Diplomarbeit, 2004
156 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Zentrale Fragestellung der vorliegenden Arbeit
2 Theorie: Stand der Forschung
2.1 Definition relevanter Begriffe
2.2 Theorien über den Einfluss variierender Ausländeranteile auf Fremdenfeindlichkeit und Herleitung der zentralen Hypothese
2.3 Empirische Befunde zu Einflussfaktoren auf Fremdenfeindlichkeit und Herleitung der weiteren Hypothesen
2.3.1 Einflussgrößen der Demographie
2.3.1.1 Region (West- beziehungsweise Ostdeutschland)
2.3.1.2 Gemeindetyp
2.3.1.3 Geschlecht
2.3.1.4 Alter
2.3.1.5 Bildungskontext
2.3.1.5.1 Schulausbildung
2.3.1.5.2 Berufsausbildung
2.3.2 Einflussgrößen der Desintegration
2.3.3 Politische Einflussgrößen
2.3.4 Einfluss der Persönlichkeit
2.3.5 Einfluss des Intergruppenkontakts
2.3.6 Der gemeinsame Einfluss diverser Drittvariablen auf Fremdenfeindlichkeit
3 Methode
3.1 Hintergrund des GMF-Survey und Untersuchungsanlass
3.2 Stichprobengenerierung
3.3 Stichprobengewichtung
3.4 Zeitlicher Rahmen und Durchführung der Interviews
3.5 Fragebogendesign
3.6 Beschreibung der Messinstrumente
3.6.1 Kriterium: Fremdenfeindliche Einstellungen
3.6.2 Hauptprädiktor: Ausländeranteil im Landkreis
3.6.3 Potentiell verzerrende Drittvariablen
3.6.3.1 Kategorie Demographie
3.6.3.1.1 Drittvariable Region
3.6.3.1.2 Drittvariable Gemeindetyp
3.6.3.1.3 Drittvariable Alter
3.6.3.1.4 Drittvariable Bildung
3.6.3.2 Kategorie Desintegration
3.6.3.2.1 Drittvariablen Relative Deprivation und Wirtschaftliche Desintegration
3.6.3.2.2 Drittvariable Politisch-gesellschaftliches Machtlosigkeitsempfinden
3.6.3.2.3 Drittvariablen Soziale Isolation und Generelle sozial-emotionale Desintegration
3.6.3.3 Kategorie politische Korrelate
3.6.3.3.1 Drittvariable Politische Einstellung
3.6.3.3.2 Drittvariablen des Nationalgefühls
3.6.3.3.3 Drittvariablen des Nationalstolzes
3.6.3.4 Kategorie Persönlichkeit
3.6.3.5 Kategorie Intergruppenkontakt
3.6.3.5.1 Drittvariable Möglicher Intergruppenkontakt
3.6.3.5.2 Drittvariable Tatsächlicher Intergruppenkontakt
3.7 Methodisches Vorgehen
4 Ergebnisse
4.1 Beschreibung der Stichproben
4.1.1 Gewichtete Gesamtstichprobe
4.1.2 Gewichtete Stichprobe A
4.1.3 Gewichtete Stichprobe B
4.1.4 Stichprobenverteilungen hinsichtlich demographischer Merkmale
4.2 Statistische Kennwerte und interne Konsistenzen der Messinstrumente
4.2.1 Statistische Kennwerte des Kriteriums Fremdenfeindliche Einstellungen
4.2.2 Statistische Kennwerte des Hauptprädiktors Ausländeranteil im Landkreis
4.2.3 Statistische Kennwerte der Variablen der Demographie
4.2.4 Statistische Kennwerte der Variablen der Desintegration
4.2.4.1 Relative Deprivation
4.2.4.2 Wirtschaftliche Desintegration
4.2.4.3 Politisch-gesellschaftliches Machtlosigkeitsempfinden
4.2.4.4 Soziale Isolation
4.2.4.5 Generelle sozial-emotionale Desintegration
4.2.5 Statistische Kennwerte der Variablen der Politik
4.2.5.1 Politische Einstellung
4.2.5.2 Nationalgefühl
4.2.5.3 Nationalstolz
