Examensarbeit, 2005
65 Seiten, Note: 1,5
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
Vorwort
1. Einleitung
2. Die „Neue Sachlichkeit“
3. Die Entwicklung von der Kinderliteratur des Kaiserreiches zur Großstadterzählung der Weimarer Republik unter besonderer Berücksichtigung der Jugendschriftenbewegung
3.1 Die Jugendschriftenbewegung
3.2 Schmutz- und Schundliteratur
3.3 Kinderliterarische Großstadtromane der Weimarer Republik unter Einfluss der Neuen Sachlichkeit im Diskurs der Zeit
4. Kindheit im Spiegel der Zeit
4.1 Lebensumstände und Alltag von Kindern in der Weimarer Republik
4.2 Reformpädagogische Einflüsse der Zeit
4.2.1 verschiedene Bewegungen
4.2.2 Die Pädagogik vom Kinde aus
5. Drei kinderliterarische Großstadterzählungen der Neuen Sachlichkeit
5.1 Carl Dantz: „Peter Stoll. Ein Kinderleben“
5.1.1 Inhalt und Allgemeines „Peter Stoll“
5.1.2 Der Autor Carl Dantz
5.1.3 Bezug zur Neuen Sachlichkeit
5.1.4 „Peter Stoll“ im Echo der Zeit
5.2 Wolf Durian: „Kai aus der Kiste“
5.2.1 Inhalt und Allgemeines zu „Kai aus der Kiste“
5.2.2 Der Autor Wolf Durian
5.2.3 Bezug zur Neuen Sachlichkeit
5.2.4 „Kai aus der Kiste“ im Echo der Zeit
5.3 Erich Kästner: „Emil und die Detektive“
5.3.1 Inhalt und Allgemeines zu „Emil und die Detektive“
5.3.2 Der Autor Erich Kästner
5.3.3 Bezug zur Neuen Sachlichkeit
5.3.4 „Emil und die Detektive“ im Echo der Zeit
5.4 Kurzer Vergleich der drei Bücher
6. Kinderliteratur nach 1933
7. Die Großstadterzählungen der Neuen Sachlichkeit aus heutiger Sicht
8. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung der kinderliterarischen Großstadterzählung während der Weimarer Republik im Kontext der "Neuen Sachlichkeit". Ziel ist es, zu analysieren, warum sich der Schauplatz Großstadt als prägnantes Motiv entwickelte, wie sich das neue Kindheitsbild in dieser Literatur widerspiegelt und welche Faktoren für den unterschiedlichen Rezeptionserfolg der Werke bis in die Gegenwart verantwortlich sind.
5.2 Wolf Durian: „Kai aus der Kiste“
„Straßenjungen sind wie Mäuse; sie kennen jedes Loch, jeden Winkel, jeden Hinterhof. Sie rennen in das nächste beste Haus, die Treppe hinauf, klettern aus eine Dachluke auf ein Dach, laufen über das Dach weg und klettern über den Blitzableiter in einen Hof, von da in einen Keller, und auf einmal stehen sie in einer ganz anderen Straße, springen hinten auf ein Auto und sind weg.“
Vorwort: Erläuterung der Intention der Arbeit und der Begrenzung des Fokus auf die Kindheitsrealität der Weimarer Republik.
1. Einleitung: Problemstellung zur Bedeutung der Großstadt als Motiv in der Kinderliteratur der Weimarer Republik.
2. Die „Neue Sachlichkeit“: Definition und Merkmale der literarischen Strömung im Kontext der 1920er Jahre.
3. Die Entwicklung von der Kinderliteratur des Kaiserreiches zur Großstadterzählung der Weimarer Republik unter besonderer Berücksichtigung der Jugendschriftenbewegung: Historische Herleitung des Genres und Einfluss der Jugendschriftenbewegung.
3.1 Die Jugendschriftenbewegung: Darstellung der Ziele und Postulate der Bewegung zur Qualitätssicherung von Jugendliteratur.
3.2 Schmutz- und Schundliteratur: Analyse der trivialen Kinderliteratur, gegen die sich die Jugendschriftenbewegung wandte.
3.3 Kinderliterarische Großstadtromane der Weimarer Republik unter Einfluss der Neuen Sachlichkeit im Diskurs der Zeit: Einordnung der neusachlichen Großstadterzählungen in den zeitgenössischen Diskurs.
4. Kindheit im Spiegel der Zeit: Analyse der gesellschaftlichen Bedingungen und des Kindheitsbildes der 1920er und 1930er Jahre.
4.1 Lebensumstände und Alltag von Kindern in der Weimarer Republik: Untersuchung der Lebenswirklichkeit proletarischer Kinder im Kontext von Urbanisierung und Not.
4.2 Reformpädagogische Einflüsse der Zeit: Darstellung des pädagogischen Aufbruchs und der Erneuerungsbewegungen.
4.2.1 verschiedene Bewegungen: Kurzer Überblick über die wichtigsten Reformbewegungen wie Jugend- und Kunsterziehungsbewegung.
4.2.2 Die Pädagogik vom Kinde aus: Fokus auf das zentrierte Kindeswohl und die Selbstständigkeit in der Pädagogik dieser Zeit.
