Forschungsarbeit, 2007
124 Seiten, Note: 1
I. Die Biographie von K. A. Lingner
Soziale Herkunft, Kindheit und Schulbildung
Lingners kaufmännische Lehre und seine ersten beruflichen Jahre
Vom Korrespondenten zum ersten Versuch als Unternehmer
Lingners Aufstieg zu einem bedeutenden Unternehmer
Gemeinnütziges Wirken und unternehmerischer Erfolg
Lingners letztes Lebensjahr
II. Das gemeinnützige Wirken K. A. Lingners
Die Kinderpoliklinik mit Säuglingsheim in der Johannstadt
Die Zentralstelle für Zahnhygiene und Schulzahnklinik
Die Öffentliche Zentralstelle für Desinfektion und die Desinfektorenschule
Die Dresdner Lesehalle
Lingner und die Kunst
Das Sächsische Serumwerk und Institut für Bakteriotherapie
Die Internationale Hygiene-Ausstellung 1911 und die Entwicklung des National Hygiene-Museums
Die Lingner-Stiftung
Lingner als Verleger und seine Bibliographie
III. Wissenschaftlicher Hintergrund
IV. Quellen -und Literaturverzeichnis
Verzeichnis der Quellen
Medizinhistorische und sonstige Literatur
V. Personen-, Vereins- und Produkteverzeichnis
Personenverzeichnis
Vereinsverzeichnis
Produktverzeichnis
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert das Leben und Wirken des sächsischen Großindustriellen Karl August Lingner (1861-1916). Ziel ist es, seine Entwicklung vom einfachen Handlungsgehilfen zum erfolgreichen Odol-Fabrikanten sowie sein Engagement in sozialen, gesundheitspolitischen und kulturellen Bereichen umfassend zu dokumentieren und historisch einzuordnen.
Die Entwicklung des Odols
Eine ausführliche Beschreibung zur Entstehung des Odols stammt von Dr. Karl Greimer, dem wissenschaftlichen Direktor der Lingner-Werke. In einem Dr. Ernst Schneider (seit 1933 Generaldirektor der Lingner-Werke) gewidmeten Buch [226] schildert Greimer 1936 die Entwicklung der Lingner-Werke und geht dabei auf die Odolentstehung ein. Demnach wurde Lingner „durch seine Bekanntschaft mit den maßgebenden Personen der Chemischen Fabrik von Heyden in Radebeul, Dr. Kolbe und Dr. Seifert ...“ auf die Problematik der Hygiene und Bakteriologie aufmerksam gemacht „und als Dr. Seifert nun gar mit positiven Vorschlägen für die Lancierung einschlägiger Produkte kam...“, „... gründete [Lingner] das Dresdner Chemische Laboratorium Lingner, das sich speziell mit der Herstellung und dem Vertrieb chemischer Präparate zu hygienischen Zwecken befassen sollte“ [226].
Im Juni 1892 wurde mit der Chemischen Fabrik von Heyden-Radebeul ein Vertrag geschlossen, wonach sich diese verpflichtete, dem Dresdner Chemischen Laboratorium Lingner zur Herstellung von hygienischen und kosmetischen Präparaten eine flüssige Substanz ´Salicylogen´ zu liefern, die die Firma bis dahin nicht in den Handel gebracht hatte. Der Forderung Lingners, dass diese Substanz nur ihm allein geliefert wurde, sonst aber niemandem, entsprach die Chemische Fabrik von Heyden am 10. Juni 1892 mit der Einschränkung, dass das Roh-Fabrikat, das in der Fabrik als Nebenprodukt gewonnen wurde, zunächst auf fünf Jahre zum Preis von 8 Mark pro kg excl. Verpackung ab Fabrik geliefert werde. Preis, Art und Dauer der Abmachung sollten streng geheimgehalten werden ...“. Über die Verwendung des Salicylogens war man sich vorerst noch nicht im klaren. Man dachte an die Herstellung einer Hautcreme, einer Toilettenseife sowie an ein Mundwasser. Letztendlich entschied man sich zunächst für die Herstellung eines Mundwassers [226].
I. Die Biographie von K. A. Lingner: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Lingners von seiner Kindheit in Magdeburg über seine Zeit in Paris bis hin zum Aufstieg als bedeutender Unternehmer nach.
II. Das gemeinnützige Wirken K. A. Lingners: Hier werden die verschiedenen sozialen und kulturellen Projekte Lingners, wie die Kinderpoliklinik, die Zahnhygiene, das Hygiene-Museum und seine Stiftungen, detailliert erläutert.
III. Wissenschaftlicher Hintergrund: Dieser Abschnitt erläutert die methodische Herangehensweise bei der Auswertung von Archivmaterial und Quellen für die vorliegende Publikation.
IV. Quellen -und Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung aller bibliographischen Quellen und Literaturhinweise, die der Arbeit zugrunde liegen.
V. Personen-, Vereins- und Produkteverzeichnis: Ein detailliertes Register der erwähnten Personen, der Vereine, in denen Lingner tätig war, sowie der von ihm produzierten Waren.
Karl August Lingner, Odol, Hygiene, Sozialhygiene, Desinfektion, Zahnhygiene, Sächsisches Serumwerk, Deutsches Hygiene-Museum, Unternehmer, Mäzen, Volksbelehrung, Industriegeschichte, Dresden, Philanthropie, Medizin.
Die Publikation widmet sich dem Leben und dem vielfältigen Wirken von Karl August Lingner, einem bedeutenden sächsischen Großindustriellen, der durch seine Odol-Produktion zu Wohlstand gelangte und diesen in erheblichem Maße für soziale und medizinische Projekte einsetzte.
Die Arbeit beleuchtet primär Lingners unternehmerische Erfolge im Bereich der Markenartikelindustrie, seine Vorreiterrolle im Bereich der Volksbelehrung und Sozialhygiene sowie sein weitreichendes Engagement für Institutionen wie das Deutsche Hygiene-Museum.
Das Ziel ist eine fundierte historisch-biografische Aufarbeitung des Lebenswerkes von Lingner, wobei sowohl sein Geschäftssinn als auch seine philanthropischen Ambitionen neutral und quellengestützt dargestellt werden sollen.
Der Autor stützt sich auf eine systematische Auswertung von Primärquellen, insbesondere Archivbeständen des Deutschen Hygiene-Museums, des Stadtarchivs Dresden sowie Handels- und Vereinsregistern.
Im Hauptteil werden Lingners Weg vom Unternehmer zum Sozialhygieniker, seine Rolle als Begründer der Hygiene-Ausstellung 1911 sowie seine zahlreichen Stiftungen für Kindergesundheit, Zahnhygiene und Bildung (Lesehalle) analysiert.
Wesentliche Begriffe sind Lingner, Odol, Sozialhygiene, Hygiene-Museum, Industriegeschichte und Philanthropie.
Lingner pflegte engen Kontakt zu führenden Medizinern und Wissenschaftlern seiner Zeit, wie etwa Robert Koch oder Prof. Seifert, und nutzte deren Erkenntnisse aktiv für seine unternehmerischen und sozialen Konzepte.
Die Arbeit würdigt Seiring als die „rechte Hand“ Lingners, die maßgeblich an der administrativen Umsetzung seiner komplexen sozialen und wissenschaftlichen Projekte beteiligt war.
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