Bachelorarbeit, 2006
105 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Boulevardzeitungen vs. Qualitätszeitungen
2.1 Definition „Boulevardzeitung“
2.2 Definition „Qualitätszeitung“
2.3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten
3. Boulevardisierung in der Sportberichterstattung
3.1 Was ist Boulevardisierung? Ein Definitionsansatz
3.1.1 Erster „Auftritt“ der Boulevardisierung
3.2 Sportberichterstattung im Wandel
3.2.1 Verwendung von Emotionen
3.3 Selbstverständnis der Sportjournalisten im Wandel
3.3.1 Ethische Normen und Grundsätze von Journalisten
3.3.2 Theorien der Nachrichtenauswahl
4. Die Fußball-WM: ein mediales Spektakel
4.1 Aufmerksamkeit in Bevölkerung und Medien
4.2 Medienrealität durch Agenda-Setting
5. Zusammenfassung theoretischer Elemente
6. „Bild“ und „Süddeutsche“ im Fokus
6.1 Forschungsgegenstand „Bild-Zeitung“
6.2 Forschungsgegenstand „Süddeutsche Zeitung“
7. Operationalisierung, Design, Datengrundlage
8. Vorüberlegungen und Annahmen
9. Ergebnisse
9.1 Boulevardisierung mit sprachlichen Mitteln
9.2 Boulevardisierung durch inhaltliche Merkmale
9.3 Boulevardisierung mithilfe optischer Aufbereitung
9.4 Drei Ebenen unter einem Hut
9.5 Redaktionsinternes Agenda-Setting
9.5.1 Fokus auf WM im Allgemeinen
9.5.1 Fokus auf WM-Themen
9.6 Exkurs: Nationaler Bezug
10. Zusammenfassung der Inhaltsanalyse
10.1 Interpretation der Ergebnisse
10.2 Rückbezug auf Forschungsfragen
11. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Boulevardisierung der Sportberichterstattung am Beispiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Ziel ist es, durch eine quantitative Inhaltsanalyse der „Bild-Zeitung“ (Boulevard) und der „Süddeutschen Zeitung“ (Qualität) zu klären, inwieweit Boulevardisierungstendenzen in der aktuellen Sportberichterstattung vorhanden sind und wie sich das mediale Agenda-Setting in diesen beiden gegensätzlichen Zeitungstypen während eines sportlichen Großereignisses unterscheidet.
3.2 Sportberichterstattung im Wandel
1:0-Berichterstattung – das war einmal. Eine schlichte Darstellung der Ergebnisse von Sportereignissen in Tageszeitungen, wie sie bis in die Siebziger vorrangig gebräuchlich war, hat mittlerweile an Bedeutung verloren. Selbstverständlich werden immer noch Ergebnisse präsentiert, aber das allein reicht längst nicht mehr aus. Hintergründe, Analysen und Reportagen über das Privatleben der Hochleistungssportler sind mindestens ebenso präsent wie Ergebnis orientierte Sportberichterstattung. Die mediale Aufmerksamkeit ist insgesamt weitaus höher als noch vor 30 Jahren.
Woher kommt dieser Wandel? Mehrere Faktoren sind zu beachten.
Der Sportjournalist wird aktuell eher als Unterhalter denn als Vermittler von Informationen wahrgenommen. Diese Außenansicht deckt sich mit dem Selbstverständnis vieler Sportreporter, die durch die zunehmende mediale Aufmerksamkeit nach eigenen Angaben als „Infotainer“ fungieren. „Dieser versucht sich vor dem Hintergrund des wachsenden Unterhaltungsbedürfnisses der Leser in einem Spagat zwischen Nachricht und Aufführung.“ Der Sportjournalist richtet sich also nach den Bedürfnissen der Rezipienten, schließlich sind Zeitungen privatwirtschaftlich organisiert und funktionieren nach ökonomischen Gesichtspunkten. Und oberstes Ziel in der Marktwirtschaft ist es, möglichst viel Profit zu machen. Also muss die Zeitung so vielfältig wie möglich an den Mann gebracht werden, damit erstens zusätzliche Einnahmen über den Verkauf erzielt werden können und zweitens mehr Anzeigenkunden an Land gezogen werden. Problematisch wird es allerdings, wenn ausschließlich ökonomische Interessen im Mittelpunkt stehen und „aus der Informations- und Aufklärungsfunktion der Presse […] nur noch eine ,warenhafte’ Durchgangsleistung im Sinne distributiven Marketings profitorientierter Medienunternehmen“ wird. Der Leser soll also geködert werden mit Themen, die ihn interessieren beziehungsweise die ihn interessieren sollen. Denn in gewisser Weise beeinflusst auch der Journalist sein Publikum, etwa durch Agenda-Setting und Selektion, dazu später näheres. Das veränderte Zuschauerinteresse ist ein Grund für die zunehmende Boulevardisierung.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema der Boulevardisierung im Sportjournalismus vor und begründet die methodische Entscheidung, die WM-Berichterstattung in Bild und SZ zu untersuchen.
