Examensarbeit, 2002
81 Seiten, Note: 1,7
0. Einleitung
1. John Richardson: Wacousta or The Prophecy (1832)
1.1. Historischer Hintergrund und Handlungsverlauf
1.2. Der Kontrast zwischen Zivilisation und Wildnis
1.2.1. Das Fort und die Garnison
1.2.2. Der Wald und seine Bewohner
1.2.3. Die Gegensätzlichkeit geometrischer Formen
1.2.4. Der See als europäischer Gegenpol
1.2.5. Paradies und Oase als Fortsetzung des Gegenpols
1.2.6. Der Grenzfluss, die Schlucht und die Brücke
1.3. Die Darstellung der Kolonisten und der Natives
1.3.1. Die Wiedergabe der indigenen Kultur
1.3.2. Die Wiedergabe der weißen Kultur
1.3.3. Der Kampf ungleicher Brüder
1.3.4. Das Erscheinungsbild von Governor De Haldimar
1.3.5. Das Erscheinungsbild von Wacousta
1.3.6. Die weißen und indigenen Nebencharaktere
1.4. Die Aufhebung der Dichotomie
1.5. John Richardson und die nationale Identität
2. Rudy Wiebe: The Temptations of Big Bear (1973)
2.1. Historischer Hintergrund und Handlungsverlauf
2.2. Die Darstellung der unterschiedlichen Lebenswelten
2.2.1. Landbesitz und persönliche Habe
2.2.2. Natur, Spiritualität und die Elemente
2.2.3. Die 'zivilisierte' Zerstörung der Natur
2.2.4. Sprache und Kommunikation
2.3. Die Darstellung der weißen und indigenen Charaktere
2.3.1. Erzähler und Erzählstruktur
2.3.2. Die Bedeutung der Sonne
2.3.3. Das Erscheinungsbild der Kolonisten und ihre Sichtweise
2.3.4. Das Erscheinungsbild der Natives und ihre Sichtweise
2.3.5. Kitty McLean als kulturelle Vermittlerin
2.4. Rudy Wiebe als Sprachrohr der Natives
3. W.O. Mitchell: The Vanishing Point (1973)
3.1. Hintergrund und Handlungsverlauf
3.2. Die Selbstfindung des Carlyle Sinclair
3.2.1. Aunt Pearl und ihre puritanische Erziehung
3.2.2. Old Kacky und "The Vanishing Point"
3.2.3. Der Vater und die fehlende emotionale Bindung
3.2.4. Selbstentfremdung und Selbstausgrenzung
3.2.5. Victoria Rider als scheinbar erfolgreiche Selbstprojektion
3.2.6. Selbsterkenntnis und Erleuchtung
3.3. Der Kontrast von Stadt und Reservat
3.3.1. Die Stadt und ihre befremdlichen Bewohner
3.3.2. "Paradise Valley" und "Storm and Misty"
3.3.3. Die Hängebrücke
3.4. Die weißen und indigenen Nebencharaktere
3.4.1. Die weißen Nebencharaktere
3.4.2. Die indigenen Nebencharaktere
3.5. W.O. Mitchell und "The Vanishing Point"
4. Schlussbetrachtung
5. Bibliographie
Die Arbeit untersucht kontrastive und kongruente Darstellungsweisen indigener und weißer Kultur in drei bedeutenden kanadischen Romanen. Dabei liegt der Fokus auf Mentalitätskonflikten, der kanadischen Identitätsbildung sowie der kritischen Aufarbeitung der kolonialen Geschichte durch Literatur.
1.2. Der Kontrast zwischen Zivilisation und Wildnis
Durch Wacoustas Parteinahme in dem Konflikt zwischen den Natives und der Garnison entsteht zwangsläufig der Kontrast zwischen europäischer Zivilisation und nordamerikanischer Wildnis. Mit beiden Bevölkerungsgruppen prallen zwei Lebenswelten aufeinander, deren Gegensätzlichkeit sich besonders signifikant in der topographischen Situierung des Konfliktes und den daraus resultierenden Grenzziehungen widerspiegelt, die nun im folgenden dargelegt werden sollen.
0. Einleitung: Definiert das Ziel der Untersuchung: Die Analyse der kontrastiven Darstellung weißer und indigener Kultur in ausgewählten kanadischen Romanen zur Identitätsfrage.
1. John Richardson: Wacousta or The Prophecy (1832): Analysiert den frühen Kolonialkonflikt, symbolisiert durch die topographische Trennung von Fort und Wildnis.
2. Rudy Wiebe: The Temptations of Big Bear (1973): Untersucht den Zusammenprall der Kulturen durch die Assimilationspolitik des späten 19. Jahrhunderts und den Untergang der indigenen Lebenswelt.
3. W.O. Mitchell: The Vanishing Point (1973): Behandelt den inneren Konflikt eines weißen Reservatslehrers, der durch die Konfrontation mit der Kultur der Stonys seine eigene Identität hinterfragt.
4. Schlussbetrachtung: Führt die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung der Literatur für die Transformation der kanadischen Identität von der Ausgrenzung zur Toleranz.
5. Bibliographie: Listet die verwendete Primär- und Sekundärliteratur zur wissenschaftlichen Untermauerung der Arbeit auf.
Kanadische Literatur, Wacousta, The Temptations of Big Bear, The Vanishing Point, Kulturkonflikt, indigene Kultur, Kolonisation, Identität, Zivilisation, Wildnis, Assimilation, Kanada, Mentalitätskonflikt, Interkulturalität.
Die Arbeit analysiert die Darstellung des Verhältnisses zwischen weißer und indigener Kultur in drei kanadischen Romanen des 19. und 20. Jahrhunderts.
Zentrale Themen sind der Gegensatz von Zivilisation und Wildnis, Sprachbarrieren, koloniale Machtstrukturen und der Einfluss von Kindheitsprägungen auf das Weltbild.
Ziel ist es, ein umfassendes Bild der kanadischen Einstellung gegenüber indigenen Kulturen von der ersten Besiedlung bis zur Moderne aufzuzeigen und die Rolle dieser Darstellung für die nationale Identitätsfindung zu klären.
Es wurde eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die durch historische Kontexte und Sekundärliteratur gestützt wird.
Im Hauptteil werden die Romane einzeln analysiert: Wacousta (topographische Dichotomie), The Temptations of Big Bear (Landbesitz und Spiritualität) und The Vanishing Point (Selbstfindung eines weißen Protagonisten).
Wichtige Begriffe sind kultureller Dualismus, Assimilation, "Vanishing Point", interkulturelle Kommunikation und nationale Identität.
Während Wacousta eher auf einer stereotypen, topographischen Trennung basiert, setzen sich die späteren Romane kritischer und multiperspektivischer mit den Konflikten auseinander.
Die Sonne dient als Symbol für indigene Spiritualität und Naturverbundenheit, während sie für die Kolonisten oft als blendendes Hindernis oder rein utilitaristischer Aspekt dargestellt wird.
Er dient als Metapher für die Illusion der Kontrolle und der falschen Weltanschauung des Protagonisten, der erkennt, dass seine Assimilationsbemühungen nur ein Trugbild sind.
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