Examensarbeit, 1998
128 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG
2. DAS AUFMERKSAMKEITSDEFIZIT-SYNDROM: ÜBERSICHT ÜBER DEN AKTUELLEN WISSENSTAND
2.1 Kurzer historischer Abriß
2.2 Erscheinungsbild
2.2.1 Primäre Störungen
2.2.1.1 Hyperaktivität
2.2.1.2 Impulsivität
2.2.1.3 Aufmerksamkeitsstörungen
2.2.1.3.1 Was ist Aufmerksamkeit?
2.2.1.3.2 Die Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern mit ADS
2.2.1.4 Emotionale Auffälligkeiten
2.2.2 Begleitstörungen
2.2.2.1 Teilleistungsstörungen
2.2.2.2 Störungen im Sozialverhalten
2.2.2.3 Selbstwertprobleme
2.2.3 Verlauf
2.3 Klassifikation
2.3.1 Begriffsentwicklung
2.3.2 Das Diagnostische Statistische Manual (DSM-IV) und die Internationale Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10)
2.4 Diagnose
2.4.1 Anamnese
2.4.2 Verhaltensbeobachtung mit Beurteilungsskalen
2.4.3 Psychologische Testuntersuchungen
2.4.4 Medizinische Untersuchungen
2.5 Ursachen des Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms
2.5.1 Genetische Faktoren
2.5.2 Störungen des Immunsystems
2.5.3 Organische Störungen
2.5.4 Psychosoziale Bedingungen
2.5.5 Neurochemische Normabweichungen
2.6 Therapie
2.6.1 Medikamentöse Therapie
2.6.2 Psychotherapeutische Verfahren
2.6.2.1 Verhaltenstherapeutische Verfahren
2.6.2.2 Psychomotorische Übungsbehandlung nach Ernst J. KIPHARD
2.6.2.3 Ergotherapie
2.6.2.4 Spieltherapie
2.6.2.5 Beratung und Training von Eltern und anderen Erziehungspersonen
2.6.3 Pädagogisch-sonderpädagogische Interventionsmöglichkeiten
2.6.4 Multimodale Interventionsprogramme
3. ENTSPANNUNGSTECHNIKEN FÜR KINDER
3.1 Allgemeine Grundlagen der Entspannung
3.1.1 Psychophysiologie der Entspannung
3.1.2 Psychophysiologie der Interozeption
3.2 Überblick über ausgewählte Entspannungstechniken für Kinder
3.2.1 Kognitive Entspannungsverfahren
3.2.1.1 Meditation und Entspannung
3.2.1.1.1 Zum Begriff Meditation
3.2.1.1.2 Europäische und asiatische Meditation
3.2.1.1.3 Ziele und praktisches Vorgehen
3.2.2 Imaginative Entspannungsverfahren
3.2.2.1 Imagination und Entspannung
3.2.2.2 Phantasiereisen (geleitetes Bilderleben)
3.2.2.3 Autogenes Training nach Johannes H. SCHULTZ
3.2.2.3.1 Geschichtlicher Hintergrund
3.2.2.3.2 Theorie
3.2.2.3.3 Praxis
3.2.3 Sensorische Entspannungsverfahren
3.2.3.1 Aromatherapie
3.2.3.1.1 Geschichte der Aromatherapie
3.2.3.1.2 Der Geruchssinn
3.2.3.1.3 Ätherische Öle
3.2.3.1.4 Ziele und Wirkungsweise der Aromatherapie
3.2.3.1.5 Der pädagogische Aspekt der Aromatherapie
3.2.3.2 Progressive Muskelentspannung nach Edmund JACOBSEN
3.2.3.2.1 Theorie
3.2.3.2.2 Praxis
3.2.3.3 Eutonie nach Gerda ALEXANDER
3.2.3.3.1 Ziele und Wirkungsweise
3.2.3.3.2 Praxis
3.2.3.4 Funktionelle Entspannung nach Marianne FUCHS
3.2.3.4.1 Theoretische Grundlagen und Menschenbild
3.2.3.4.2 Therapeutische Praxis
3.2.3.4.3 Auswirkungen
3.2.3.5 Musiktherapie
3.2.3.5.1 Musik zur Unterstützung von Entspannung und Imagination
3.2.3.5.2 Anwendungsbeispiele für Kinder
3.2.3.6 Atem und Entspannung
3.2.3.6.1 Ruheatemform
3.2.3.6.2 Einfache Atemübungen für Kinder
3.3 Möglichkeiten und Grenzen von Entspannungsverfahren
4. UNTERRICHTSDIDAKTISCHES KONZEPT ZUR EINFÜHRUNG VON ENTSPANNUNGSTECHNIKEN BEI SCHÜERN MIT AUFMERKSAMKEITSDEFIZIT-SYNDROM