2. Boulevardzeitungen vs. Qualitätszeitungen: In diesem Kapitel werden die Definitionen und Unterschiede zwischen den beiden Zeitungstypen in Bezug auf Aufmachung, Vertrieb und journalistischen Anspruch analysiert.
3. Boulevardisierung in der Sportberichterstattung: Dieses Kapitel erörtert Definitionsansätze für Boulevardisierung und diskutiert den Wandel des Sportjournalismus sowie das veränderte Rollenverständnis der Reporter.
4. Die Fußball-WM: ein mediales Spektakel: Hier wird die Rolle der Fußball-WM als mediales Ereignis und der Einfluss der Berichterstattung auf die Wahrnehmung der Realität durch die Bevölkerung (Agenda-Setting) beleuchtet.
5. Zusammenfassung theoretischer Elemente: Dieses Kapitel fasst die theoretischen Grundlagen zusammen, die als Basis für die nachfolgende Inhaltsanalyse dienen.
6. „Bild“ und „Süddeutsche“ im Fokus: Dieses Kapitel stellt die beiden untersuchten Medien, ihre journalistische Ausrichtung und ihre Zielgruppen detailliert vor.
7. Operationalisierung, Design, Datengrundlage: Hier wird das methodische Vorgehen der quantitativen Inhaltsanalyse, die Auswahl der Artikel und die Codierung der Variablen erläutert.
8. Vorüberlegungen und Annahmen: In diesem Kapitel werden Forschungsfragen und Arbeitshypothesen zur Boulevardisierung der WM-Berichterstattung formuliert.
9. Ergebnisse: Die Ergebnisse der quantitativen Inhaltsanalyse zu sprachlichen, inhaltlichen und optischen Boulevardisierungsaspekten sowie zum redaktionsinternen Agenda-Setting werden hier präsentiert.
10. Zusammenfassung der Inhaltsanalyse: Dieses Kapitel interpretiert die erhobenen Daten und zieht einen Rückbezug zu den anfänglichen Forschungsfragen.
11. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Boulevardisierung der Berichterstattung zusammen und gibt Anregungen für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
Boulevardisierung, Sportjournalismus, Fußball-Weltmeisterschaft 2006, Bild-Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Agenda-Setting, Inhaltsanalyse, Printmedien, Personalisierung, Emotionalisierung, Medienrealität, Qualitätszeitung, Boulevardzeitung, Medienwirkung, Nachrichtenwert.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Boulevardisierung der Sportberichterstattung während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im Vergleich zwischen einer Boulevardzeitung und einer Qualitätszeitung.
Als Untersuchungsobjekte dienen die Bild-Zeitung als Vertreterin des Boulevardjournalismus und die Süddeutsche Zeitung als Vertreterin des Qualitätsjournalismus.
Ziel ist es zu prüfen, inwieweit die Sportberichterstattung boulevardisiert ist und welche Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten im Agenda-Setting zwischen den Zeitungen bei diesem Großereignis bestehen.
Die Arbeit basiert auf einer quantitativen Inhaltsanalyse, bei der Beiträge aus dem WM-Teil der beiden Zeitungen nach vordefinierten Kriterien codiert und statistisch ausgewertet wurden.
Untersucht werden insbesondere sprachliche Mittel, inhaltliche Merkmale wie Themenwahl sowie die optische Aufbereitung durch Bilder und Gestaltung.
Das Agenda-Setting untersucht, wie stark Medien durch die Auswahl und Gewichtung von Themen die Wahrnehmung der Bevölkerung beeinflussen können, was im Kontext der WM analysiert wurde.
Der Titel referenziert die emotionale, parteiische und teils plakative Wortwahl der Bild-Zeitung, die als ein Indiz für die zunehmende Boulevardisierung in der Sportberichterstattung gedeutet wird.
Der Autor stellt fest, dass Boulevardisierung in beiden Medien präsent ist, in der Bild-Zeitung jedoch stärker ausgeprägt. Die Süddeutsche Zeitung wahrt zwar höhere Standards, lässt sich aber ebenfalls von bestimmten Trends beeinflussen.
Ja, die Bild-Zeitung setzte weitaus häufiger und plakativer auf visuelle Effekte als die Süddeutsche Zeitung, was als „optische Boulevardisierung“ eingestuft wird.
Der hohe Druck durch das mediale Umfeld führte dazu, dass beide Zeitungen vermehrt auf Unterhaltungsaspekte und Personalisierung setzten, um im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit des Publikums zu bestehen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

