Diplomarbeit, 2005
109 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Definitionen und Abgrenzungen
2.1 Unfall
2.2 Großschadensereignis
2.3 Katastrophe
2.4 Katastrophenmedizin
3 Der Bevölkerungs- und Katastrophenschutz in der BRD
3.1 Zivilschutz/Bevölkerungsschutz
3.2 Katastrophenschutz
3.3 Der Katastrophenschutz im Land Berlin
3.4 Zusammenfassende Betrachtung
4 Die Pflegekraft in der Katastrophenhilfe
4.1 Historische Aspekte
4.2 Aktuelle Relevanz bezüglich des Krankenpflegegesetzes
4.3 Der Wissensstand der Pflegeberufe
4.3.1 Themenrelevante Aspekte der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung und deren Umsetzung
4.3.2 Studienergebnisse zu Ausbildungsinhalten an Krankenpflegeschulen
4.4 Das Pflegemanagement im Führungsstab
4.5 Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Pflegefachkräfte
4.6 Zusammenfassende Betrachtung
5 Großschadenslagen und Katastrophen als kritische Situationen in der medizinisch-pflegerischen Versorgung
5.1 Ursachen von Großschadenslagen und Katastrophen
5.1.1 Naturereignisse
5.1.2 Technische Unglücksfälle
5.1.3 Zivilisationsbedingte Gefahren
5.2 Ethische Grundlagen der Katastrophenmedizin
5.3 Personelle und materielle Grundlagen medizinischer Katastrophenhilfe
5.3.1 Rettungsdienst
5.3.2 Ärztlicher Dienst
5.3.3 Hilfsorganisationen
5.4 Die Ablauforganisation im Großschadens- und Katastrophenfall
5.4.1 Die sanitätsdienstliche Organisation im Großschadensfall
5.5 Die Aufgaben der Krankenhäuser
5.5.1 Der Alarmplan bei internen und externen Schadenslagen
5.5.2 Die Krankenhauseinsatzleitung
5.6 Spezielle Anforderungen an das Krankenhaus bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV)
5.6.1 Personalrekrutierung und Einteilung
5.6.2 Schaffung von zusätzlichen Kapazitäten
5.6.3 Die Sichtung und Versorgung der Verletzten
5.6.4 Die Aufgaben- und Kompetenzbereiche der Pflegekräfte
5.6.5 Psychologisch-seelsorgerische Aspekte
5.6.6 Der Umgang mit den Medien
5.7 Zusammenfassende Betrachtung
6 Resümee und Fazit
Die Arbeit setzt sich zum Ziel, die Berufsgruppe der Pflegenden für das Thema Katastrophenmanagement zu sensibilisieren und deren konkrete Aufgabenfelder sowie notwendige Kompetenzen in Ausnahmesituationen zu eruieren, um eine fundierte Handlungsgrundlage für die klinische Praxis zu schaffen.
5.6.1 Personalrekrutierung und Einteilung
Mit der Ankündigung einer großen Zahl an verletzten Personen durch die zuständige Leitstelle sind für ein Krankenhaus als vorrangigstes Problem die Personalressourcen zu benennen. Mit den vorhandenen Mitarbeitern kann zwar der Routinebetrieb aufrechterhalten werden, doch den bevorstehenden Patientenzustrom werden sie allein nicht bewältigen können. Das Ziel ist es, eine ausreichende Anzahl von entsprechend qualifizierten Mitarbeitern zu rekrutieren. Hierbei ist auch zu bedenken, ob es sich um ein abgeschlossenes Geschehen handelt, bei dem die maximale Patientenzahl feststeht oder um ein Ereignis, welches sich weiterhin ausdehnen kann, so dass mit weiteren Patienten über einen unabsehbaren Zeitraum gerechnet werden muss. In letzterem Fall sollte an Reservepersonal zur Ablösung gedacht werden (vgl. Strauss; Schüttler 2003, S. 233f.).