4.1 Warum sind Entspannungsübungen in der Schule bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom unverzichtbar?
4.2 Welche Entspannungstechniken eignen sich für Kinder mit dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom?
4.3 Planung und Durchführung einer Übungseinheit
4.3.1 Organisatorische Bedingungen
4.3.2 Aufgaben und Qualifikation des Lehrers
4.3.3 Rolle der Eltern / Familie
4.3.4 Zielsetzungen bei der Anwendung von Entspannungstechniken im Unterricht
4.3.5 Gliederung des Aneignungsprozesses
4.3.5.1 Phase der Hinführung (Dauer: mehrere Wochen)
4.3.5.2 Trainingsphase (Dauer: mehrere Monate)
4.3.5.3 Phase der Stabilisierung und des Transfers (Dauer: unbegrenzt)
4.3.6 Gliederung einer Übungsstunde
4.3.6.1 Basisentspannung - Bewegungsphase
4.3.6.2 Ruhetönung - Überleitungsphase
4.3.6.3 Entspannungsübung
4.3.6.4 Feedbackrunde
4.3.7 Häufige Störungen und Probleme während des Entspannungsunterrichtes
4.3.8 Einige Leitgedanken für den Einsatz von Entspannungstechniken im Unterricht bei Kindern mit ADS
5. NACHBETRACHTUNG
6. LITERATURVERZEICHNIS
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die konkrete Anwendung von verschiedenen Entspannungstechniken als unterstützende Maßnahme bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) im schulischen Kontext, um deren Lernfähigkeit und Wohlbefinden zu fördern.
3.2.1.1.1 Zum Begriff Meditation
Die meisten Meditationsarten haben sich über Tausende von Jahren entwickelt und entstammen Weltanschauungen, Religionen und Seinslehren. Sie wurden vorwiegend in einer poetischen Sprache und metaphorischen Denkweise beschrieben, die der wissenschaftlichen Ausdrucksweise entgegensteht.
Einen Hinweis darauf, was unter Meditation zu verstehen ist, liefert der Begriff selbst. Das dem Substantiv Meditation zugrundeliegende Verb meditari bedeutet soviel wie betrachten, nachsinnen, aber auch exerziermäßig üben. Die indogermanische Wurzel med bedeutet ursprünglich wandern, abschreiten, messen, wodurch dieses Wort auch verwandt ist mit Wörtern wie Maß und Muße, aber auch mit medicus, dem Arzt, der eigentlich ein klug ermessender Ratgeber ist (vgl. BOECKEL 1993, 15f).
