Masterarbeit, 2004
113 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Das „know-how“ für die Berufswelt des dritten Jahrtausends
1.1 Stellenanzeigen: Nach wem wird gesucht?
1.2 Begründungszusammenhänge für Schlüsselqualifikationen
1.3 Begriffsbestimmung und Stellenwert
1.4 Versuch einer Einteilung von Schlüsselqualifikationen
1.5 Didaktische Grundsätze der Implementierung
1.6 Zusammenfassung und Folgerung
2. Die Weichenstellung für ein lebenslanges Lernen
2.1 Allgemeine Definition und Begründung von Lernerautonomie
2.1.1 Pädagogische Perspektive
2.1.2 Die kognitive Lerntheorie
2.1.3 Die konstruktivistische Theorie
2.1.4 Konkrete Definition
2.2 Autonomes Lernen und Schlüsselqualifikationen
2.3 Notwendige Rahmenbedingungen für autonomes Lernen
2.3.1 Veränderung von Schüler- und Lehrerrolle
2.3.2 Vom lehrerzentrierten zum schülerzentrierten Unterricht
2.3.3 Kannbeschreibungen
2.4 Bewusstmachung
2.4.1 Subjektives Wissen
2.4.2 Lernstrategien und -techniken
2.4.3 Lernstile
2.5 Von der Fremd- zur Selbststeuerung: Stufen zur Autonomie
2.6 Zusammenfassung und Folgerung
3. Ein Warming-up für Manager hochkomplexer Lernprozesse
3.1 Bestimmungsort Mexiko
3.1.1 Beschreibung der mexikanischen Zielgruppe
3.1.2 Eine empirische Studie
3.1.2.1 Beschreibung der Studie
3.1.2.2 Auswertung der Studie
3.1.3 Folgerungen für eine didaktisch-methodische Kontinuität
3.2 Das geeignete Lehrwerk
3.2.1 Ein Rückblick auf autonomiefördernde Lehrwerke
3.2.2 Aufbau von Tangram
3.2.3 Die methodische Vermittlung laut Lehrerhandbuch
3.2.4 Resümee
3.3 Aufbau von Lernerautonomie mit dem gewählten Lehrwerk
3.3.1 Generelle Planung
3.3.2 „Transparenz“: Die Lerner lernen sich besser kennen
3.3.3 Selbständiges Arbeiten mit dem Lehrwerk
3.3.4 Bewusstmachung der Sprachlernziele
3.3.5 Zwischenspiel: Eine Reflektion am Ende des Halbbandes
3.4 Jenseits des Lehrwerks
3.5 Schlüsselqualifikationen und Fremdsprachenunterricht
Die Arbeit untersucht die Integration von Schlüsselqualifikationen in den Fremdsprachenunterricht für mexikanische Lerner, mit dem Ziel, durch autonomiefördernde Unterrichtsprinzipien die Selbststeuerung der Lernenden zu stärken und sie auf die Anforderungen einer modernen Arbeitswelt vorzubereiten.
1.1 STELLENANZEIGEN: NACH WEM WIRD GESUCHT?
Beim Einstieg in das moderne Berufsleben reichen Fachkenntnisse und gute Noten schon lange nicht mehr aus. Zu einem einträglichen Mitarbeiter gehören mehr als nur fachliche Qualitäten: Er muss zusätzlich über- und außerfachliche Qualifikationen aufweisen können. In Stellenausschreibungen werden von potentiellen Bewerbern diese besagten Schlüsselqualifikationen oder soft skills verlangt, denn sobald es um Personalentscheidungen geht, spielen sie längst eine zentrale Rolle, sowohl bei der Einstellung als auch beim beruflichen Aufstieg. Dies bedeutet, dass heute schon von Hochschulabsolventen ein breites Spektrum an Schlüsselqualifikationen erwartet wird.
Nach der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände sollen die Qualifikationen eines idealen Hochschulabsolventen aus 49% Schlüsselqualifikationen und aus 51% fachlichen Qualifikationen bestehen (vgl. Honolka 2003: 4). Diesbezüglich wurden am 22./23. Juli 2000 (DEKRA 2000) in zwölf Tageszeitungen 12.645 Stellenangebote hinsichtlich der fachübergreifenden Anforderungen analysiert und ausgewertet. Die 106 gefundenen Begriffe für Schlüsselqualifikationen ergaben die folgenden Top Ten.
