Examensarbeit, 2007
100 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
1.1 Gang der Untersuchung
1.2 Zielsetzung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Mentale Verarbeitung
2.1.1 Kognition
2.1.1.1 Das Drei-Speicher-Modell
2.1.1.2 Horizontale und vertikale Informationsverarbeitung
2.1.2 Wissen
2.1.2.1 Anwärmphasen und ihre Bedeutung für das Leseverstehen
2.1.2.2 Wissensebenen
2.2 Verstehen
2.2.1 Lesen und Textverstehen
2.2.1.1 Schwierigkeitsbereiche literarischer Texte
2.2.1.2 Metakognition und ihre Bedeutung für das Lesen
2.2.2 Emotionen und ihre Bedeutung für die Lesemotivation
2.2.2.1 Bedeutung von Motivation für das Leseverstehen
2.2.2.2 Exkurs I: Allgemeine Leseinteressen jugendlicher Leser
3 Literaturdidaktik und Leseforschung
3.1 Exkurs II: Literaturdidaktische Positionen seit 1945
3.1.1 Erziehender Literaturunterricht
3.1.2 Einfluss der Werkinterpretation
3.1.3 Sachstrukturell orientierte Literaturdidaktik
3.1.4 Kritische Literaturdidaktik
3.1.5 Rezeptionsorientierung
3.1.6 Produktionsorientierte Literaturdidaktik
3.2 Die Empirische Wende
3.2.1 PISA
3.2.2 DESI
3.2.2.1 Strukturelle Unterschiede von PISA und DESI
3.2.2.2 Bildungsstandards im Vergleich zu den Lehrplänen
3.2.3 Allgemeines zu (DESI-)Kompetenzen
3.3 Leseprozessmodell und Lesekompetenzenförderung nach DESI
3.3.1 Das Leseprozessmodell
3.3.1.1 Vorwissen
3.3.1.2 Lokale Informationsentnahme
3.3.1.3 Inferenzen bilden
3.3.1.4 Fokussieren um lokale Kohärenz herzustellen
3.3.1.5 Wissen
3.3.1.6 Globale Kohärenz
3.3.1.7 Mentales Modell
3.3.1.8 Vergleich zweier Texte
3.3.1.9 Zusammenfassung
3.3.2 Das Leseprozessmodell als Instrumentarium
3.3.3 Exkurs III: (Fachdidaktische Kontroverse über den) Zweck von Lesestrategietrainings im Deutschunterricht
3.4 Fragestellung
4 Ablauf und Methode der Untersuchung
4.1 Zielgruppe
4.2 Untersuchungsdesign und Analyseverfahren
5 Analyse
5.1 Zur Kurzgeschichte „Der Feind“
5.2 Analyse: Transkript I
5.3 Analyse: Transkript II
5.4 Analyse: Transkript III
5.5 Zusammengefasste Ergebnisse der Unterrichtsanalysen
6 Gesamtergebnisse
6.1 Wirksamkeit von Lesestrategien und Vorwissen
6.2 Zwischenfazit zur Lehrerrolle
7 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Lesestrategien und Vorwissen auf das Textverständnis von Neuntklässlern. Anhand von qualitativen Unterrichtsanalysen wird geprüft, ob sich durch den gezielten Einsatz von Lesekompetenzmodellen (DESI) und eine strukturierte Vorwissensaktivierung das Verständnis komplexer literarischer Texte im schulischen Kontext verbessern lässt.
2.1.1.1 Das Drei-Speicher-Modell
Das Drei-Speicher-Modell sieht drei unterschiedliche Speicher vor. Das sensorische Register empfängt die einkommenden Reize und hält sie für sehr kurze Zeit weitestgehend originalgetreu im Speicher. Nach Filterungsprozessen gelangt ein Teil der sensorischen Informationen in das Kurzzeitgedächtnis. Hier werden die einzelnen Informationen zu kleineren Einheiten weiterverarbeitet und sind für längere Zeit verfügbar - falls sie als relevant eingeschätzt werden. Die Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses, definiert über die Gedächtnisspanne, umfasst in aller Regel sieben (plus minus zwei) Einheiten, die zeitgleich im Arbeitsspeicher gehalten und miteinander verknüpft werden können.
