Magisterarbeit, 2001
87 Seiten, Note: 1,6
EINLEITUNG
1 ROBERT MUSIL UND DIE BEDEUTUNG DES KINEMATOGRAPHEN IN SEINER ZEIT
1.1 ABRISS DER ENTWICKLUNG DES KINEMATOGRAPHEN
1.2 ROBERT MUSILS VERHÄLTNIS ZUR KINEMATOGRAPHIE
1.3 DICHTUNGSTHEORETISCHE REFLEXIONEN
1.4 ÄSTHETISCHE REFLEXIONEN ÜBER DEN FILM
1.4.1 Gestalttheorie
1.4.2 „Ansätze zu neuer Ästhetik - Bemerkungen über eine Dramaturgie des Films“
1.4.3 Nachbildwirkung
2 DAS KINEMATOGRAPHISCHE VERFAHREN IN AUSGEWÄHLTEN SKIZZEN AUS DEM NACHLAß ZU LEBZEITEN
2.1 KINEMATOGRAPHISCHES VERFAHREN - EINORDNUNG UND DEFINITION
2.2 DIE SKIZZEN NACHLAß ZU LEBZEITEN
2.2.1 Triedere (1926)
2.2.1.1 Physiognomie der Dinge
2.2.1.2 Raum
2.2.1.3 Zeit
2.2.2 Die Maus (1918); Das Fliegenpapier (1914)
3 DAS KINEMATOGRAPHISCHE VERFAHREN IN DREI FRAUEN AM BEISPIEL DER NOVELLE „GRIGIA“
3.1 VORBEMERKUNG
3.2 FUNKTION DER ERZÄHLPERSPEKTIVEN
3.3 WAHRNEHMUNGSWELT
3.4 RAUM
3.5 ZEIT
4. ZUSAMMENFASSENDES FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die Präsenz kinematographischer Verfahrensweisen in ausgewählten Texten Robert Musils. Dabei wird analysiert, wie die moderne Medientechnik des Kinos sowie die zeitgenössischen Entwicklungen in der Psychologie und Philosophie Musils Auffassung von Wahrnehmung beeinflussten und in eine spezifische erzählerische Technik einflossen, die über die herkömmliche realistische Darstellung hinausgeht.
Die Physiognomie der Dinge
Der ohne Vorgeschichte eingeführte ‚Beobachter‘, der in der Funktion des Kommentators zugleich die Erzählinstanz darstellt, betrachtet das großstädtische Leben von seinem Fenster aus durch ein Vergrößerungsglas. Der in der dritten Person erzählte Text ist, wie aus dem einleitenden Absatz hervorgeht, ein Wahrnehmungsexperiment bzw. ein ‚Versuch‘, an der Figur des Beobachters ausgeführt, während er das optische Instrument auf verschiedene Gegenstände richtet.
Die zwischen Mensch und Welt geschaltete Apparatur, welche neue Ansichten des Altbekannten vermittelt, erweist sich als ein probates Mittel für die vivisektorische Praktik Musils: „Indem es die gewohnten Zusammenhänge auflöst und die wirklichen entdeckt, ersetzt es eigentlich das Genie oder ist wenigstens eine Vorübung dazu.“ (7; 522)
EINLEITUNG: Darstellung der Forschungsziele und methodischen Grundlagen zur Untersuchung kinematographischer Verfahrensweisen bei Robert Musil.
1 ROBERT MUSIL UND DIE BEDEUTUNG DES KINEMATOGRAPHEN IN SEINER ZEIT: Historischer Überblick über die Entwicklung des Kinos und Einordnung von Musils ästhetischen sowie dichtungstheoretischen Reflexionen im Kontext der Moderne.
2 DAS KINEMATOGRAPHISCHE VERFAHREN IN AUSGEWÄHLTEN SKIZZEN AUS DEM NACHLAß ZU LEBZEITEN: Analyse der filmischen Erzählweise anhand konkreter Prosatexte und Definition der zentralen Begriffe wie Isolierung und Zeitdehnung.
3 DAS KINEMATOGRAPHISCHE VERFAHREN IN DREI FRAUEN AM BEISPIEL DER NOVELLE „GRIGIA“: Untersuchung der Novelle „Grigia“ hinsichtlich ihrer besonderen Erzählstruktur, Raum- und Zeitkonzeption unter Berücksichtigung filmästhetischer Analogien.
4. ZUSAMMENFASSENDES FAZIT: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des kinematographischen Verfahrens als eine von mehreren Möglichkeiten der künstlerischen Weltgestaltung bei Musil.
Robert Musil, Kinematographie, Filmästhetik, Gestalttheorie, Wahrnehmungsforschung, Nachlaß zu Lebzeiten, Grigia, Erzähltechnik, Moderne, Medienkritik, Physiognomie, Raum-Zeit-Strukturen, Intermedialität, Montageverfahren, Psychologie.
Die Arbeit untersucht, wie Robert Musil filmische Techniken und die Funktionsweise des Kinematographen in sein literarisches Schaffen integriert hat, um neue Formen der Wahrnehmung abzubilden.
Im Zentrum stehen die Wechselwirkung zwischen Medientechnik, Psychologie und Literatur sowie die Frage nach der literarischen Umsetzung von Zeit- und Raumwahrnehmungen.
Ziel ist es, kinematographische Verfahrensweisen in Musils Texten zu identifizieren und zu zeigen, wie er durch diese das traditionelle Verständnis von Realität und Wahrnehmung hinterfragt.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die medienwissenschaftliche Theorien, gestalttheoretische Erkenntnisse und literaturwissenschaftliche Textanalyse verbindet.
Der Hauptteil analysiert theoretische Aufsätze Musils sowie spezifische Prosaskizzen und die Novelle „Grigia“ auf filmische Gestaltungsmittel hin.
Zu den zentralen Begriffen zählen kinematographisches Verfahren, Wahrnehmungsverschiebung, Gestalttheorie, Bildparataxe und die spezifische "filmische Schreibweise" bei Musil.
Die Arbeit zeigt, dass Musil die technischen Möglichkeiten des Kinos kritisch reflektierte und sie als Ausgangspunkt für seine experimentellen Untersuchungen der menschlichen Wahrnehmungsgrenzen nutzte.
Der Text "Triedere" fungiert als theoretisches Modell, an dem Musil exemplarisch aufzeigt, wie optische Instrumente zur Dekonstruktion gewohnter Wirklichkeitsbilder und zur Isolierung ästhetisch relevanter Details dienen können.
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