Examensarbeit, 2006
151 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Geschichtliche Entwicklung des praktischen Musizierens in der allgemein bildenden Schule
2.1.1 Entwicklung des instrumentalen Musizierens in der allgemein bildenden Schule bis zum 20. Jahrhundert
2.1.2 Entwicklung des Schulmusizierens im 20. Jahrhundert
2.1.3 Aktuelle Situation und Ausprägungen des Ensemblemusizierens im außerschulischen Bereich
2.1.4 Ansätze der musikpädagogischen Forschung zum instrumentalen Musizieren in allgemein bildenden Schulen
2.1.4.1 Lerntheoretischer Ansatz
2.1.4.2 Stellenwert des instrumentalen Musizierens in der allgemein bildenden Schule
2.1.4.3 Handlungsorientierung des Musikunterrichts
2.2 Begriffsklärung
2.2.1 Klassenmusizieren
2.2.1.1 Musikklassen und erweiterter Musikunterricht
2.2.2 Musizieren in Arbeitsgemeinschaften
2.2.3 Kooperation Musikschule – Allgemein bildende Schule
2.3 Besetzungsformen für den musikpraktischen Unterricht
2.3.1 Musizieren mit Orff-Instrumenten
2.3.2 Bläserklasse
2.3.2.1 Yamaha BläserKlasse
2.3.3 Streicherklasse
2.3.4 Keyboardklasse
2.3.4.1 Yamaha KeyboardClass
2.3.5 Gemischtes Klassenorchester
2.3.6 Schulorchester
2.3.7 Schülerband
2.4 Methodisch-didaktische Aspekte des praktischen Musizierens in der allgemein bildenden Schule
2.4.1 Voraussetzungen für das praktische Musizieren
2.4.2 Methodische Aspekte
2.4.3 Didaktische Aspekte
3 Fragestellungen der Untersuchung
4 Umfrage
4.1 Art der Befragung
4.2 Leitfadenkonstruktion
4.3 Feldphase
4.4 Stichprobe
4.5 Auswertungsverfahren
5 Ergebnisse der Befragung
5.1 Bedingungsanalyse
5.1.1 Schulvoraussetzungen im Vergleich
5.2 Art des praktischen Musizierens – Klassenmusizieren oder Musizieren in Arbeitsgemeinschaften
5.2.1 Arrangements im praktischen Klassenmusizierunterricht
5.2.2 Arbeitsgemeinschaften
5.3 Vor- und Nachteile des praktischen Musizierens mit Instrumenten an der allgemein bildenden Schule
5.3.1 Vorteile des praktischen Musizierens
5.3.2 Nachteile des praktischen Musizierens
5.3.3 Vorteile des AG-Musizierens gegenüber dem Klassenmusizieren
5.4 Arbeitsmethoden in den Lerngruppen
5.4.1 Umgangsregeln für das praktische Musizieren in der Schule
5.4.2 Differenzierungsmöglichkeiten für den musikpraktischen Unterricht
5.4.3 Engagement der Schüler während des Klassenmusizierens
5.5 Sozialer Gruppenaspekt im praktischen Musikunterricht
5.5.1 Soziales Miteinander innerhalb der Klasse
5.5.2 Disziplin
5.5.3 Belastung für den Musiklehrer
5.5.4 Feedback und Beratung durch den Musiklehrer
5.6 Organisation und Vorbereitung der Musiklehrer
5.6.1 Zusammenarbeit im Kollegium
5.7 Ensemblespiel in der Klasse und in AGs
5.7.1 Üben
5.7.2 Auftrittsmöglichkeiten
5.8 Schwerpunkte und Zielsetzungen
5.8.1 Wirkung auf außerschulisches Interesse
5.8.2 Leistungsfähigkeit des Klassen- und AG-Musizierens
5.9 Spezifische Angaben der Musiklehrer
5.9.1 Einstellung der Musiklehrer zum praktischen Musizieren in der Schule
5.9.2 Fort- und Weiterbildung der Musiklehrer
6 Fazit
Die Arbeit untersucht das praktische instrumentale Musizieren in allgemein bildenden Schulen, unterteilt in den regulären Musikunterricht (Klassenmusizieren) und freiwillige Arbeitsgemeinschaften. Ziel ist es, die pädagogische Praxis, die Haltung der Lehrkräfte, methodische Ansätze sowie die Wirkung auf Schüler zu analysieren und einen Vergleich zwischen den unterschiedlichen institutionellen Einbindungen zu ziehen.
