Examensarbeit, 2006
86 Seiten, Note: 1,7
1. Vorwort
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Angst
2.2 Angststörungen
2.3 Generalisierte Angststörungen
2.3.1 Allgemeine Einführung und diagnostische Merkmale
2.3.2 Symptomatik und Diagnostik
2.3.3 Therapieformen
2.3.4 Abgrenzungen zu anderen psychischen Störungen
2.4 Angststörungen bei Kindern
2.4.1 Interventionsverfahren und Präventionsmöglichkeiten
3. Sportförderunterricht vs. Sportunterricht
3.1 Sportunterricht
3.2 Sportförderunterricht
4. Methoden zur Angstreduzierung
4.1 Wahrnehmung ( Körperwahrnehmung )
4.2 Mut- und Risikoübungen
4.3 Abenteuerpädagogik
4.4 Exkurs: Schwimmen und Wassergewöhnung
5. Abschlussbemerkung
Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten des Sportförderunterrichts als pädagogisches Instrument, um Ängste bei Kindern und Jugendlichen mit generalisierten Angststörungen effektiv zu reduzieren und durch Bewegungserfahrungen zu stabilisieren.
2.1 Angst
Angst oder angstähnliche Symptome gehören mittlerweile bei einer großen Anzahl von Krankheiten zum Beschwerdebild vieler Patienten. Manchmal ist ein einziges Symptom auffällig, ein anderes Mal ist dies nur eins unter vielen (vgl.SARTORY 1997, S.3). Die folgenden theoretischen Untersuchungen sollen die weitreichenden Facetten der uns bekannten Angst und der damit verbundenen Störungen deutlich machen.
Sehr oft hört man, dass wir im „Zeitalter der Angst“ leben. Das lässt auf eine „Modeerscheinung“ schließen, die gleichzeitig die Hoffnung in sich birgt, irgendwann wieder aus den Köpfen der Menschen zu verschwinden. Doch so einfach scheint es nicht. Dagegen spricht eine lange Reihe von Schlagwörtern unserer Zeit, die eigentlich untrennbar mit Angst oder Furcht verbunden sind. Leider ist es so, dass sich viele Menschen mit Dingen wie Aggressivität, Arbeitslosigkeit, Gewalt, steigender Kriminalität, mangelnder Altersvorsorge, Umweltverschmutzung, Krieg oder Klimaveränderungen auseinandersetzen müssen. Dies alles sind Tatsachen, mit denen sich Generationen vor uns nicht zwingend beschäftigen mussten.
Sie hatten andere Ängste.
Dennoch scheint es so, dass wir im beginnenden 21.Jahrhundert nicht umhin kommen, solche Sachen außer Acht zu lassen, ferner noch, uns zwingend mit ihnen zu beschäftigen. Die Angst in den Köpfen der Menschen wächst und nimmt sogar so dramatisch zu, dass ein sehr großer Anteil der Bevölkerung in verschiedenem Maße beeinträchtigt wird. Diese Beeinträchtigung bezieht sich eben nicht nur auf physische oder psychische Aspekte, sondern auch auf zwischenmenschliche oder berufliche, also alltägliche Sichtweisen.
Beschreiben wir die Angst nun zunächst als einen Zustand.
Wie ist es nun einem solchen möglich, Menschen in diesem Ausmaß zu beeinflussen, so dass die Lebensqualität entscheidend leidet?
Für eine Erklärung ist es notwendig, den Begriff der Angst genauer zu erläutern. Untersucht man nun dieses Wort sprachgeschichtlich, fällt auf, das es schon vor tausenden von Jahren das „Einschnürende“ oder „Einengende“ (FAUST 2003, S.13) beschreibt. Angst selbst leitet sich aus dem lateinischen Wort „angustia“ ab, welches auch mit Enge übersetzt wird. Neben der Angst kursieren noch andere Worte wie Ängstlichkeit oder Furcht.
1. Vorwort: Einführende Betrachtung der Relevanz des Themas Angst bei Kindern und der Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Angstbewältigung im Schulsport.
2. Theoretische Grundlagen: Detaillierte Definition und Abgrenzung von Angst, Angststörungen sowie eine spezifische Untersuchung generalisierter Angststörungen und deren Symptomatik.
3. Sportförderunterricht vs. Sportunterricht: Gegenüberstellung der institutionellen Rahmenbedingungen des Schulsports und des Sportförderunterrichts sowie deren jeweilige pädagogische Zielsetzung.
4. Methoden zur Angstreduzierung: Vorstellung konkreter Ansätze wie Körperwahrnehmung, Mut- und Risikoübungen sowie erlebnispädagogischer Maßnahmen zur Minderung von Angstzuständen.
5. Abschlussbemerkung: Resümee über die Notwendigkeit des Sportförderunterrichts als zusätzliche Fördermaßnahme für problembelastete Kinder zur Stärkung ihrer psychischen Gesundheit.
Angst, Angststörungen, Generalisierte Angststörung, Sportförderunterricht, Schulsport, Körperwahrnehmung, Angstreduzierung, Abenteuerpädagogik, Prävention, Bewegungsförderung, Psychomotorik, Kindesalter, Angstbewältigung, Vermeidungsverhalten, Ressourcenorientierung
Die Hausarbeit befasst sich mit den Möglichkeiten des Sportförderunterrichts, um Schüler mit generalisierten Angststörungen im schulischen Kontext zu unterstützen und beim Abbau ihrer Ängste zu helfen.
Die Arbeit behandelt die klinische Definition von Angststörungen, die Unterschiede zwischen allgemeinem Sportunterricht und Sportförderunterricht sowie pädagogische Interventionsmethoden im Bereich der Sport- und Bewegungswissenschaften.
Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab zu ergründen, welche spezifischen Möglichkeiten der Sportförderunterricht bereitstellt, um aktiv zum Angstabbau bei Schülern beizutragen.
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, unter Einbeziehung klinischer Diagnosekriterien (wie ICD-10 und DSM-IV) sowie sportwissenschaftlicher Konzepte zur psychomotorischen Förderung.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Angststörungen, den Vergleich der Unterrichtsformen und eine detaillierte Auflistung praktischer Methoden wie Wahrnehmungsförderung, Mutübungen und Schwimmen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Angststörung, Sportförderunterricht, Körperwahrnehmung, Prävention und Bewegungskommunikation treffend beschreiben.
Der Autor differenziert zwischen Angst als diffusem, unbestimmtem Zustand und Furcht als einer gerichteten Reaktion auf eine bewusste, greifbare Gefahrenquelle.
Aufgrund der Kleingruppenarbeit, des reduzierten Leistungsdrucks und des Fokus auf ganzheitliche Bewegung bietet der Sportförderunterricht einen geschützten Rahmen, der das Vertrauen und die Sicherheit der betroffenen Schüler stärkt.
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