Examensarbeit, 1997
123 Seiten, Note: 1
0.) Einleitung
I.) Entwicklung der Theatertechniken Augusto Boals im biographischen Zusammenhang
II.) Die Theatertechniken Augusto Boals
2.1 Das Zeitungstheater
2.2 Das Unsichtbare Theater
2.3 Das Statuentheater
2.4 Das Forumtheater
III.) Das Theater der Unterdrückten in Europa
3.1 Der Polizist im Kopf
IV.) Augusto Boal und Paulo Freire
V.) Möglichkeiten zur Anwendung des Theaters der Unterdrückten in der Schule
VI.) Zur Bedeutung der Förderung der Körper- und Sinneswahrnehmung in der Schule
6.1 Übungen zur Körper- und Sinneswahrnehmung innerhalb des Theaters der Unterdrückten
VII.) Annäherung an das Workshopthema "Gewalt"
7.1 Begriffsbestimmung von "Aggression" und "Gewalt"
7.2 Die Gewaltdiskussion in den Medien
7.2.1 Führt liberale Erziehung zu gewalttätigen Jugendlichen ?
7.3 Vom Schwinden der Polizisten im Kopf
7.4 Gewalt in der Schule
VIII.) Der Workshop
8.1 Die Entwicklung des Workshops
8.2 Die Vorbereitung eines Workshops
8.3 Der Verlauf eines Workshops
8.3.1 Kennenlernphase
8.3.1.1 Phantomimeübungen
8.3.1.2 Postkartenvorstellung
8.3.2 Erste Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt
8.3.3 Sinneswahrnehmung
8.3.3.1 Das Mumpfspiel
08.3.4 Körperwahrnehmung
8.3.4.1 Hypnoseübung
8.3.4.2 Spiegelübung
8.3.5 Übungen zum Thema Gefühle
8.3.5.1 Gefühle steigern
8.3.6 TOC-Übung
8.3.7 Stärke-Übung - eeja-iehca
8.3.8 Übung zum Thema Gewalt: das Elefantenspiel
8.3.9 Rollenspiel: erste Übung zum szenischen Spiel
8.3.10 Tigersprung
8.3.11 Körperwahrnehmung: Musik-Stop
8.3.12 Übung zum Thema Gewalt: Der Außenseiter
8.3.13 Übung zum Thema Gefühle II
8.3.14 TOC-Übung II
8.3.15 Körperwahrnehmung: der Stuhl
8.3.16 Übung zum Thema Gewalt: Über den Tisch laufen
8.3.17 Körperwahrnehmung: Phantasiereise
8.3.18 Sinneswahrnehmung: Statuen blind nachstellen
8.3.19 Statuentheater
8.3.20 Forumtheater zu bekannten Szenen
8.3.21 Übung zum Thema Gewalt: Elfchen-Gedichte
8.3.22 Stärke-Übung - eeja-ieca
8.3.23 Forumtheater zu eigenen Situationen
8.3.24 Abschlußreflektion
8.3.25 Tigersprung
8.4 Statuentheater mit vorgegebenen Situationen zum Thema Gewalt
8.5 Forumtheater zu selbstentwickelten Szenen
IX.) Schlußbemerkung
X.) Literaturverzeichnis
XI. Anhang
11.1 Inhaltsverzeichnis des Videos
11.2 Kurzbeschreibung von Übungen, neben den schon erwähnten aus unseren Workshops
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendungsmöglichkeiten des "Theaters der Unterdrückten" nach Augusto Boal im schulischen Kontext, insbesondere im Hinblick auf Präventionsmöglichkeiten bei Jugendgewalt. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch spielerische Methoden ein Bewusstsein für Unterdrückungsstrukturen geschaffen und durch Aktion und Reflexion alternative Handlungsspielräume für Jugendliche eröffnet werden können.
Die Theatertechniken Augusto Boals
Ich werde nun im folgenden die vier in Europa bekanntesten Techniken vorstellen: Das Zeitungs-, das Unsichtbare-, das Statuen- und das Forumtheater. Mit den letzten beiden haben wir auch im Workshop gearbeitet, auf sie werde ich später noch gesondert an Beispielen eingehen.
In der Reihenfolge, in der ich die einzelnen Methoden aufführe, sind sie auch entstanden.
2.1 Das Zeitungstheater
"Ziel des Zeitungstheaters ist es, die sogenannte Objektivität des Journalismus zu decouvrieren: Richtig lesen lehren und lernen."
Von der Unmöglichkeit, über ein Ereignis objektiv zu berichten, ist schon oft und viel geschrieben worden. Diese Scheinobjektivität, wie sie von den Medien aber oft vertreten wird, als gezielte Manipulation aufzudecken, ist u.a. Aufgabe des Zeitungstheaters.
