Diplomarbeit, 2006
133 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
I. DEPRESSIVE VERSTIMMUNG UND DEPRESSION
1. Melancholie- ein gesellschaftshistorischer Begriff
2. Abgrenzung der Depression zu Stimmungstiefs und Trauer
3. Definition der Depression
4. Phänomenologie
4.1 Symptomatik
4.2 Depressionsformen und ihre Klassifikation
5. Komorbidität
6. Epidemiologie
7. Ätiologie
7.1 Risikofaktoren
7.2 Genetik
7.3 Biochemische Theorien
7.4 Endokrine Theorien
7.5 Psychoanalytische Theorie
7.6 Kognitive Theorie
7.7 Das Modell der erlernten Hilflosigkeit
7.8 Das verstärkungstheoretische Erklärungsmodell
II. HILFSANGEBOTE FÜR DEPRESSIVE
8. Aktuell angewandte Therapieformen
8.1 Somatische Therapien
8.1.1 Medikamentöse Behandlung
8.1.2 Schlafentzug- Wachtherapie
8.1.3 Weitere Behandlungsmöglichkeiten
8.2 Psychotherapien
8.2.1 Tiefenpsychologische Verfahren
8.2.2 Interpersonale Therapie (IPT)
8.2.3 Verhaltenstherapie und kognitive Verhaltenstherapie
9. Sozialpädagogische Hilfen und Methoden bei depressiven Störungen
9.1 Beratung
9.2 Krisenintervention
9.3 Begleitung
9.4 Angehörigenarbeit
9.4.1 Angehörigengruppen
9.4.2 Hilfs- und Unterstützungsangebote für die Kinder von Menschen mit einer depressiven Störung
9.5 Soziotherapie
10. Das Versorgungssystem
10.1 Gemeinde-integrierte und stationäre Angebote des Versorgungssystems
10.2 Defizite bei der Prävention und der Vernetzung der Hilfsangebote
10.3 Exkurs: Die gesundheitsökonomische Relevanz von Depressionen
11. Entwicklungsprozess und Perspektiven
11.1 Das Kompetenznetz „Depression, Suizidalität“
11.2 Der salutogenetische Ansatz
12. Zusammenfassung
Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung sozialpädagogischer Unterstützung in einem krankheitsorientierten, kurativ agierenden Gesundheitssystem stärker in den Blickpunkt zu stellen. Dabei wird eine Bestandsaufnahme der Unterstützungsmöglichkeiten durchgeführt und die Entwicklung der Versorgungssituation kritisch diskutiert, um die Vernetzung von medizinischen und sozialen Hilfen für betroffene Personen zu verbessern.
7. 1 Risikofaktoren
Die Life- Event Forschung untersucht, inwieweit bedeutende Lebensereignisse oder langfristige Probleme Einfluss auf die Genese einer Depression haben.
In Vergleichsstudien zwischen depressiven und nicht depressiven Patienten konnte ein Haupteffekt festgestellt werden. Während eines Zeitraums von 6 Monaten vor dem Auftreten der Beschwerden scheinen depressive Patienten häufiger belastenden Lebenssituationen ausgesetzt gewesen zu sein als ihre Vergleichsgruppe. Vor allem die Qualität der Ereignisse war schwerwiegender und stand häufig in Zusammenhang mit Verlusterlebnissen. Zu den Verlustereignissen zählten beispielsweise der Tod einer Bezugsperson, das Ende einer Beziehung oder die Aufgabe von Idealvorstellungen. Zudem wurde eine Gruppe Depressiver untersucht, die einen Suizidversuch unternommen hatte. Im Vergleich mit einer gesunden Kontrollgruppe, sowie im Vergleich mit nicht suizidalen Depressiven, erlebten sie mehr belastende Lebensereignisse. Besonders im Monat vor dem Suizidversuch war die Anzahl der Ereignisse besonders hoch.
Neben den bereits aufgeführten Verlusterlebnissen können weitere belastende Erfahrungen eine auslösende Rolle bei der Depression spielen. SCHÄFER geht davon aus, dass bei depressiven Menschen häufig ungünstige soziale Bedingungen, wie soziale Isolation, mangelnde Unterstützung durch Freunde, chronische familiäre sowie finanzielle Probleme oder Arbeitslosigkeit vorliegen.
Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die gesellschaftliche Relevanz von Depressionen und formuliert das Ziel, sozialpädagogische Unterstützungsformen stärker in das gesundheitsorientierte Versorgungssystem zu integrieren.
I. DEPRESSIVE VERSTIMMUNG UND DEPRESSION: Dieser Teil beleuchtet die historische Entwicklung des Melancholiebegriffs, definiert Depressionen und analysiert multifaktorielle Ätiologien sowie epidemiologische Erkenntnisse.
II. HILFSANGEBOTE FÜR DEPRESSIVE: Der zweite Teil bietet einen Überblick über medizinische Therapieformen, spezifische sozialpädagogische Methoden und diskutiert Defizite sowie zukünftige Perspektiven im Versorgungssystem.
Depression, Sozialpädagogik, Therapieformen, Ätiologie, Epidemiologie, Krisenintervention, Beratung, Soziotherapie, Salutogenese, Versorgungssystem, Prävention, psychische Gesundheit, Soziale Arbeit, Angehörigenarbeit, Suizidprävention
Die Arbeit analysiert die Rolle der sozialpädagogischen Unterstützung bei der Behandlung von Depressionen und verknüpft diese mit dem bestehenden medizinischen und psychosozialen Versorgungssystem.
Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen (Ätiologie), der Symptomatik, den medizinischen Behandlungsmethoden, den sozialpädagogischen Hilfsangeboten sowie der strukturellen Vernetzung der Versorgung.
Das Hauptziel besteht darin, die Bedeutung sozialpädagogischer Unterstützung stärker in den Fokus eines bislang stark medizinisch geprägten Systems zu rücken und die Versorgungssituation durch einen salutogenetischen Ansatz zu verbessern.
Die Autorin führt eine umfassende Literaturanalyse und Bestandsaufnahme durch, die sowohl psychiatrische Erkenntnisse als auch Ansätze der Sozialen Arbeit synthetisiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung der Depression (Teil I) und eine praxisorientierte Beschreibung der Hilfsangebote sowie des Versorgungssystems (Teil II).
Zu den zentralen Begriffen zählen Depression, Soziale Arbeit, Salutogenese, Krisenintervention, Prävention und das Versorgungssystem für psychisch Kranke.
Angehörige sind durch die Erkrankung stark belastet; ihre Einbindung und Unterstützung ist essentiell für den Heilungsverlauf und wirkt präventiv gegen soziale Isolation.
Die sozialpädagogische Begleitung ist oft flexibler und lebensweltorientierter; sie richtet sich nach dem individuellen Bedarf des Klienten im Alltag und findet auch außerhalb therapeutischer Settings statt.
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