4.2.6 Statistische Kennwerte der Persönlichkeitsvariable (Autoritarismus)
4.2.7 Statistische Kennwerte der Variablen des Intergruppenkontakts
4.2.7.1 Möglicher Intergruppenkontakt
4.2.7.2 Tatsächlicher Intergruppenkontakt
4.3 Überprüfung der Hypothesen
4.3.1 Prüfung auf Linearität des fokussierten Zusammenhangs
4.3.2 Zusammenhang zwischen Hauptprädiktor und Kriterium
4.3.3 Einfluss des Hauptprädiktors auf das Kriterium unter Berücksichtigung von Drittvariablen
4.3.3.1 Einfluss des Hauptprädiktors auf das Kriterium unter separater Berücksichtigung demographischer Drittvariablen
4.3.3.2 Einfluss des Hauptprädiktors auf das Kriterium unter separater Berücksichtigung desintegrativer Aspekte
4.3.3.3 Einfluss des Hauptprädiktors auf das Kriterium unter separater Berücksichtigung politischer Korrelate
4.3.3.4 Einfluss des Hauptprädiktors auf das Kriterium unter der Berücksichtigung von Persönlichkeit (Autoritarismus)
4.3.3.5 Einfluss des Hauptprädiktors auf das Kriterium unter separater Berücksichtigung von Intergruppenkontakt-Indikatoren
4.3.4 Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse
4.3.5 Einfluss des Hauptprädiktors auf das Kriterium unter simultaner Berücksichtigung aller beziehungsweise einer Auswahl an Drittvariablen
4.4 Testung auf Unterschiede zwischen den Teilstichproben
4.5 Ergebnisse der Mehrebenenanalysen
4.6 Zusammenfassender Überblick aller bisher dargestellten Ergebnisse
5 Diskussion
5.1 Kritische Betrachtung der Befunde
5.2 Zu den Hypothesen
5.2.1 Hypothese 1. Zum erwarteten negativen Zusammenhang zwischen Ausländeranteil im Landkreis und fremdenfeindlichen Einstellungen
5.2.2 Hypothese 2. Zum Einfluss der demographischen Drittvariablen auf den fokussierten Zusammenhang
5.2.3 Hypothese 3. Zum Einfluss desintegrativer Aspekte auf den fokussierten Zusammenhang
5.2.4 Hypothese 4. Zum Einfluss politischer Korrelate auf den fokussierten Zusammenhang
5.2.5 Hypothese 5. Zum Einfluss der Persönlichkeit auf den fokussierten Zusammenhang
5.2.6 Hypothese 6. Zum Einfluss von Intergruppenkontakt auf den fokussierten Zusammenhang
5.2.7 Hypothese 7. Zum gemeinsamen Einfluss aller beziehungsweise einer Auswahl an Drittvariablen auf den fokussierten Zusammenhang
5.3 Einschränkungen der Untersuchung und Ausblick
6 Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem objektiven Ausländeranteil in deutschen Landkreisen und fremdenfeindlichen Einstellungen der Bevölkerung, basierend auf den Daten des GMF-Surveys 2002. Ziel ist es zu prüfen, ob dieser statistische Zusammenhang durch Drittvariablen beeinflusst wird oder ob es sich möglicherweise um ein Artefakt handelt.
Theorien über den Einfluss variierender Ausländeranteile auf Fremdenfeindlichkeit und Herleitung der zentralen Hypothese
In diesem Abschnitt werden insgesamt fünf Theorien beziehungsweise Sichtweisen umrissen, die sich mit der Thematik des Einflusses variierender Ausländeranteile auf ethnische Vorurteile beschäftigt haben.