Nach vorbereiteten Alarmierungslisten wird nach Eingang der Notfallmeldung zusätzliches Personal für alle erforderlichen Bereiche angefordert. Die Alarmierung kann recht effektiv mittels eines computergestützten Systems erfolgen, indem automatisiert über mehrere Telefonleitungen parallel Mitarbeiter informiert werden. Ein Nachteil liegt bei einfacheren Systemen allerdings in der fehlenden Rückmeldung, ob der Mitarbeiter überhaupt erscheinen kann. Eine altbekannte Methode ist der Anruf an jeden einzelnen Mitarbeiter, was sich jedoch durch den hohen Zeitaufwand und die Blockierung der Telefonleitungen nur in kleinen Abteilungen anbietet. Für umfassendere Alarmierungen hat sich lange Zeit das so genannte Schneeballprinzip bewährt, bei dem jeder benachrichtigte Mitarbeiter weiteres Personal in Form einer Alarmkette verständigt. Problematisch stellt sich allerdings das Abbrechen einer solchen Telefonkette durch nicht erreichbare Mitarbeiter dar (vgl. Strauss; Schüttler 2003, S. 232).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Relevanz von Katastrophenmanagement im Klinikalltag und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle der Pflege in interdisziplinären Teams.
2 Definitionen und Abgrenzungen: Dieses Kapitel liefert eine präzise Differenzierung der Begriffe Unfall, Großschadensereignis und Katastrophe sowie der Katastrophenmedizin als Fachdisziplin.
3 Der Bevölkerungs- und Katastrophenschutz in der BRD: Es werden die gesetzlichen Grundlagen und organisatorischen Strukturen des Zivil- und Katastrophenschutzes auf Bundes- und Landesebene analysiert.
4 Die Pflegekraft in der Katastrophenhilfe: Dieses Hauptkapitel untersucht die historische Entwicklung, die rechtliche Verankerung im Krankenpflegegesetz und den aktuellen Wissensstand der Pflegeberufe sowie deren Managementaufgaben.
5 Großschadenslagen und Katastrophen als kritische Situationen in der medizinisch-pflegerischen Versorgung: Es werden Ursachen von Katastrophen, ethische Prinzipien, die Koordination im Krankenhaus sowie spezifische Abläufe bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) detailliert beschrieben.
6 Resümee und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und der Notwendigkeit einer verbesserten Ausbildung und Einbindung der Pflegekräfte in Katastrophenpläne.
Katastrophenmanagement, Pflege, Massenanfall von Verletzten, MANV, Krankenhaus, Katastrophenmedizin, Notfallplanung, Triage, Sichtung, Pflegemanagement, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Ausbildung, Katastrophenschutz, Notfallseelsorge, Krisenintervention.
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle und Aufgaben von Pflegekräften in Katastrophensituationen und Großschadenslagen innerhalb eines Krankenhauses.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Katastrophen, den Katastrophenschutz in Deutschland, die Ausbildungsrichtlinien für Pflegekräfte, das Pflegemanagement in Krisenstäben sowie die psychologischen Aspekte der Katastrophenbewältigung.
Das Ziel ist die Sensibilisierung der Pflegenden für das Thema sowie die Zusammenstellung einer Handlungsgrundlage für Pflegekräfte im Klinikbereich bei Katastrophenszenarien.
Die Arbeit basiert auf einer kompilatorisch begründeten Literaturarbeit sowie der Analyse aktueller rechtlicher Grundlagen und Studienergebnisse.
Der Hauptteil befasst sich mit den Ursachen von Schadensereignissen, den Strukturen der Katastrophenhilfe und den konkreten operativen Anforderungen an Krankenhäuser bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV).
Wichtige Schlagworte sind Katastrophenmanagement, Pflege, Krankenhaus, MANV, Triage und Notfallplanung.
Die Triage ist das zentrale Instrument zur Priorisierung der Patientenversorgung, wobei Pflegekräfte bei der Durchführung und der kontinuierlichen Neueinschätzung des Zustands eine entscheidende Rolle einnehmen.
Aktuelle Studienergebnisse zeigen Diskrepanzen zwischen theoretischen Anforderungen und der praktischen Unterrichtsgestaltung, weshalb gezielte Fortbildungen zur professionellen Handlungsfähigkeit im Katastrophenfall unerlässlich sind.
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