Diplomarbeit, 2006
91 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Notwendigkeit und Möglichkeiten der Kulturförderung in Deutschland
2.1 Kultur: eine Begriffsbestimmung
2.2 Kulturförderung: eine Begriffsbestimmung
2.3 Notwendigkeit der Kulturförderung in Deutschland
2.4 Möglichkeiten der Kulturförderung in Deutschland
2.4.1 Durch den Staat
2.4.2 Durch privates Mäzenatentum
2.4.3 Durch die Wirtschaft
2.5 Zwischenergebnis
3 Unternehmensnahe Kulturstiftungen
3.1 Motive kulturellen Engagements durch Unternehmen
3.1.1 Gesellschaftsorientierung in der Unternehmensführung
3.2 Die Stiftung
3.2.1 Die Institution der Stiftung
3.2.2 Geschichtliche Einordnung
3.2.3 Zur Bedeutung von Stiftungen
3.2.4 Zur Funktion von Stiftungen
3.3 Die Unternehmensnahe Stiftung: eine Begriffsbestimmung
3.4 Chancen der Kulturförderung durch unternehmensnahe Kulturstiftungen
3.4.1 Für das Unternehmen
3.4.2 Für den Kultursektor
3.4.3 Für die Gesellschaft
3.5 Probleme und Grenzen der Kulturförderung durch unternehmensnahe Kulturstiftungen
3.5.1 Für das Unternehmen und die Stiftung
3.5.2 Für den Kultursektor
3.5.3 Für die Gesellschaft
3.6 Die unternehmensnahe Kulturstiftung: Ein Beispiel aus der Praxis
3.6.1 Die Deutsche Bank Stiftung
3.7 Kultur versus Wirtschaft? Zur aktuellen Entwicklung der Stiftungslandschaft
4 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die profitorientierte Wirtschaft durch die Gründung unternehmensnaher Stiftungen einen nachhaltigen, gemeinwohlorientierten Beitrag zur Kulturförderung in Deutschland leisten kann, ohne dabei die Freiheit der Kunst zu gefährden.
Die Institution der Stiftung
Die Gründung einer Stiftung bedarf der Genehmigung einer öffentlichen Aufsichtsbehörde, welche sie als gemeinnützige Institution anerkennen muss. Dafür muss sie im Rahmen eines Stiftungsgeschäfts den förmlichen Willen bekunden, gemeinnützig zu einem konkreten Zweck über ein genau definiertes Vermögen wirken zu wollen. Aus diesen Vermögenserträgen kann ihre Arbeit Jahr für Jahr finanziert werden. Da das in die Stiftung eingehende Vermögen für den Stifter nach der Gründung nicht mehr reprivatisierbar ist, kann der Aspekt der Nachhaltigkeit erfüllt werden. Denn auf Dauer zur Verfügung gestelltes Geld bietet die Möglichkeit der beständigen Förderung. An ihren Gründungsauftrag bleiben Stiftungen während ihrer gesamten Lebensdauer gebunden, was sie in dem durch Rechtssicherheit und Bestandswahrung gekennzeichneten demokratischen Staat verankert. Als rechtsfähige Personen können sie zudem unabhängig von äußeren Einflüssen ihrem Stiftungsgeschäft nachgehen. Demnach hat Wiedemeier recht, indem er sagt: „Die Stiftung ist das ideale Instrument, um sich ohne zeitliche Limitierung gemeinnützig zu engagieren.“
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die traditionelle staatliche Rolle in der deutschen Kulturfinanzierung und führt in die Fragestellung ein, inwieweit unternehmensnahe Stiftungen als nachhaltige Alternative oder Ergänzung dienen können.
2 Notwendigkeit und Möglichkeiten der Kulturförderung in Deutschland: Dieses Kapitel definiert grundlegende Begriffe wie Kultur und Kulturförderung und analysiert die drei Säulen der Finanzierung durch Staat, Bürger und Wirtschaft vor dem Hintergrund leerer öffentlicher Kassen.
3 Unternehmensnahe Kulturstiftungen: Das Hauptkapitel untersucht die Motive unternehmerischen Engagements, analysiert die Stiftung als spezifische Organisationsform und bewertet kritisch die Chancen und Probleme dieser Förderpraxis anhand von Beispielen wie der Deutschen Bank Stiftung.
4 Ausblick: Der Ausblick fasst die Ergebnisse zusammen und prognostiziert eine zunehmende Professionalisierung sowie eine wachsende Bedeutung unternehmensnaher Stiftungen als Bindeglied zwischen Privatwirtschaft und Gemeinwohl.
Kulturförderung, Unternehmensstiftung, Kultursponsoring, Corporate Citizenship, Gemeinnützigkeit, Kulturfinanzierung, Deutsche Bank Stiftung, Unternehmensethik, Nachhaltigkeit, Stiftungsrecht, Mittelstandsengagement, Kunstförderung, Mäzenatentum, Nonprofit-Sektor, Bildungsauftrag
Die Arbeit untersucht, ob Unternehmen durch die Gründung eigener, rechtlich unabhängiger Stiftungen einen nachhaltigen Beitrag zur Kulturförderung leisten können, um staatliche Defizite auszugleichen.
Im Zentrum stehen die Begriffsdefinitionen von Kultur und Förderung, die Motive unternehmerischen Kulturengagements, die Funktionsweise von Stiftungen sowie eine kritische Abwägung von Chancen und Risiken dieses Modells.
Die Forschungsfrage lautet, ob die Wirtschaft durch unternehmensnahe Stiftungen die Freiheit der Kunst wahren und gleichzeitig einen nachhaltigen, gemeinwohlorientierten Beitrag zur deutschen Kulturlandschaft leisten kann.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, wertet offizielle ifo-Studien sowie weitere Fachpublikationen aus und bezieht ihre persönlichen Erfahrungen aus einem Praktikum bei der Deutschen Bank Stiftung ein.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Motive der Unternehmen (z.B. Imagepflege, Mitarbeitermotivation), die rechtlichen Rahmenbedingungen der Stiftungsgründung und die spezifischen Chancen und Probleme aus Sicht von Unternehmen, Kultursektor und Gesellschaft.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen unternehmensnahe Kulturstiftung, Corporate Citizenship, Gemeinnützigkeit, Kulturfinanzierung und die Abgrenzung zum klassischen Kultursponsoring.
Eine Unternehmensstiftung dient oft primär der Sicherung des Fortbestands eines Unternehmens und ist meist nicht gemeinnützig. Im Gegensatz dazu sind die hier betrachteten unternehmensnahen Stiftungen rechtlich unabhängige, gemeinnützige Institutionen, die dem "Corporate Citizenship"-Gedanken folgen.
Die Deutsche Bank Stiftung dient als zentrales Praxisbeispiel, um die theoretischen Erkenntnisse – insbesondere den Education-Aspekt und die operative Projektarbeit – an einem konkreten Fall zu verdeutlichen.
Die Autorin begegnet der Kritik, dass wirtschaftliches Engagement die Kunst kommerzialisiere, mit dem Argument, dass professionell organisierte Stiftungen durch ihre rechtliche Unabhängigkeit und den Fokus auf den "Education-Aspekt" sehr wohl eine neutrale und langfristige Förderung leisten können.
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