Magisterarbeit, 2005
85 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Kazuo Ishiguro – eine Einführung
2.1 Kazuo Ishiguro und der zeitgenössische englische Roman
2.2 Kazuo Ishiguro in der Forschung – eine Bestandsaufnahme
2.3 Struktur und Zielsetzung der Arbeit
3. Die fragmentierte Darstellung familiärer Beziehungen
3.1 Die Erzählsituation als Ausgangspunkt der Analyse
3.1.1 First-person-narration
3.1.2 Das Problem des unreliable narrators
3.2 Eltern-Kind Beziehungen und die Darstellung des Generationenkonflikts
3.2.1 Kommunikationsdefizite
3.2.2 Autoritätsverluste
3.2.3 Entfremdung
3.3 Schuldfragen
3.3.1 Etsuko und der Selbstmord ihrer Tochter
3.3.2 Ono und das Scheitern der marriage negotiations
4. Familie und Identität im Spiegel von Heimat und Raum
4.1 Das Konzept von „Zuhause“ bei Kazuo Ishiguro
4.2 Kulturelle Entfremdung und die Rolle Amerikas
4.3 Identität und Heimatlosigkeit – zur Begrifflichkeit
4.4 Konstruktion von Identität zwischen zwei Welten – der Fall Christopher Banks
5. Zusammenfassung & Ausblick
Die Arbeit untersucht die Rolle der Familie in den Romanen von Kazuo Ishiguro und analysiert deren Bedeutung für die Konstruktion von Vergangenheit und Identität der Protagonisten. Dabei wird insbesondere untersucht, wie unzuverlässige Ich-Erzähler ihre familiären Beziehungen fragmentiert darstellen und wie Identitätsverlust mit dem Fehlen von Heimat und räumlicher Verwurzelung korreliert.
3.1.1 first-person-narration
Inhalt und Form sind in Kazuo Ishiguros Werk keineswegs als unabhängig voneinander zu betrachten. Alle sechs bis heute veröffentlichten Romane Kazuo Ishiguros sind aus der Perspektive eines Ich-Erzählers geschrieben und lassen sich nach Brian Shaffer zutreffend als „psychological mystery-voyages into the protagonist’s problematic or compromised past“ bezeichnen. Hierzu ist passend ein Zitat Ishiguros anzuführen, in dem der Erkundungscharakter seiner Verwendung der Ich-Erzählung bestätigt wird und der dafür ursächliche Erkundungsanspruch zugleich Begründung für die anhaltende Motivation der Verwendung des Ich-Erzählers ist:
Things, like memory, how one uses memory for one’s own purposes, one’s own ends, those things interest me…deeply. And so, for the time being, I’m going to stick with the first person, and develop the whole business about following somebody’s thoughts around, as they try to trip themselves up or to hide from themselves.
1. Einleitung: Die Arbeit motiviert die Untersuchung von Familienstrukturen bei Ishiguro und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Bedeutung familiärer Fragmentierung für die Identitätskonstruktion.
2. Kazuo Ishiguro – eine Einführung: Dieses Kapitel verortet Ishiguro im zeitgenössischen englischen Roman und beleuchtet seinen eigenen Werdegang sowie den Stand der bisherigen literaturwissenschaftlichen Forschung.
3. Die fragmentierte Darstellung familiärer Beziehungen: Eine detaillierte Analyse der Ich-Erzählweise, der Generationenkonflikte und der Schuldfragen in den ersten drei Romanen Ishiguros.
4. Familie und Identität im Spiegel von Heimat und Raum: Untersucht die Konzepte von „Zuhause“, kultureller Entfremdung und Heimatlosigkeit sowie deren Einfluss auf die Identitätskonstruktion am Beispiel von Christopher Banks.
5. Zusammenfassung & Ausblick: Resümiert die wesentlichen Erkenntnisse zur unzuverlässigen Erzählweise und zur Bedeutung der Familie in Ishiguros Werk und blickt auf die neuere Entwicklung des Autors.
Kazuo Ishiguro, Familie, Identität, Heimat, unzuverlässiger Erzähler, first-person-narration, Fragmentierung, Schuldfragen, Gedächtnis, Erinnerung, Entfremdung, Generationenkonflikt, Postkolonialismus, Erzähltheorie, Weltliteratur
Die Hausarbeit untersucht, wie der Autor Kazuo Ishiguro familiäre Beziehungen in seinen Romanen darstellt und welche Funktion diese für die Identitätsfindung seiner Protagonisten haben.
Die zentralen Themen sind familiäre Fragmentierung, der unzuverlässige Ich-Erzähler, die Konstruktion von Identität durch Erinnerung sowie das Verhältnis von Raum, Heimat und kultureller Entfremdung.
Ziel ist es, die Rolle der Familie als Bedeutungsträger für die Auseinandersetzung der Protagonisten mit ihrer Vergangenheit und Zukunft herauszuarbeiten.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von vier ausgewählten Romanen durchgeführt, wobei insbesondere erzähltheoretische Ansätze (Unzuverlässigkeit) im Vordergrund stehen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der erzählerischen Strategien, eine Untersuchung von Eltern-Kind-Konflikten und Schuldfragen sowie eine räumliche Identitätsanalyse.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Identität, Familie, unzuverlässiger Erzähler, Erinnerung, Heimat und Entfremdung.
Die Erinnerung ist der zentrale Prozess, durch den die Ich-Erzähler versuchen, ihre Vergangenheit neu zu konstruieren, um sich von Schuld zu entlasten oder ihr Leben vor dem Nichts zu rechtfertigen.
Diese Bezeichnung bezieht sich auf seine Biographie und sein Werk, da Heimatlosigkeit und der Verlust von räumlicher Identität zentrale Leitmotive für seine Protagonisten sind.
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