Diplomarbeit, 2005
108 Seiten, Note: 1,2
Einleitung:
Eine Botschaft an die Welt
Bali
Der Welt größte Industrie
Die vorliegende Arbeit
Erstes Kapitel: Die Entstehung des Paradieses
Die Konstruktion des Bali –Images
Bali, das Touristenparadies – Imagekonstruktion in der Tourismusbranche
Geschichte einer kulturellen Begegnung und die Interaktion globaler und lokaler Netzwerke
Balis historische Entwicklung zum „Paradies“
Erste Begegnungen
Die Geburt eines Mythos
Bali, „kulturelle Spitze“ der Nation
„Mutter Bali“
„Schaufenster“ der Republik
„Provinz des Friedens“
Zweites Kapitel: Was es bedeutet, ein Touristenparadies zu sein
- Sozio-kulturelle, sozio-ökonomische und ökologische Auswirkungen des Tourismus auf Bali
Das Dilemma des Kulturtourismus und die „Touristifizierung“ der balinesischen Kultur
Globalisierung und Modernisierung
Abhängigkeiten, Rückkopplungseffekte und die Verteilung der Profite
Disparität, Migration und deren soziale Folgen
Wassermangel, Müll und Erosion
Bali - Die perfekte Lösung?
Drittes Kapitel: Die Zerstörung des Paradieses?
Der Anschlag – Folge globaler Einbindung der Insel?
Fakten, Täter und Motive
Die Hintergründe: Globalisierung und Radikalisierung
„Kampf der Kulturen“ oder „blockierte Kommunikation“?
„Weak Link in the Anti-Terror Chain” – Islamischer Radikalismus in Indonesien
Balis Image nach dem Anschlag
Balinesische Reaktionen auf den Anschlag
Erste Reaktionen – zwischen Fassungslosigkeit und Mitgefühl
Die ökonomische Krise
Der Sicherheitsaspekt
Die Beziehung der Balinesen zu muslimischen Mitbürgern und zum indonesischen Staat
Die Beziehung der Balinesen zum „Westen“
Selbstdarstellung der Balinesen als Opfer ?
Internationale Reaktionen auf den Anschlag
Erste Reaktionen - zwischen Panik, „Coolness“ und Alptraum
Bali-Werbung danach
Die Rückkehr der Touristen
Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Entstehung und Transformation des Bali-Images als globales "Paradies" und analysiert, inwieweit der Bombenanschlag vom 12. Oktober 2002 dieses Image und die sozio-kulturellen Strukturen der Insel nachhaltig verändert hat.
Die Konstruktion des Bali -Images
Images sind angehaftete, virtuelle, kreierte Bilder, Überblendungen der Wirklichkeit, Gegenstände der Sehnsucht nach dem „real thing“, dem Wunsch des „Live“-Dabeisein, die im Rahmen von Globalisierung und moderner oder gar postmoderner Pop- und Konsumkultur zunehmend an Bedeutung gewinnen. Im Zusammenspiel verschiedener Kräfte, unter starker Beeinflussung der (vor allem westlichen) Medien, werden Images, Vorstellungsbilder, erzeugt bzw. produziert. Produkte werden mit symbolischen, imaginären Werten angereichert, letztlich mit dem Ziel ihrer gesteigerten Vermarktung. Die endlose Reduplikation und Überproduktion von Zeichen, Images und Simultationen durch die Medien, komplettiert durch die Werbung, führt zur Verwischung der Grenzen zwischen Image und Realität. Der Verlust stabiler Bedeutungen und eine Ästhetisierung der Wirklichkeit sind die Folge. (Featherstone, 1985:4ff)
Auch in der Tourismusbranche werden Ländern und Völkern Images angehaftet, mit dem Ziel, deren Attraktivität für die Reisekunden zu steigern und damit ihre Verkaufsfähigkeit als „Produkt“ zu fördern. „Die stark wachsende Erlebnisorientierung begünstigt [dabei] die Nachfrage nach internationalen Reisezielen“ (Kuschel; Schröder, 2002:28). Auch der Insel Bali wurde ein solches Image angehaftet: das Image des „Paradieses auf Erden“, eines „Garten Eden“, einer Insel voll von alle dem, was den Bewohnern westlich-moderner Welten heutzutage bzw. im Laufe von Moderne und Postmoderne fehlt oder abhanden gekommen und darum wichtig geworden ist.
Einleitung: Einführung in die Thematik der Bombenanschläge auf Bali und deren Einbettung in den globalen Kontext sowie Vorstellung der methodischen Herangehensweise der Diplomarbeit.
Erstes Kapitel: Die Entstehung des Paradieses: Untersuchung der historischen Genese des Bali-Images, von der kolonialen Konstruktion bis hin zur modernen touristischen Vermarktung.
Zweites Kapitel: Was es bedeutet, ein Touristenparadies zu sein: Analyse der sozio-kulturellen, ökonomischen und ökologischen Folgen des Tourismus für die balinesische Gesellschaft und ihre Umwelt.
Drittes Kapitel: Die Zerstörung des Paradieses?: Betrachtung der Hintergründe des Anschlags, der Radikalisierungstendenzen in Indonesien sowie der balinesischen und internationalen Reaktionen auf die Krise.
Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Auswirkungen des Anschlags auf Balis Image und zukünftige Perspektiven für die Tourismusentwicklung auf der Insel.
Bali, Tourismus, Terrorismus, Globalisierung, Islam, Imagekonstruktion, Paradies, Kulturtourismus, Identität, Sozio-kulturelle Auswirkungen, Radikalisierung, Indonesien, Sicherheitslage, Wirtschaftsentwicklung.
Die Diplomarbeit analysiert, wie Bali vom Westen als "Paradies" konstruiert wurde und wie dieser Konstruktionsprozess durch den Bombenanschlag von 2002 in Konflikt mit der Realität geriet.
Die Arbeit behandelt Tourismus-Soziologie, die Auswirkungen der Globalisierung auf lokale Kulturen, die Hintergründe von Terrorismus in Südostasien sowie die sozio-ökonomische Struktur Balis.
Das Ziel ist es, das Spannungsverhältnis zwischen dem idealisierten Bild Balis als "Paradies auf Erden" und den durch Terror und Tourismus hervorgerufenen realen sozio-kulturellen Veränderungen zu beleuchten.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die anthropologische, soziologische und politikwissenschaftliche Perspektiven verknüpft, ergänzt durch die Auswertung von Zeitungs- und Internetquellen zum Anschlag.
Der Hauptteil gliedert sich in die Konstruktion des Images, die sozio-ökonomischen Auswirkungen des Massentourismus sowie die detaillierte Untersuchung des Anschlags und seiner Folgen für die balinesische Identität.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bali, Tourismus, Terrorismus, Identitätswandel, globale Vernetzung, Kulturtourismus und die Rolle des Islams in Indonesien charakterisiert.
Die lokale Bevölkerung reagierte mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und ausgeprägtem Mitgefühl, leistete Notfallhilfe für die Opfer und bemühte sich, das friedfertige Image der Insel aufrechtzuerhalten.
Trotz der Schockwirkung gelang es der Tourismusindustrie und den Einheimischen, Bali als "Insel der Götter" und Symbol des Widerstands gegen Extremismus weiter zu vermarkten, womit der Anschlag in die touristische Narrationsstruktur integriert wurde.
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