Meditation ist Prozeß und Produkt, oder auch Weg und Ziel in einem. Für BOECKEL (vgl. 1993, 16) bedeutet Meditation „Übung im Menschsein“, wobei die Meditation nicht das eigentlich Neue ist, sondern die geordnete Übung einer solchen Meditation. Es geht darum, sich selbst zu entdecken, seinen Schwerpunkt zu finden. Es gehört zum Wesen der Meditation, daß sie aus dem Vielfältigen und aus den uns oft zerreißenden Gegensätzen zur Einheit führt. BOECKEL (vgl. 1993, 17f) unterscheidet zwei Ebenen des Erkennens: das intellektuelle Erkennen oder die Logik, wie wir sie in der Schule lernen, und das intuitive Erkennen oder den Spürsinn, der durch die Meditation entwickelt wird. Der Verstand kann sammeln, ordnen und klären, aber der letzte Sinn ist nur passiv erfahrbar und wird zu einer unmittelbaren Gewißheit, die sich logisch nicht belegen läßt. So vermittelt Meditation unmittelbare Erkenntnis, ist Besinnung, die zur Sinnfindung wird. Meditation ist nicht machbar und nicht zu steuern, sie muß sich einstellen. Jeder Mensch kann meditieren.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das ADS-Störungsbild, beleuchtet die Rolle von Eltern und Lehrern und stellt den Fokus der Arbeit auf ADS-Kinder im Grundschulalter sowie die Relevanz von Entspannungsverfahren dar.
2. DAS AUFMERKSAMKEITSDEFIZIT-SYNDROM: ÜBERSICHT ÜBER DEN AKTUELLEN WISSENSTAND: Dieses Kapitel bietet eine umfassende wissenschaftliche Übersicht über Geschichte, Erscheinungsbild, Klassifikation, Diagnostik sowie Ursachen und Therapiemöglichkeiten des ADS.
3. ENTSPANNUNGSTECHNIKEN FÜR KINDER: Hier werden die physiologischen Grundlagen der Entspannung erläutert und ein breites Spektrum an Techniken wie Meditation, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung und Aromatherapie im Hinblick auf ihre kindgerechte Anwendung vorgestellt.
4. UNTERRICHTSDIDAKTISCHES KONZEPT ZUR EINFÜHRUNG VON ENTSPANNUNGSTECHNIKEN BEI SCHÜERN MIT AUFMERKSAMKEITSDEFIZIT-SYNDROM: Dieses Kapitel liefert ein konkretes Konzept für Lehrer zur Planung und Durchführung von Entspannungseinheiten in der Schule, inklusive der Einbindung von Eltern und dem Umgang mit Störungen.
5. NACHBETRACHTUNG: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, unterstreicht die Wirksamkeit von Entspannungsverfahren zur Förderung der Lernfähigkeit und betont die Notwendigkeit einer langfristigen, multimodalen Unterstützung.
6. LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen.
Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, ADS, Entspannungstechniken, Schule, Grundschule, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Eutonie, Aromatherapie, Psychomotorik, Sonderpädagogik, Schüler, Lernförderung, Stressbewältigung, Elternarbeit
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Entspannungstechniken bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) im Grundschulunterricht eingesetzt werden können, um deren Lernbedingungen zu verbessern.
Das Spektrum reicht von den medizinisch-psychologischen Grundlagen des ADS über die Wirkungsweise verschiedener Entspannungsmethoden bis hin zu didaktischen Leitlinien für Lehrer.
Das primäre Ziel ist es, Lehrern praktische Handlungsstrategien an die Hand zu geben, um ADS-Kindern durch Entspannungsübungen zu mehr Ruhe, Konzentration und einer besseren Selbststeuerung zu verhelfen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturrecherche und der Aufbereitung bestehender wissenschaftlicher Theorien und diagnostischer Ansätze, die in pädagogische Handlungsanweisungen überführt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Übersicht des aktuellen Wissenstandes zum ADS, eine detaillierte Beschreibung verschiedener Entspannungsmethoden und ein schulpraktisches Konzept für deren Einführung im Unterricht.
ADS, Entspannungstechniken, Schulpädagogik, Selbstregulation, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Körperwahrnehmung, Inklusion.
Ja, insbesondere solche, die Körpererfahrungen nutzen, wie die Progressive Muskelentspannung, Eutonie, Aromatherapie oder auch Phantasiereisen, werden als besonders wirksam für die Altersgruppe der Grundschulkinder eingestuft.
Die Autorin betont, dass schulische Übungen nur dann zu tiefgreifenden Veränderungen führen, wenn sie durch das familiäre Umfeld gestützt werden, da Motivation und kontinuierliches Üben zentrale Erfolgsfaktoren sind.
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