Bachelorarbeit, 2006
31 Seiten, Note: 1,1
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1 Einleitung
2 Türken in Deutschland: Hintergründe und aktuelle Situation
3 Sprache als Identitätsmerkmal
3.1 Sprache als kultureller Ausdruck
3.2 Sprache als identitätsstiftendes Merkmal
4 Der Ethnolekt "Kanak Sprak"
4.1 Begriffsbestimmung des Ethnolekts „Kanak Sprak“
4.2 Die Grundelemente der "Kanak Sprak"
4.3 Merkmale der "Kanak Sprak"
4.3.1 Zur Begriffsbestimmung von Code-Switching und Code-Mixing
4.3.2 Funktionen des Code-Switchings
4.3.3 Formen des Code-Switchings
4.3.4 Beurteilung des Code-Switchings
5 Zusammenhang zwischen der „Kanak Sprak“ und Identität
5.1 Die Identität der türkischstämmigen Jugendlichen
5.2 „Kanak Sprak“ als Ausdruck der Identität
5.3 Reaktionen der Mehrheitsgesellschaft auf die „Kanak Sprak“
5.4 Formierung einer neuen Gesellschaft
6 Schlussbetrachtung
7 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die zweite und dritte Generation türkischstämmiger Jugendlicher in Deutschland deutsche und türkische Sprach- und Kultursysteme in ihr Identitätskonzept integriert. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der als „Kanak Sprak“ bezeichneten Sprachmischung und deren Bedeutung für die hybride Identitätsbildung der Jugendlichen sowie deren Auswirkungen auf die Gesellschaftsstruktur.
4.3.2 Funktionen des Code-Switchings
Die Gründe, warum von einer Sprache in die andere gewechselt wird, sind individuell verschieden. Zum einen können sie willkürlich erfolgen. Zum anderen bieten die Umschaltungen dem Sprecher die Möglichkeit, durch die zweisprachige Gestaltung seiner Rede bestimmte Ziele zu erreichen. Diese Ziele sind vielgestaltig, trotzdem können Regelmäßigkeiten beobachtet werden, die die Sprachwissenschafter René Appel und Pieter Muysken (1987, 119-120) in sechs Bereiche gliedern.
• Referenzielle Funktion: Hier liegt der Grund für das Code-Switching darin, dass dem Sprecher das entsprechende Wort in der jeweiligen Sprache nicht einfällt und er das Äquivalent aus der anderen Sprache benutzt. Der Sprecher greift auf das am schnellsten verfügbare Wort, egal aus welcher der beiden ihm zur Verfügung stehenden Sprache es stammt, zurück. Ähnlich verhält es sich, wenn der Sprecher etwas ausdrücken möchte, das als Begriff nur in einer der beiden Sprachen existiert.
• Direkte Funktion: Die Sprachumschaltung erfolgt aufgrund einer Veränderung der Situation. Hierbei sind zwei Funktionen zu beobachten: Betritt ein neuer Sprecher die Gruppe, dann kann ihm durch die Umschaltung der Einstieg ins Gespräch erleichtert werden. Gleichzeitig kann der Sprachaustausch dazu dienen eine bestimmte Person aus der Konversation auszuschließen.
• Expressive Funktion: Das Code-Switching übt hierbei die Funktion eines Markierungselements aus. Es soll zeigen, dass der Sprecher bilingual ist.
• Phatische Funktion: Auch um den Tonfall in einer Konversation zu ändern, um Vertraulichkeit oder Abstand zum Ausdruck zu bringen oder um einen bestimmten Teil des Gesprächs besonders hervorzuheben, nutzen bilinguale Sprecher das Code-Switching.
• Metalinguistische Funktion: Die Aufgabe des Sprachwechsels besteht darin, dass sich die Sprecher über die Sprache, die sie verwenden, definieren können.
• Poetische Funktion: Besonders für Wortspiele und Witze wird das Code-Switching genutzt. Der Wechsel in die andere Sprache schmückt das Gesagte aus oder versetzt es mit Humor.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Identitätsbildung im Kontext von Migration und Mehrsprachigkeit ein und definiert den Fokus auf die Sprachmischung „Kanak Sprak“.
2 Türken in Deutschland: Hintergründe und aktuelle Situation: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Anwerbeabkommen und die darauffolgende Etablierung türkischstämmiger Menschen als fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft.
3 Sprache als Identitätsmerkmal: Es wird theoretisch dargelegt, wie Sprache als kulturelles Werkzeug fungiert und untrennbar mit der Konstruktion persönlicher und sozialer Identität verbunden ist.
4 Der Ethnolekt "Kanak Sprak": Dieses Kapitel definiert und analysiert die „Kanak Sprak“ als Ethnolekt und untersucht linguistische Phänomene wie Code-Switching und deren Funktionen.
5 Zusammenhang zwischen der „Kanak Sprak“ und Identität: Hier wird der Konnex zwischen den hybriden Sprachmustern der Jugendlichen und ihrer bikulturellen Identität sowie die gesellschaftliche Wahrnehmung dieses Phänomens untersucht.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Sprachmischungen nicht als Sprachmangel, sondern als Ausdruck hybrider Identitätskompetenzen zu werten sind und plädiert für eine stärkere Anerkennung dieser Mehrsprachigkeit.
7 Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Kanak Sprak, Identität, Migration, Sprachmischung, Code-Switching, Code-Mixing, Ethnolekt, Mehrsprachigkeit, hybride Identität, Integration, türkischstämmige Jugendliche, Soziolinguistik, bikulturell, Sprachwechsel, Gastarbeiter.
Die Arbeit untersucht das Sprachverhalten türkischstämmiger Jugendlicher in Deutschland, insbesondere den Gebrauch des Ethnolekts „Kanak Sprak“, und dessen Zusammenhang mit ihrer Identitätsentwicklung.
Die zentralen Themen sind Migration, Identitätsbildung, Soziolinguistik, Mehrsprachigkeit und der Umgang der Mehrheitsgesellschaft mit sprachlichen Mischformen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Sprachmischungen wie „Kanak Sprak“ kein Zeichen von Sprachdefiziten sind, sondern Ausdruck hybrider Identitätskonzepte junger Menschen mit Migrationshintergrund.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziolinguistischer Konzepte und aktueller Studien zu Migration, Identität und Sprachverhalten.
Der Hauptteil behandelt die Hintergründe der Migration, die soziologische Bedeutung von Sprache für die Identität, eine linguistische Einordnung von „Kanak Sprak“ sowie die Diskussion über hybride Identitäten im Kontext der Mehrheitsgesellschaft.
Die wichtigsten Begriffe sind Kanak Sprak, hybride Identität, Code-Switching, Migration, Mehrsprachigkeit und Ethnolekt.
Sie wird als Varietät definiert, die durch das bewusste Mischen von Deutsch und Türkisch entsteht, wobei sie als Ausdruck einer bikulturellen Identität dient, anstatt nur ein "falsches" Deutsch zu repräsentieren.
Der Begriff beschreibt eine soziale Kategorie für Jugendliche, die sich weder ausschließlich als "deutsch" noch ausschließlich als "türkisch" definieren, sondern ein neues, hybrides Identitätsmuster aus beiden Kulturen entwickelt haben.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