0.) Einleitung: Die Arbeit motiviert die theaterpädagogische Auseinandersetzung mit Gewalt als Antwort auf die mangelnde Kreativität und Perspektivlosigkeit im schulischen Alltag.
I.) Entwicklung der Theatertechniken Augusto Boals im biographischen Zusammenhang: Dieser Abschnitt zeichnet Boals Weg vom "Black Experimental Theatre" in Rio de Janeiro über das Teatro de Arena bis hin zur Entwicklung seiner Theatertechniken im Exil nach.
II.) Die Theatertechniken Augusto Boals: Die klassischen Methoden – Zeitungstheater, Unsichtbares Theater, Statuentheater und Forumtheater – werden theoretisch eingeführt und erläutert.
III.) Das Theater der Unterdrückten in Europa: Es wird die Anpassung der Techniken an die subtileren Unterdrückungsformen der europäischen Konsumgesellschaft diskutiert, insbesondere das Konzept des "Polizisten im Kopf".
IV.) Augusto Boal und Paulo Freire: Die Arbeit stellt Parallelen zwischen Freires problemorientierter Pädagogik und Boals Theaterkonzept als Basis für eine emanzipatorische Erziehung heraus.
V.) Möglichkeiten zur Anwendung des Theaters der Unterdrückten in der Schule: Es wird begründet, warum diese Techniken ideal für die Arbeit an Schulen geeignet sind, da sie sprachliche Barrieren umgehen und soziale Lernprozesse fördern.
VI.) Zur Bedeutung der Förderung der Körper- und Sinneswahrnehmung in der Schule: Der Autor argumentiert, dass eine Wiedergewinnung körperlich-sinnlicher Ausdrucksformen zwingend notwendig ist, um Blockaden beim Theaterspielen zu lösen.
VII.) Annäherung an das Workshopthema "Gewalt": Dieser Teil bietet eine Auseinandersetzung mit Aggressions- und Gewaltbegriffen sowie eine medienkritische Reflexion und plädiert für eine liberale Erziehung.
VIII.) Der Workshop: Der praktische Hauptteil beschreibt detailliert den zweitägigen Workshop, die Übungen und die Erfahrungen mit verschiedenen Schulklassen.
IX.) Schlußbemerkung: Ein Fazit zur Bedeutung der Theaterarbeit für die angstfreie Atmosphäre zwischen Lehrern und Schülern und den pädagogischen Wert der praktischen Erfahrung.
X.) Literaturverzeichnis: Quellenverzeichnis der verwendeten Fachliteratur.
XI. Anhang: Enthält ergänzende Materialien wie das Inhaltsverzeichnis des Videos und Kurzbeschreibungen weiterer Workshop-Übungen.
Theater der Unterdrückten, Augusto Boal, Paulo Freire, Pädagogik der Unterdrückten, Forumtheater, Statuentheater, Jugendgewalt, Körperwahrnehmung, Sinneswahrnehmung, Politische Bildung, Emanzipatorische Erziehung, Polizist im Kopf, Schulalltag, Theaterpädagogik, Gewaltprävention.
Es geht um den pädagogischen Einsatz der Theatertechniken von Augusto Boal, um mit Jugendlichen in der Schule das komplexe Thema Gewalt zu bearbeiten.
Die Arbeit verknüpft theaterpädagogische Methoden, Fragen der Schulerziehung, Gewaltprävention sowie die Konzepte von Augusto Boal und Paulo Freire.
Das Ziel ist die Erprobung und Reflexion einer theaterpädagogischen Workshop-Struktur, die Schülern ermöglicht, eigene Handlungsalternativen zu Gewalt zu entwickeln.
Es handelt sich um eine handlungsorientierte Reflexion, die theoretische Konzepte (Boal, Freire) mit einem praktischen, dokumentierten Workshop-Verlauf verbindet.
Der Hauptteil beschreibt die Vorbereitung, den Ablauf und die Reflexion von Theaterworkshops in verschiedenen Schulklassen, inklusive Übungsbeschreibungen und Video-Dokumentationen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Theater der Unterdrückten, Gewaltprävention, emanzipatorische Pädagogik und Körperwahrnehmung.
Der Autor sieht im Stillsitzen in der Schule eine Form der Unterdrückung; Übungen zur Wahrnehmung dienen dazu, die "körperliche Zensur" zu lockern und Ausdruckskraft wiederzugewinnen.
Boals Ansatz ist eng mit Freires Pädagogik verknüpft, da beide auf einen dialogischen Lernprozess setzen, in dem der Mensch zum Subjekt seines Handelns wird.
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