Das Kurzzeit- bzw. Arbeitsgedächtnis spielt eine wichtige Rolle für das Lesen und Verstehen, denn es ist sowohl für die Verarbeitung als auch für die Speicherung von Informationen zuständig und im Gegensatz zum sensorischen Register in hohem Maße selektiv. Die strukturelle Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses ist durch die Gedächtniskapazität (sieben plus minus zwei) begrenzt, die prozessuale lässt sich hingegen ausbauen, beispielsweise durch eine Förderung mittels Lesestrategien.
1 Einleitung: Diese Einleitung kontextualisiert die Problematik des Leseverständnisses im Lichte der PISA-Ergebnisse und führt in die zentrale Fragestellung der Arbeit ein.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert kognitionspsychologische Grundlagen der mentalen Verarbeitung und definiert Verstehensprozesse als aktive Leser-Text-Interaktion.
3 Literaturdidaktik und Leseforschung: Hier werden die historische Entwicklung der Literaturdidaktik und die moderne Leseforschung (insbesondere PISA und DESI) als Grundlage für die Untersuchung kritisch beleuchtet.
4 Ablauf und Methode der Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt das Design der empirisch-qualitativen Untersuchung, die Zielgruppe und die methodische Herangehensweise an die Unterrichtsanalyse.
5 Analyse: Der Hauptteil präsentiert die detaillierte Auswertung von drei Unterrichtstranskripten, die den Einsatz von Lesestrategien und Vorwissen in der Praxis vergleicht.
6 Gesamtergebnisse: Dieses Kapitel fasst die Erkenntnisse aus den Analysen zusammen und diskutiert die Wirksamkeit von Lesestrategien sowie die Rolle der Lehrkraft.
7 Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel resümiert die Bedeutung des Leseprozessmodells für eine evidenzbasierte Unterrichtspraxis und die zukünftige Förderung der Lesekompetenz.
Lesekompetenz, Vorwissen, Lesestrategien, Textverständnis, DESI, PISA, Mentales Modell, Unterrichtsqualität, Kognitionspsychologie, Literaturdidaktik, Leseforschung, Lesemotivation, Unterrichtsanalyse, Textverarbeitung.
Die Arbeit untersucht, inwieweit Neuntklässler von Lesestrategien und aktiviertem Vorwissen profitieren, um literarische Texte besser zu verstehen.
Die Schwerpunkte liegen auf kognitiven Leseprozessen, der praktischen Anwendung von Lesestrategien im Unterricht und der Evaluation von Unterrichtsgesprächen anhand des DESI-Leseprozessmodells.
Das Hauptziel ist die Verifizierung der Grundannahme, dass hinreichendes Vorwissen in Kombination mit adäquaten Lesestrategien die Lesekompetenz bei Schülern signifikant fördert.
Es handelt sich um ein empirisch-qualitatives Experiment, bei dem Unterrichtsgespräche dreier Parallelklassen mittels qualitativer Analyse von Transkripten untersucht werden.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der Unterrichtsgespräche zu Remarques Kurzgeschichte "Der Feind" in drei verschiedenen Klassen, um die unterschiedlichen Niveaus des Textverständnisses abzubilden.
Zu den zentralen Begriffen zählen Lesekompetenz, Mentales Modell, Vorwissen, DESI, Lesestrategien und Unterrichtsqualität.
Es dient als theoretisches Fundament, um zu erklären, wie Informationen im Gehirn verarbeitet werden und warum Lesestrategien bei der Entlastung des Arbeitsgedächtnisses helfen.
Die Analyse zeigt, dass die Moderationskompetenz der Lehrkraft und die Kenntnis des Leseprozessmodells entscheidend dafür sind, ob Schüler zu tieferen Verstehensebenen gelangen können.
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