5. Drei kinderliterarische Großstadterzählungen der Neuen Sachlichkeit: Vorstellung und Kontextualisierung von drei ausgewählten Romanen.
5.1 Carl Dantz: „Peter Stoll. Ein Kinderleben“: Inhaltsangabe und Analyse des Werkes von Carl Dantz.
5.1.1 Inhalt und Allgemeines „Peter Stoll“: Darstellung der Geschichte des Proletarierkindes Peter Stoll.
5.1.2 Der Autor Carl Dantz: Biographischer Hintergrund zum Autor.
5.1.3 Bezug zur Neuen Sachlichkeit: Analyse der stilistischen und inhaltlichen Merkmale bezogen auf die Strömung.
5.1.4 „Peter Stoll“ im Echo der Zeit: Untersuchung der zeitgenössischen Kritik.
5.2 Wolf Durian: „Kai aus der Kiste“: Inhaltsangabe und Analyse des Werkes von Wolf Durian.
5.2.1 Inhalt und Allgemeines zu „Kai aus der Kiste“: Zusammenfassung der Erzählung über die Kinderbande.
5.2.2 Der Autor Wolf Durian: Biographischer Hintergrund zum Autor.
5.2.3 Bezug zur Neuen Sachlichkeit: Analyse der neusachlichen Elemente im Werk.
5.2.4 „Kai aus der Kiste“ im Echo der Zeit: Untersuchung der zeitgenössischen Kritik.
5.3 Erich Kästner: „Emil und die Detektive“: Inhaltsangabe und Analyse des Kinderbuchklassikers.
5.3.1 Inhalt und Allgemeines zu „Emil und die Detektive“: Zusammenfassung der Geschichte und der pädagogischen Absichten.
5.3.2 Der Autor Erich Kästner: Biographischer Hintergrund zum Autor.
5.3.3 Bezug zur Neuen Sachlichkeit: Analyse der neusachlichen Elemente im Werk.
5.3.4 „Emil und die Detektive“ im Echo der Zeit: Untersuchung der zeitgenössischen Kritik.
5.4 Kurzer Vergleich der drei Bücher: Synoptische Gegenüberstellung der untersuchten Erzählungen.
6. Kinderliteratur nach 1933: Darstellung der Zäsur durch das NS-Regime und die Verdrängung der neusachlichen Kinderliteratur.
7. Die Großstadterzählungen der Neuen Sachlichkeit aus heutiger Sicht: Reflexion über den Bekanntheitsverlust dieser Literatur und die Sonderrolle Kästners.
8. Schlussbetrachtung: Fazit zur Bedeutung und dem Schicksal der Großstadterzählungen der Weimarer Republik.
Neue Sachlichkeit, Kinderliteratur, Weimarer Republik, Großstadt, Kindheit, Jugendschriftenbewegung, Reformpädagogik, Realismus, Urbanisierung, Proletariat, Erich Kästner, Carl Dantz, Wolf Durian, Pädagogik vom Kinde aus, Zeitroman.
Die Hausarbeit untersucht die Kinderbücher der Neuen Sachlichkeit während der Weimarer Republik und setzt diese in den Kontext der damaligen Lebensrealität von Kindern und reformpädagogischen Strömungen.
Zu den zentralen Themen gehören die Großstadt als neuer Schauplatz in der Kinderliteratur, der Einfluss der Jugendschriftenbewegung, die veränderte Kindheitswahrnehmung sowie die politisch-soziale Lage der Weimarer Zeit.
Ziel ist die Klärung, warum die Großstadterzählung als Motiv in der Weimarer Republik so dominant wurde und warum heute – mit Ausnahme von Erich Kästner – kaum noch Werke aus dieser Strömung in Kinderregalen zu finden sind.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die historische, pädagogische und soziologische Kontexte einbezieht, um die untersuchten Kinderromane als Phänomene ihrer Zeit zu erklären.
Der Hauptteil widmet sich der Definition der Neuen Sachlichkeit, den Kindheitsumständen in der Weimarer Republik, der Reformpädagogik sowie der detaillierten Analyse von drei exemplarischen Werken: Dantz' "Peter Stoll", Durians "Kai aus der Kiste" und Kästners "Emil und die Detektive".
Die Untersuchung wird durch Begriffe wie Neue Sachlichkeit, Großstadt, Weimarer Republik, Kindheitsbild und pädagogischer Enthusiasmus maßgeblich charakterisiert.
Während Dantz ein dokumentarisches Bild proletarischer Kindheit zeichnet, entwirft Durian eine utopische Abenteuergeschichte über eine geschickte Kinderbande, und Kästner integriert Moralvorstellungen in eine Kriminalgeschichte, die die Selbstverantwortung der Kinder betont.
Die zeitgenössische Kritik, insbesondere die "Jugendschriften-Warte", stand den Werken gespalten gegenüber. Während der Realitätsbezug oft gelobt wurde, gab es Vorbehalte gegen die impliziten politischen Tendenzen oder das als lebensfremd empfundene Verhalten der Kinder.
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