Magisterarbeit, 2000
108 Seiten, Note: sehr gut (1)
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
I. Einleitung
II. Die Besetzung Norwegens
II.1 Die Ziele der Besetzung
II.2 Der Aufbau der Verwaltung
III. Die Gestapo in Oslo
III.1 Überlegungen zur neueren Forschung über die Gestapo
III.2 Auftreten und Organisation der Gestapo
III.3 Formen des norwegischen Widerstandes
III. 4 Die Entwicklung der Gestapo in Oslo
III. 4.1 Konsolidierungsphase 1940 – 1941
III. 4.2 Radikalisierungsphase 1941 – 1942
III. 4.3 Terrorphase 1942 – 1944
III. 4.4 Schlussphase 1944 – 1945
III.5 Kollaborateure und ”angiver”
III.6 Das Verhältnis zwischen den Referaten und Dienststellen
IV. Schlussbetrachtung
V. Quellen- und Literaturverzeichnis
VI. Abkürzungsverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herrschaftspraxis und die organisatorische Struktur der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in Oslo während der deutschen Besetzung Norwegens von 1940 bis 1945. Dabei steht die zentrale Frage im Fokus, wie es dem Sicherheitsapparat gelang, das Land zu kontrollieren, welche Methoden dabei Anwendung fanden und inwieweit die Kooperation der lokalen Bevölkerung sowie interne strukturelle Gegebenheiten den Erfolg oder Misserfolg dieser Polizeiarbeit beeinflussten.
III.2 Aufbau und Organisation der Gestapo
Am 29. April 1940, zwei Wochen nach dem deutschen Überfall, landeteten auf dem Osloer Flughafen Fornebu 14 Junkers-52 Transportmaschinen der Luftwaffe, die aus Berlin über Kopenhagen kommend nach Norwegen geflogen waren. Ihnen entstiegen 200 Mann der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes unter dem Kommando vom ersten BdS/SD, SS-Brigadeführer Walther Stahlecker. Das Kommando war zum großen Teil bei der Heerespolizeischule in Pretzsch bei Dresden zusammengestellt worden. Der BdS kommandierte nicht nur die Regionalstellen, sondern war auch der engste politische Referent des Reichskommissars Terboven.
Die Gruppe wurde zunächst auf fünf Einsatzkommandos verteilt, die in Oslo, Bergen, Trondheim, Kristiansand und Stavanger stationiert wurden (Tromsø kam später hinzu) und die Keimzelle der Gestapo-Stellen werden sollten.
Um die Tätigkeit der Regionalposten zu koordinieren, wurde in Oslo ein zentraler Stab eingerichtet, der – vereinfacht – der Struktur des ein Jahr zuvor in Berlin gegründeten RSHA entsprach. Von Anfang an verfolgte das RSHA unter Heydrich in Norwegen das Ziel, die politische Polizei, den SD und die Kriminalpolizei zu einem ”polizeilichen Körper” zu verschmelzen; was hier gelang und im Reich an Rivalitäten scheiterte.
I. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Forschungsgegenstand und die methodische Herangehensweise an das Thema Gestapo in Norwegen sowie die schwierige Quellenlage durch die Aktenvernichtung vor der Kapitulation.
II. Die Besetzung Norwegens: Dieses Kapitel erläutert die strategischen und politischen Hintergründe des deutschen Angriffs auf Norwegen sowie den Aufbau der Besatzungsverwaltung unter Josef Terboven.
III. Die Gestapo in Oslo: Das Hauptkapitel befasst sich mit der Forschung zur Gestapo, ihrer Organisation in der norwegischen Hauptstadt, den Interaktionen mit dem norwegischen Widerstand und der spezifischen Dynamik der verschiedenen Phasen der Besatzung bis 1945.
IV. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Wirksamkeit des Gestapo-Apparates und konstatiert, dass der Terror zwar das Mittel der Herrschaftssicherung blieb, aber an der Effektivität im Kampf gegen den organisierten Widerstand scheiterte.
Gestapo, Norwegen, Besatzungspolitik, Sicherheitspolizei, Widerstand, hjemmefront, Kollaboration, Terboven, Folter, Denunziation, NS-Regime, Oslo, Reichskommissariat, Besatzungszeit, historische Analyse.
Die Arbeit analysiert die Strukturen, Methoden und den Apparat der Gestapo in Oslo während der deutschen Besetzung Norwegens von 1940 bis 1945.
Zentral sind die Entwicklung der Polizeiarbeit, die Rolle von Kollaborateuren, die Interaktion mit dem norwegischen Widerstand (hjemmefront) und das Machtgefüge unter Reichskommissar Josef Terboven.
Das Ziel ist es, die Herrschaftspraxis der Gestapo empirisch zu rekonstruieren und kritisch zu hinterfragen, inwieweit die "allmächtige Gestapo" in Norwegen ein Mythos oder eine belegbare Realität war.
Der Autor nutzt eine historisch-politische Analyse, basierend auf Prozessakten norwegischer Kriegsverbrecherverfahren, Vernehmungsprotokollen der Alliierten sowie zeitgenössischer Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Besetzung, den Aufbau der Gestapo, deren Radikalisierung in vier Phasen sowie die spezifische Rolle norwegischer Hilfskräfte und Agenten.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Gestapo, Widerstand, Kollaboration, Terror, Besatzungspolitik und Sicherheitspolizei.
Die Arbeit zeigt einen Wandel von einer anfangs eher zurückhaltenden Phase hin zu einer zunehmenden Anwendung von Folter, Geiselerschießungen und dem Einsatz von "Nacht-und-Nebel"-Methoden, insbesondere nach 1941.
Die Arbeit betont, dass die Gestapo ohne lokale Unterstützung durch Dolmetscher, Fahrer und Spitzel bei der Sprachbarriere und der Überwachung des Widerstands nur eingeschränkt erfolgreich gewesen wäre.
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