Examensarbeit, 2000
79 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Betriebliche Sozialpolitik als Bestandteil betrieblicher Personalpolitik
2.1 Organisation aus politischer Perspektive
2.2 Betriebliche Personalpolitik
2.3 Betriebliche Sozialpolitik
2.3.1 Begriffsbestimmung
2.3.2 Wurzeln der betrieblichen Sozialpolitik: ein Überblick über die historische Entwicklung
2.3.3 Betriebliche Sozial- bzw. Zusatzleistungen
3 Betriebssport
3.1 Vom Sport zum Betriebssport
3.2 Geschichtliche Entwicklung des Betriebssports
3.3 Gegenwärtige Situation des Betriebssports
3.3.1 Erscheinungsformen
3.3.2 Organisationsgrad und Umfang
3.3.3 Ausgewählte Beispiele für betriebssportliche Angebote
3.4 Funktionen des Betriebssports
4 Positionen ausgewählter Interessengruppen zum Betriebssport
4.1 Gewerkschaften
4.2 ArbeitnehmerInnen
4.3 ArbeitgeberInnen-Verbände
4.4 Deutscher Sportbund
4.5 Unternehmensleitungen
5 Fazit
Die Arbeit untersucht den Betriebssport als Bestandteil der betrieblichen Sozialpolitik unter einer interessenpluralistischen Perspektive. Das primäre Ziel ist es, die Verflechtung sportlich-gesundheitlicher sowie betrieblicher Interessen aufzuzeigen und zu analysieren, ob der Sport als Instrument der Vergemeinschaftung und Kontrolle eingesetzt wird.
2.1 Organisation aus politischer Perspektive
Grundsätzlich geht eine politikorientierte Sichtweise auf Organisationen davon aus, dass diese kontextabhängig sind. Dieser Kontext wird zum einen durch Individuen und zum anderen durch die Gesamtgesellschaft gebildet. Politikorientierte Ansätze begreifen eine Organisation als „‘Arena’ interessegeleiteter Interventionen, Aushandlungen, Konflikte mit jeweils nur temporären Problemlösungen.“ Die Strukturen und Regeln innerhalb einer Organisation werden nicht als gegeben und starr angesehen, sondern als „Ressourcen, Bedingungen und Objekte von politischen Prozessen“.
Entscheidend ist hierbei der Hinweis darauf, dass "jede geschichtliche Epoche ihr eigenes Politikverständnis selbst produziert" und die daraus notwendig folgende Frage ist die nach der politischen Konzeption der jeweils zu untersuchenden historischen Epoche. Türk betont die Bedeutung der Abhängigkeit der Organisation von ihrem jeweils relevanten historischen Bezugsrahmen. Ein politikorientierter Ansatz beinhalte "keine ahistorische, gesellschaftsindifferente Konzeption von Organisation". Stattdessen würden die von der jeweiligen Zeit abhängigen "typischen Konflikt- und Problemlagen" beschrieben.
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und Einordnung des Betriebssports als bisher wenig beachteter Teil der betrieblichen Sozialpolitik.
2 Betriebliche Sozialpolitik als Bestandteil betrieblicher Personalpolitik: Theoretische Herleitung betrieblicher Sozialpolitik als Aushandlungsprozess in einem politischen System und Überblick über deren historische Entwicklung.
3 Betriebssport: Analyse der Erscheinungsformen, Organisationsstrukturen sowie der geschichtlichen Entwicklung des Sports im betrieblichen Kontext.
4 Positionen ausgewählter Interessengruppen zum Betriebssport: Detaillierte Betrachtung der unterschiedlichen Standpunkte von Gewerkschaften, Arbeitnehmern, Arbeitgeberverbänden, dem Deutschen Sportbund und Unternehmensleitungen.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Zielsetzungen und Funktionen des Betriebssports und kritische Schlussfolgerung bezüglich dessen Einbindung in die Personalpolitik.
Betriebssport, betriebliche Sozialpolitik, Personalpolitik, Vergemeinschaftung, Leistungsfähigkeit, Interessenpluralismus, Arbeitswelt, Gesundheit, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Gewerkschaften, Betriebsgemeinschaft, Sport, Organisation, Kontrolle.
Die Arbeit untersucht, welche Interessen und Motive Unternehmen und verschiedene Akteure mit der Förderung von Betriebssport verbinden.
Im Fokus stehen die historische Einbettung des Betriebssports, seine verschiedenen Organisationsformen, die Interessen der Beteiligten sowie die funktionalen Zuschreibungen durch die Unternehmensleitungen.
Das Ziel ist es, aufzuklären, ob Betriebssport tatsächlich zur Humanisierung der Arbeitswelt beiträgt oder primär als Mittel der Mitarbeiterkontrolle und Leistungssteigerung fungiert.
Die Arbeit nutzt eine interessenpluralistische Analyse, um Organisationen als mikropolitische Systeme zu betrachten, in denen verschiedene Akteure ihre Ziele verfolgen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung betrieblicher Sozialpolitik, die deskriptive Darstellung des Betriebssports und eine detaillierte Analyse der Interessengruppen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Betriebssport, Sozialpolitik, Personalführung, Vergemeinschaftung, Unternehmenskultur und Interessenpluralismus beschreiben.
Bei der direkten Kontrolle werden Handlungsspielräume durch Überwachung minimiert, während bei der verantwortlichen Autonomie den Mitarbeitern Eigenverantwortung zugestanden wird, um sie stärker an das Unternehmen zu binden.
Der Betriebssport wird als Strategie verstanden, eine "Betriebsgemeinschaft" zu erzeugen, um den Arbeitsfrieden zu sichern und Mitarbeiter emotional an das Unternehmen zu binden.
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