Magisterarbeit, 2001
255 Seiten, Note: sehr gut
1 EINLEITUNG
1.1 METHODE DER FILMANALYSE
1.2 PSYCHO IM KONTEXT
1.3 ERLÄUTERUNG ZUR UNTERSUCHUNGSPRAXIS
2 KÖRPER-INNERVATIONEN ZUR UNBEWUSSTEN WAHRNEHMUNG IN HITCHCOCKS PSYCHO
2.1 DER SPIEGEL ALS METAPHER UND ALLEGORIE IN HITCHCOCKS PSYCHO
2.1.1 Die Spiegel-Bilder
2.1.1.1 Der Spiegel im Hotelzimmer
2.1.1.2 Der Kosmetik-Spiegel
2.1.1.3 Der Spiegel in Marions Appartement
2.1.1.4 Der Rück-Spiegel
2.1.1.5 Der Spiegel im Waschraum
2.1.1.6 Der Spiegel in der Motel-Rezeption
2.1.1.7 Der Spiegel und der Detektiv
2.1.1.8 Der Spiegel in Zimmer 1
2.1.1.9 Die Spiegel der Spiegel
2.2 DAS BILD-IM-BILD
2.2.1 Das Bild im Hotel
2.2.2 Caroline’s Bilder
2.2.3 Marions Bilder
2.2.4 Familienbilder
2.2.5 Schicksalsbilder
2.2.6 Normans/Mutters Bilder
2.3 EDWARD HOPPERS BILDER
2.3.1 Hotelzimmer
2.3.2 Büro
2.4 BILDFORMAT, KASCH UND SCHWARZ-WEIß
2.4.1 Kasch
2.4.1.1 Marions Kasch
2.4.1.2 Normans Kasch
2.4.1.3 Marion und Norman
2.4.2 Die Schwarz-Weiß-Wahl
2.4.2.1 Hotelzimmer
2.4.3 Vertikal-Horizontal
2.5 MIMIK UND GESTIK
2.5.1 Das diabolische Lächeln
2.5.2 Linke Hand/rechte Hand
2.6 DAS KURZ-ZEITBILD
2.6.1 Mahl
2.6.2 Stuhl
2.6.3 Kenn-Zeichen
2.6.4 Norman
3 AUSSICHT
Die vorliegende Arbeit untersucht die unbewusste Wahrnehmungsebene des Zuschauers in Alfred Hitchcocks Film "Psycho". Ziel ist es, durch eine detaillierte filmwissenschaftliche Analyse der visuellen Struktur und Symbolik — insbesondere Spiegelmotive, Bildelemente und die Kameraführung — zu verstehen, wie der Film direkt auf die affektive Körperlichkeit des Betrachters wirkt und diesen in einen psychoanalytisch deutbaren Sog zieht.
2.1.1.1 Der Spiegel im Hotelzimmer
Die oben formulierten Thesen Spotos über die Funktion und Symbolik der Spiegel, die auch aus literaturwissenschaftlichen Arbeiten der schwarzen Romantik hinlänglich bekannt sind, sollen hier als Anhaltspunkt und Reibefläche der zu analysierenden Bilder dienen. Die untere Abbildung ist der Hotelzimmer-Sequenz am Beginn PSYCHOs entnommen. Sie ist geprägt vom Dialog zwischen Marion und Sam, die hier mit aufgeführt wird:
Abbildung 1 0:05:27
„MARY (a smile) I pay, too. They also pay who meet in hotel rooms.
SAM A couple of years and the debts will be paid off. And if she ever re-marries, the alimony Stops ... and then ...
MARY I haven’t even been married once yet!“
1 EINLEITUNG: Definiert das Ziel der Arbeit, den Zuschauer als physischen Transmitter von Filmbildern zu begreifen und die Limitierungen klassischer semiotischer Ansätze aufzuzeigen.
2 KÖRPER-INNERVATIONEN ZUR UNBEWUSSTEN WAHRNEHMUNG IN HITCHCOCKS PSYCHO: Untersucht systematisch die visuelle Rhetorik des Films, von Spiegelmotiven über Bildelemente bis hin zu körpersprachlichen Indikatoren.
3 AUSSICHT: Reflektiert die Ergebnisse der Analyse im Kontext medienwissenschaftlicher Diskurse über die Wiederkehr des Körpers und die affektive Macht des Kinos.
Psycho, Alfred Hitchcock, Filmwissenschaft, Bildwahrnehmung, Spiegelmotiv, Apparatus-Theorie, Zuschauer-Körper, Affekte, Narration, Symbolik, Psychoanalyse, Körper-Innervationen, Bild-im-Bild, Filmanalyse, Suspense.
Die Arbeit analysiert die unbewusste Wirkung von Hitchcocks "Psycho" auf den Zuschauer, wobei der Fokus auf der körperlichen und affektiven Ebene der Filmwahrnehmung liegt.
Zentrale Felder sind die Bedeutung des Spiegelmotivs, die Ikonografie der Bildelemente, die Rolle des Bildformats und die körperliche Mimik und Gestik von Protagonisten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie "Psycho" durch spezifische visuelle Strategien den Zuschauer jenseits der bewussten kognitiven Verarbeitung in einen Zustand affektiver Beteiligung versetzt.
Es wird eine interdisziplinäre, werkimmanente Filmanalyse verwendet, die Ansätze der Bildwissenschaft, der Psychoanalyse und der Apparatus-Theorie integriert, statt sich auf rein semiotische Modelle zu verlassen.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Spiegelmetaphern, "Bild-im-Bild"-Strukturen, der Wirkung von Bildformaten, mimischen Mustern sowie den sogenannten "Kurz-Zeitbildern".
Wichtige Begriffe sind Körper-Innervationen, Apparatus-Theorie, Bild-im-Bild, affektive Körperlichkeit und der "diabolische Blick".
Der Autor zeigt auf, dass der Spiegel in "Psycho" oft als "zweite Kamera" fungiert, die den Voyeurismus des Zuschauers spiegelt und Marion in einer beobachteten, teils fragmentierten Identität zeigt.
Dies sind sehr kurze Einstellungen, die fast unbewusst wahrgenommen werden, aber für den Zuschauer eine mysteriöse Aura und einen unterschwelligen Spannungsaufbau erzeugen, der den Film in seiner Wirkung stabilisiert.
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