Wie aus der Tabelle ersichtlich ist, steht Teamfähigkeit an erster Stelle der Schlüsselqualifikationen, die nur mit geringem Abstand von Englisch als internationaler Wirtschaftssprache gefolgt wird. Danach wird die Begrifflichkeit immer unklarer, denn allgemeine Berufserfahrung, Kunden- und dienstleistungsorientiertes Handeln und Eigenmotivation etc. sind keine Qualifikationen und können deshalb von Hochschulabsolventen nicht erwartet werden. Ist der Begriff Schlüsselqualifikationen also überhaupt fassbar? Die Bundesanstalt für Arbeit teilte mit, dass mittlerweile über 600 verschiedene Definitionen im Umlauf sein sollen, für das was unter Schlüsselqualifikationen verstanden wird (vgl. uni 2003/5: 22). Das verdeutlicht einerseits die wachsende Relevanz des Begriffs und veranlasst deshalb immer mehr Berufszweige ihre eigenen Definitionen und Einteilungen für Schlüsselqualifikationen vorzunehmen, aber andererseits wird der Begriff immer mehr zu einem „großen Omnibus“ (Beck 1993: 22), in dem nahezu alles Platz hat.
1. Das „know-how“ für die Berufswelt des dritten Jahrtausends: Analysiert den Wandel in der Arbeitswelt hin zu mehr Eigenverantwortung und identifiziert Schlüsselqualifikationen als notwendige Kompetenzen, die über Fachwissen hinausgehen.
2. Die Weichenstellung für ein lebenslanges Lernen: Erläutert das Konzept der Lernerautonomie als pädagogische Grundlage, um Lernende zur Selbststeuerung und aktiven Verantwortungsübernahme für ihre Lernprozesse zu befähigen.
3. Ein Warming-up für Manager hochkomplexer Lernprozesse: Untersucht die Anwendbarkeit der Lernerautonomie im spezifischen Kontext der mexikanischen Lerntradition und entwickelt konkrete didaktische Ansätze zur Adaption des Lehrwerks Tangram.
Schlüsselqualifikationen, Lernerautonomie, Fremdsprachenunterricht, DaF, Mexiko, Selbststeuerung, lebenslanges Lernen, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz, Persönlichkeitsentwicklung, Tangram, Bedürfnisanalyse, Lernstrategien, Reflexionsfähigkeit, Arbeitstechniken.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen durch einen autonomiefördernden Unterricht im Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF), speziell für die Zielgruppe mexikanischer Lernender.
Zentrale Themen sind der Wandel der Anforderungen in der Arbeitswelt, die theoretischen Konzepte von Lernerautonomie und konstruktivistischem Lernen sowie deren praktische Umsetzung im Unterricht.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Lernende im Fremdsprachenunterricht dazu angeleitet werden können, Eigenverantwortung für ihr Lernen zu übernehmen, um so überfachliche Kompetenzen (Schlüsselqualifikationen) zu erwerben.
Der Autor führt eine qualitative empirische Studie in einer Sprachschule in Mexiko durch, um das subjektive Wissen, die Lernmotive und die Strategien der Lernenden zu analysieren und darauf basierend didaktische Empfehlungen abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Schlüsselqualifikationen und Autonomie, eine kritische Analyse des Lehrwerks Tangram und die Erarbeitung von Strategien zur Öffnung dieses Lehrwerks für autonomiefördernde Unterrichtseinheiten.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Lernerautonomie, Schlüsselqualifikationen, Eigenverantwortung, Metakognition, Lernstrategien und interkulturelle Didaktik geprägt.
Im Gegensatz zum reinen Autodidaktismus, bei dem der Lernende völlig isoliert lernt, impliziert autonomes Lernen im schulischen Kontext die Unterstützung durch einen Lernberater (Lehrkraft), der den Lernenden befähigt, seinen Lernprozess kritisch zu reflektieren.
Das Lehrwerk Tangram dient als Fallbeispiel. Der Autor kritisiert, dass es in seiner Standardform lehrerzentriert ist, zeigt aber auf, wie es durch den Einsatz zweisprachiger Materialien und gezielte Reflexionsaufgaben zu einem Instrument für autonomes Lernen umgestaltet werden kann.
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