Diplomarbeit, 2006
47 Seiten, Note: cum laude
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Persönlicher Bezug
1.3 Zielsetzung
1.4 Hinweise auf das Vorgehen
2. Die Theorie Adler’s in Verbindung mit der durch die leichte geistige Behinderung tendenziell isolierten Familie
2.1 Adlers Menschenbild und wichtigste Konzepte
3. Fokus: Organminderwertigkeit, Minderwertigkeitsgefühl, Kompensation und Gemeinschaftsgefühl
3.1 Organminderwertigkeit
3.1.1 ‚Geistige Behinderung’
3.1.2 Mögliche Auswirkungen auf die Familie
3.2 Minderwertigkeitsgefühl
3.2.1 Innerfamiliäre Belastungsfaktoren
3.2.2 Gesellschafliche Belastungsfaktoren
3.2.3 Auswirkungen auf die Familie
3.3. Kompensation
3.3.1 Kompensatorische Ausformungen in der Familie
3.4. Gemeinschaftsgefühl
3.4.1 Gemeinschaftsgefühl in der Familie
3.4.2 Wege zu mehr Gemeinschaftsgefühl in der Gesellschaft
4. Frankl’s Logotherapie als ergänzender theoretischer Ansatz
4.1 Zusammenfassung einiger ausgewählter Konzepte
4.1.1 Wie kann die Sinnfrage weiterhelfen?
5. Persönliche Sichtweise und Schlüsse
5.1 Bezugnahme zur Zielformulierung
5.2 Grenzen der Arbeit
5.3 Reflexion
5.4 Persönliche Schlüsse
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die Konzepte der Individualpsychologie nach Alfred Adler in Bezug zur spezifischen Lebenssituation von Familien mit einem Kind mit einer (leichten) geistigen Behinderung zu setzen. Dabei wird untersucht, wie familiäre und gesellschaftliche Belastungsfaktoren verarbeitet werden können und welche Rolle die Konzepte der Organminderwertigkeit, des Minderwertigkeitsgefühls, der Kompensation und des Gemeinschaftsgefühls dabei spielen. Ergänzend wird die Logotherapie von Viktor Frankl als weiterführende Perspektive zur Sinnfindung in schwierigen Lebenslagen integriert.
3.1.1 ‚Geistige Behinderung’
In den 50 er Jahren des letzten Jahrhunderts sind noch Bezeichnungen wie ‚Schwachsinn’, ‚Blödsinn’, ‚Idiotie’ üblich. 1958 wird von der Elternvereinigung Lebenshilfe in Anlehnung an den amerikanischen Ausdruck ‚mental handicap’ die Bezeichnung ‚geistige Behinderung’ gewählt. Im Sinne eines solidarischeren Menschenbildes wird im Laufe der Zeit der Mensch in den Vordergrund, die Behinderung in den Hintergrund gerückt. Man beginnt von ‚Menschen mit einer geistigen Behinderung’ zu sprechen.
Die Bezeichnung ‚geistige Behinderung’ ist in zweierlei Hinsicht unbefriedigend. ‚Geistig’ legt den Schluss auf eine rein intellektuelle Schädigung nah und lässt die vielfältige Beeinträchtigung der ganzen Persönlichkeit kaum erkennen. Der Ausdruck ‚Behinderung’ kann ebenfalls als schwammig empfunden werden, denn er ist nur im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Normen und Werten denkbar. Deshalb setzen sich einige Fachleute dafür ein, ganz auf ein Label zu verzichten. Dieses ‚Nicht Nennen’ führt zu weiteren Verständigungsproblemen und ist ausserdem in den Augen von Schmid ein gesellschaftliches Armutszeugnis.
1. Einleitung: Die Autorin legt ihre persönliche Motivation sowie den familiären Hintergrund dar und definiert das Ziel der Arbeit im Kontext der Individualpsychologie.
2. Die Theorie Adler’s in Verbindung mit der durch die leichte geistige Behinderung tendenziell isolierten Familie: Einführung in das Menschenbild Alfred Adlers und die Übertragung der Konzepte auf die spezifische Lebenssituation behinderter Menschen.
3. Fokus: Organminderwertigkeit, Minderwertigkeitsgefühl, Kompensation und Gemeinschaftsgefühl: Detaillierte Analyse dieser vier Kernkonzepte Adlers in Anwendung auf die Belastungen und Bewältigungsprozesse von betroffenen Familien.
4. Frankl’s Logotherapie als ergänzender theoretischer Ansatz: Darstellung der Konzepte von Viktor Frankl als Ergänzung, insbesondere der Fokus auf die Sinnfrage und die Haltung in unvermeidbaren Lebenssituationen.
5. Persönliche Sichtweise und Schlüsse: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse, kritische Würdigung der Grenzen der Arbeit und abschließendes Plädoyer für eine entwicklungs- und sinnorientierte Haltung.
Individualpsychologie, Geistige Behinderung, Minderwertigkeitsgefühl, Kompensation, Gemeinschaftsgefühl, Logotherapie, Viktor Frankl, Familie, Erziehung, Behinderung, Stressbewältigung, Lebensqualität, Sinnfindung, Integration, Selbstwertgefühl
Die Arbeit untersucht, wie die Theorien der Individualpsychologie nach Adler und der Logotherapie nach Frankl Familien helfen können, die ein Kind mit einer leichten geistigen Behinderung begleiten.
Zentrale Themen sind die Überwindung von Minderwertigkeitsgefühlen, die verschiedenen Formen der Kompensation, die Förderung des Gemeinschaftsgefühls sowie die Suche nach Sinn trotz einer herausfordernden Lebenssituation.
Das Ziel ist es, den Nutzen der genannten psychologischen Theorien für die Beratung und das Selbstverständnis von betroffenen Familien aufzuzeigen und Strategien für ein gesundes familiäres Gleichgewicht zu identifizieren.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Verknüpfung der Konzepte von Alfred Adler und Viktor Frankl, ergänzt durch die beruflichen und persönlichen Erfahrungen der Autorin.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Organminderwertigkeit, psychologischen Minderwertigkeitsgefühlen, der familiären Dynamik sowie gesellschaftlichen Aspekten wie Schule und Sexualität.
Individualpsychologie, Gemeinschaftsgefühl, Logotherapie, Sinnfindung, familiäre Bewältigung und Geistige Behinderung sind die zentralen Pfeiler.
Die Autorin erläutert, dass der Begriff sowohl intellektuell verkürzt als auch von gesellschaftlichen Normen abhängig ist, wenngleich er derzeit noch besser als ein gänzlicher Verzicht auf eine Bezeichnung ist.
Es beschreibt die Fähigkeit des Menschen, trotz schwieriger biologischer oder sozialer Bedingungen einen inneren Freiraum für eine bewusste, wertorientierte Haltung zu erschließen.
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