Einer der ältesten Ansätze geht auf Moreno (1934) zurück, dessen Schülerin Criswell (1942) die bekannte, jedoch nur selten überprüfte „Saturation-Point-Hypothese“ konzeptuell formulierte. Diese geht von der Annahme aus, dass eine Mehrheit einen kleinen Anteil einer Minderheit problemlos assimiliert, die Überschreitung bestimmter Sättigungsschranken dagegen zu einer konflikthaften Spaltung der Gesamtgruppe führt. In Bezug auf den Zusammenhang zwischen der relativen Größe einer Fremdgruppe und ethnischen Vorurteilen würde dieser Ansatz demnach folgern: „Je höher der objektive Ausländeranteil, desto größer ist die Gefahr, die obere Sättigungsschranke zu überschreiten und – aufgrund der konflikthaften Spaltung – desto größer ist die Gefahr des Ansteigens fremdenfeindlicher Einstellungen.“
Wie bereits veranschaulicht, hält sich die Kernaussage des zumindest ab einem gewissen Punkt „zu vollen Bootes“ dieser Hypothese beharrlich (siehe dazu auch Taylor, 1998, 2000; Quillian, 1996; Fossett und Kiecolt, 1989).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Fremdenfeindlichkeit im Zusammenhang mit dem Ausländeranteil ein und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Theorie: Stand der Forschung: Dieses Kapitel umreißt bestehende Theorien zum Einfluss von Ausländeranteilen auf ethnische Vorurteile und identifiziert potenzielle Drittvariablen für die Analyse.
3 Methode: Hier werden die Datengrundlage des GMF-Survey 2002, die Stichprobengenerierung, die Messinstrumente sowie das statistische Vorgehen (Regressionsanalysen und Mehrebenenanalysen) detailliert beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Stichprobenbeschreibungen sowie die Ergebnisse der bivariaten und multiplen Regressionsanalysen zur Hypothesenprüfung.
5 Diskussion: Die Diskussion reflektiert die Ergebnisse kritisch, bewertet die Hypothesen und thematisiert Einschränkungen der Untersuchung sowie Ausblicke für die zukünftige Forschung.
6 Literatur: Umfassendes Verzeichnis der in der Diplomarbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Fremdenfeindlichkeit, Ausländeranteil, GMF-Survey, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Ethnische Vorurteile, Desintegration, Intergruppenkontakt, Autoritarismus, Mehrebenenanalyse, Politische Einstellung, Nationalgefühl, Nationalstolz, Deutschland, Sozialwissenschaftliche Forschung, Regressionsanalyse.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Ausländeranteil in deutschen Landkreisen und der Ausprägung fremdenfeindlicher Einstellungen in der Bevölkerung.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Einflussfaktoren wie Demografie, soziale Desintegration, politische Einstellungen, Persönlichkeitsmerkmale (Autoritarismus) und der Bedeutung von Intergruppenkontakt.
Ziel ist es zu bestimmen, ob der Ausländeranteil einen direkten Einfluss auf fremdenfeindliche Einstellungen hat oder ob dieser Zusammenhang durch andere Variablen (Drittvariableneffekte) erklärt oder als Artefakt entlarvt werden kann.
Die Arbeit nutzt Daten der GMF-Survey-Umfrage (2002) und führt statistische Analysen durch, insbesondere bivariate und multiple Regressionen sowie Mehrebenenanalysen, um die hierarchische Struktur der Daten zu berücksichtigen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine methodische Beschreibung der Datenerhebung und Variablenkonstruktion, eine umfangreiche Ergebnisdarstellung sowie eine kritische Diskussion der Befunde.
Wichtige Begriffe sind Fremdenfeindlichkeit, Ausländeranteil, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Desintegration, Autoritarismus und Intergruppenkontakt.
Da sich die Regionen in Bezug auf den Ausländeranteil und die Ausprägung von Vorurteilen signifikant unterscheiden, wurden die Analysen getrennt für diese Gruppen durchgeführt, um regional spezifische Einflüsse zu berücksichtigen.
Die Analyse zeigt, dass Schulbildung einen starken Einfluss auf den Zusammenhang zwischen Ausländeranteil und Fremdenfeindlichkeit hat; oft verschwindet die Signifikanz des Ausländeranteils, sobald der Bildungsstatus als Drittvariable einbezogen wird.
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