2.1.1 Entwicklung des instrumentalen Musizierens in der allgemein bildenden Schule bis zum 20. Jahrhundert
„Obwohl Musik existentiell an die Musikausübung gebunden ist, wurde das instrumentale Musizieren erst relativ spät für den Musikunterricht allgemeinbildender Schulen entdeckt“ (MAAS, 1995, S. 70).2
Das praktische Musizieren an allgemein bildenden Schulen hat eine lange Entwicklung erfahren. Den Beginn stellten im Mittelalter die Kloster-, Dom-, Stifts- oder Pfarrschulen dar, die als Vorläufer der neuzeitlichen allgemein bildenden Schule angesehen werden können. Hier existierte instrumentales Ensemblespiel als eigener Gegenstand musikalischer Lehre noch nicht.
In den Latein- und Gelehrtenschulen musizierten schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts sogenannte Chöre mit Instrumenten, die in unterschiedlichsten Besetzungen bei festlichen Gelegenheiten in Konzert- und Kirchenmusik mitwirken (vgl. PFEFFER, 2001, S. 14). Bis in das 18. Jahrhundert war festzustellen, dass sich die musikalischen Aktivitäten grundlegend „in den Dienst kirchlicher Musikpflege stellen“ (PFEFFER, 2001, S. 14).
Im 18. Jahrhundert wurde in einigen Ausnahmeschulen das Ensemblespiel gelehrt und gepflegt, es gab Aufführungen, die ausschließlich durch Schülerchor und –orchester durchgeführt wurden.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel vom Sing- zum handlungsorientierten Musikunterricht und definiert die Forschungsfrage bezüglich der heutigen Musizierpraxis.
2 Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel liefert den historischen Abriss der Entwicklung und erläutert musikpädagogische Ansätze sowie verschiedene Besetzungsformen und deren didaktische Grundlagen.
3 Fragestellungen der Untersuchung: Hier werden die zentralen Bereiche der Befragung definiert: das Klassenmusizieren, Arbeitsgemeinschaften und deren systematischer Vergleich.
4 Umfrage: Dieser Abschnitt beschreibt die methodische Vorgehensweise der qualitativen Lehrerbefragung, inklusive der Leitfadenkonstruktion und Stichprobenauswahl.
5 Ergebnisse der Befragung: Das Hauptkapitel präsentiert und analysiert die empirischen Daten zu Schulvoraussetzungen, Unterrichtsmethoden, sozialem Gruppenaspekt und der Motivation der Lehrkräfte.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Bedeutung des praktischen Musizierens im Schulalltag und gibt Ausblicke auf weiteren Forschungsbedarf.
Klassenmusizieren, Arbeitsgemeinschaften, Musikunterricht, Instrumentalpädagogik, Bläserklasse, Orff-Instrumentarium, Musikschule, handlungsorientierter Unterricht, Schülermotivation, Musikpädagogik, Lehrerbefragung, qualitative Forschung, Ensemblearbeit, Didaktik, Musizierpraxis.
Die Arbeit untersucht, wie praktisches instrumentales Musizieren an allgemein bildenden Schulen in den Alltag integriert wird und welche Unterschiede zwischen dem regulären Unterricht und Arbeitsgemeinschaften bestehen.
Zentral sind die historische Einordnung, die musikpädagogischen Konzepte (z.B. Bläserklassen), die Rolle der Lehrkräfte sowie die praktischen Voraussetzungen und sozialen Effekte an den Schulen.
Das Ziel ist es, die "Wirklichkeit" des Musikunterrichts an Schulen zu erfassen, die Haltung der Lehrer gegenüber praktischem Musizieren zu beleuchten und herauszufinden, wie Instrumente als musikpädagogisches Werkzeug genutzt werden.
Der Verfasser nutzt die Methode des qualitativen Interviews, um tiefgehende Einblicke in die Erfahrungen und Meinungen von 16 Musiklehrern zu gewinnen.
Der Hauptteil analysiert die Rahmenbedingungen (Schulvoraussetzungen), die verschiedenen Musizierformen, die verwendeten Lehrmethoden, Disziplinprobleme sowie die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Ansätze.
Die Arbeit ist stark geprägt von Begriffen wie Klassenmusizieren, Instrumentalunterricht, Handlungsorientierung, musikalische Förderung und schulische Kooperationsmodelle.
Während Klassenmusizieren fester Bestandteil des Regelunterrichts ist und oft pädagogische Prozesse in den Vordergrund stellt, sind Arbeitsgemeinschaften meist freiwillige Angebote, die oft produktorientierter und motivierter wahrgenommen werden.
Die befragten Lehrer sehen sich stark in der Rolle des Motivators, wobei die eigene Persönlichkeit und Ausstrahlung als entscheidender Faktor für den Erfolg des Unterrichts angesehen wird.
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