Diplomarbeit, 2005
76 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Professionstheoretische Grundlagen
2.1 Erklärung der Begriffe Profession und Professionalisierung
2.2 Die soziologische Professionalisierungsdebatte
2.2.1 Klassifizierung von Professionalisierungstheorien
2.2.2 Ausgewählte Beiträge aus der deutschen Professionalisierungsdebatte
2.2.3 Das Konzept der Semi-Professionen
2.2.4 Gegenläufige Bewegungen in der Professionalisierungsdebatte
2.2.5 Die feministische Debatte um Professionalisierung
2.3 Die Pflegeberufe – eine Semi-Profession?
3. Die Entwicklung der Pflegeberufe
3.1 Anfänge der Ausbildung in der neuzeitlichen Krankenpflege
3.2 Bemühungen um staatliche Regelungen der Krankenpflegeausbildung
3.2.1 Vorschriften über die staatliche Prüfung von Krankenpflegepersonen von 1906
3.2.2 Das Krankenpflegegesetz von 1938
3.3 Wandel des Berufsbilds nach 1945: Vom „Liebesdienst“ zum modernen (Frauen-) Beruf
3.3.1 Das Krankenpflegegesetz von 1957
3.3.2 das Krankenpflegegesetz von 1965
3.4 Das Krankenpflegegesetz von 1985
3.5 Das Krankenpflegegesetz von 2003
3.6 Zusammenfassung
4. Oevermanns Theorie professionalisierten Handelns
4.1 Theoretische Ableitungen
4.2 Die Foci professionalisierten Handelns
4.2.1 Der Focus Wissenschaft
4.2.2 Der Focus Therapie – das therapeutische Arbeitsbündnis
4.3 Die doppelte Professionalisierung und Professionalisierungsbedürftigkeit
5. Professionalisierung im Kontext aktueller Entwicklungen der Pflegeausbildungen in Deutschland
5.1 Zum Stand der Akademisierung der Pflege
5.2 Zum Stand der klassischen Pflegeausbildung an Fachschulen
5.3 Bewertung der vorgestellten Entwicklungen
5.4 Wie kann professionalisiertes Handeln in die Praxis gelangen?
6. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Professionalisierung der Pflege in Deutschland vor dem Hintergrund klassischer Professionstheorien sowie des strukturlogischen Ansatzes von Oevermann. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, warum die Pflege bisher als Semi-Profession eingestuft wird und welche Potenziale eine Neuausrichtung auf das berufliche Handeln im therapeutischen Arbeitsbündnis zur Überwindung dieses Status bietet.
2.2.1 Klassifizierung von Professionalisierungstheorien
Um einen Überblick über die Vielzahl von Professionalisierungstheorien zu bekommen, bietet sich die Methode der Klassifizierung an. Zwei sich ähnelnde Vorschläge zur Klassifizierung möchte ich an nun exemplarisch vorstellen.
Combe und Helsper (1997) haben die Ansätze der Professionalisierungsforschung ausgehend von der Fragestellung, die sie verfolgen, kategorisiert:
Funktionalistische Betrachtungsweise: In diesen Theorien werden ausschließlich die gesellschaftliche Funktion von Professionen und deren Merkmale, zu denen systematisches Wissen, am Gemeinwohl ausgerichtete Handlungsorientierung und Autonomie der Kontrolle über Standards der Berufsausübung und Ausbildung zählen, beschrieben (vgl. Hesse 1972, Schwendenwein 1990).
Systemtheoretischer Ansatz: Hierin wird die Aufmerksamkeit auf gesellschaftliche Differenzierungsprozesse gelegt, bei denen Professionen eine große Rolle spielen (vgl. Stichweh 1997, S.49-69).
Machttheoretische Perspektive: Im Zentrum dieser Betrachtungen steht die Entwicklung von Professionen im Kontext sozialer Macht und Ungleichheit. Es geht um das Erreichen eines höheren Status durch Aufwertung des Berufs, immer in Verbindung mit höherem Ausbildungswesen (vgl. Daheim 1992, S.23).
