Inhaltsanalyse, Raumanalyse, naturwissenschaftliche Kompetenz, Grundschule, Didaktik, Bildungsstandards
Die Arbeit untersucht die Entwicklung des Anteils an physikalischen und chemischen Inhalten in Schulbüchern des Sachunterrichts von 1970 bis zur Gegenwart, mit einem Fokus auf die Jahre 2003 bis 2005.
Die zentralen Themenfelder umfassen die historische Entwicklung des Sachunterrichts, den Einfluss von Lehrplänen auf die Unterrichtsinhalte sowie die fachliche und didaktische Rolle von Naturwissenschaften in der Grundschule.
Das Hauptziel besteht darin, zu analysieren, ob sich die in früheren Studien beobachtete, kontinuierliche Abnahme physikalischer und chemischer Inhalte fortgesetzt hat oder ob eine Trendwende in aktuellen Schulbüchern erkennbar ist.
Die Autorin verwendet eine Inhaltsanalyse, konkret das Verfahren der Raumanalyse, um den prozentualen Anteil physikalisch-chemischer Themen in den ausgewählten Schulbüchern exakt zu bestimmen.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung seit 1970, die Gründe für den Rückgang naturwissenschaftlicher Inhalte, die methodische Vorgehensweise der Schulbuchuntersuchung sowie die detaillierte Präsentation der eigenen Messergebnisse.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sachunterricht, Schulbuchanalyse, physikalische Inhalte, chemische Inhalte, unbelebte Natur, Bildungsstandards und naturwissenschaftliche Bildung charakterisieren.
Die Untersuchung zeigt, dass der Anteil physikalisch-chemischer Inhalte auf 10,86 % gestiegen ist, was als Beendigung der kontinuierlichen Abnahme und als Trendwende interpretiert wird.
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine geringe fachliche Selbsteinschätzung und Distanz der Lehrkräfte gegenüber physikalischen und chemischen Themen ein wesentlicher Grund für deren mangelnde Berücksichtigung im Unterricht ist.
Die Autorin sieht in Internetangeboten (wie jenen aus Nordrhein-Westfalen) eine wichtige Unterstützung, um die Hemmschwelle der Lehrkräfte bei der Bearbeitung naturwissenschaftlicher Themen zu senken.
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