Interaktionistisch orientierte Betrachtung bzw. der strukturtheoretische Ansatz: Der Focus liegt auf der Beziehung zwischen dem Professionellen und seinem Klienten mit dem Ziel, einen „Idealtypus" professionellen Handelns zu erreichen (vgl. Oevermann 1997). Oevermann wendet sich nicht von den klassischen Professionsmerkmalen ab, sondern sieht Autonomie und wissenschaftliche Ausbildung als Voraussetzung für eine ungestörte Professionelle-Klient-Beziehung.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Professionalisierung der Pflege ein und skizziert die Fragestellung sowie den Aufbau der Diplomarbeit.
2. Professionstheoretische Grundlagen: Hier werden die Begriffe Profession und Professionalisierung definiert und der wissenschaftliche Diskurs sowie die soziologische Debatte dazu dargestellt.
3. Die Entwicklung der Pflegeberufe: Das Kapitel bietet einen historischen Rückblick auf die Entwicklung des Pflegeberufs in Deutschland und analysiert verschiedene Krankenpflegegesetze hinsichtlich ihres Einflusses auf die Professionalisierung.
4. Oevermanns Theorie professionalisierten Handelns: Dieser Abschnitt erläutert Oevermanns handlungsorientierten Ansatz und die Bedeutung des therapeutischen Arbeitsbündnisses als zentrales Element.
5. Professionalisierung im Kontext aktueller Entwicklungen der Pflegeausbildungen in Deutschland: Hier wird der aktuelle Stand der Akademisierung und der Reform der Pflegeausbildung kritisch vor dem Hintergrund des Oevermannschen Ansatzes diskutiert.
6. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Chancen für eine Entwicklung der Pflege zur Voll-Profession.
Pflege, Professionalisierung, Professionstheorie, Krankenpflegegesetz, Akademisierung, Pflegewissenschaft, Arbeitsbündnis, Oevermann, Semi-Profession, Berufsbild, Handlungsautonomie, Pflegeausbildung, professionelles Handeln, Patientenautonomie, Gesundheitsberufe.
Die Arbeit analysiert den Professionalisierungsstand der Pflege in Deutschland unter Berücksichtigung soziologischer Professionstheorien.
Im Zentrum stehen die Entwicklung des Berufsbilds, der Einfluss rechtlicher Rahmenbedingungen und die Anwendung der Theorie professionalisierten Handelns nach Oevermann.
Das Ziel ist es, zu erklären, warum die Pflege weiterhin den Status einer Semi-Profession innehat und welche Voraussetzungen für eine tatsächliche Professionalisierung notwendig sind.
Der Autor nutzt eine systematische Literaturanalyse, kombiniert mit der Interpretation historischer und aktueller Gesetzestexte zur Pflege.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse der Pflegeberufe, die theoretische Fundierung durch Oevermann und die kritische Ist-Analyse aktueller Akademisierungstendenzen.
Professionalisierung, Pflegewissenschaft, Arbeitsbündnis, Semi-Profession, Krankenpflegegesetz und Autonomie sind zentrale Begriffe der Arbeit.
Der Autor führt dies auf fehlende Merkmale wie mangelnde Autonomie, eine untergeordnete Stellung gegenüber der Medizin und die Abhängigkeit von institutionellen Vorgaben zurück.
Oevermanns Ansatz rückt das professionelle Handeln im Arbeitsbündnis mit dem Patienten in den Fokus, was neue Anforderungen an Begründungskompetenz und Fallverstehen stellt.
Der Autor kritisiert, dass die Akademisierung oft heterogen ist, sich vorwiegend auf Leitungs- und Pädagogikbereiche bezieht und die notwendige grundständige universitäre Ausbildung vernachlässigt.
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