Magisterarbeit, 2006
131 Seiten, Note: 1,0
A. EINLEITUNG
B. VORBETRACHTUNGEN
I. Die soziale Krise um 600 v.Chr.
1. Die Ursachen
2. Die Erscheinungsformen
II. Die kurzfristige Lösung der sozialen Krise durch die seisáchtheia
III. Die langfristige Lösung durch die nomothesía
IV. Die institutionsrechtlichen Bestimmungen in der Solonischen nomothesía
C. DIE EINTEILUNG DER BÜRGERSCHAFT IN KLASSEN
I. Zur Bedeutung der Klassenbezeichnungen
II. Bürger ohne Grundbesitz
1. Die Äquivalente in den Quellen und die metrologische Reform Solons
2. Zur Glaubwürdigkeit der Ernteerträge in der Athenaíon politeía
III. Der Zweck der Solonischen Bürgerordnung
IV. Zwischenergebnis: Besitz statt Herkunft
D. DIE PENTAKOSIOMÉDIMNOI UND DIE IHNEN ZUKOMMENDEN FUNKTIONEN
I. Das Archontat
1. Zur Historizität des Wahl-Los-Verfahrens
2. Die Wahl der Archonten
3. Die Kompetenzen der neun Archonten
4. Amtsgewalt und Machtpotential der Archontate
II. Der Areopag
III. Zwischenergebnis: Tradition statt Innovation
E. DIE INSTITUTIONEN DER BÜRGERSCHAFT UND DIE POLITISCHE TEILHABE DER HIPPEÎS, ZEUGÎTAI UND THÊTES
I. Der Rat der Vierhundert (boulé)
1. Zur Frage der Historizität
a. Die Quellenlage
b. Die möglichen Kompetenzen und Funktionen des Rates
2. Die Mitglieder und die politische Bedeutung des Gremiums
II. Die Volksversammlung (ekklesía)
III. Das Volksgericht (heliaía)
1. Berufungsgericht oder Gericht erster Instanz?
2. Zur Identität von helaía und ekklesía
IV. Zwischenergebnis: Die Demokratie auf den Weg gebracht?
F. RESÜMEE
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken des Athener Reformers Solon um 600 v.Chr., mit dem Ziel zu klären, inwieweit er das politisch-institutionelle System Athens neu konstituierte oder lediglich die bestehende Ordnung sanktionierte. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Solons Reformen als rein restitutiv einzustufen sind oder ob sie tatsächliche, innovative Impulse zur Entstehung des demokratischen Bürgerstaats gaben.
1. Die Ursachen
Im 7. Jahrhundert befand sich Athen in einer schweren Krise, welche die Gemeinschaft bedrohte. Kontrovers diskutiert die Forschung sowohl die Faktoren, die diese Krise bedingten, als auch die Formen, in denen sie sich innerhalb der archaischen pólis äußerte. Auch wann sie ausbrach, ist nicht eindeutig festzustellen. Aristoteles ordnet ihr Erscheinen zeitlich nach dem Versuch Kylons, eine Tyrannis zu errichten (ca. 632), dem anschließenden Gerichtsverfahren gegen die Alkmeoniden und nach der Entsühnung der Stadt durch Epimenides ein. Athen muß sich schon einige Jahre in dieser Situation befunden haben, als Drakon seine Gesetzgebung anstrengte (ca. 621/20); der Putschversuch Kylons kann als das früheste Anzeichen einer politischen „Unordnung“ gewertet werden. Ihren Höhepunkt erreichte die tumultuarische Lage nicht lange vor Solons Berufung zum diallaktés.
Obwohl Aristoteles und Plutarch Auskunft über die Zustände und Auswirkungen der Situation in der pólis geben, sagen sie nichts über die Ursachen. Mit Hilfe der Solonischen Gedichte wird jedoch rekonstruierbar, welche Umstände die pólis in diese Krise brachten. Dem sogenannten „Eunomiagedicht“, das Solon vor seiner Berufung öffentlich rezitiert haben muß, sind folgende Worte zu entnehmen.
A. EINLEITUNG: Hinführung zur Fragestellung, inwieweit Solon das politisch-institutionelle System Athens neu gestaltete und ob er als "restitutiver" oder "innovativer" Reformer zu bewerten ist.
B. VORBETRACHTUNGEN: Untersuchung der sozialen und wirtschaftlichen Ursachen der Krise, der seisáchtheia sowie der schriftlich fixierten Rechtssatzungen als Mittel zur Stabilisierung.
C. DIE EINTEILUNG DER BÜRGERSCHAFT IN KLASSEN: Analyse der vier Solonischen Klassen hinsichtlich ihrer Bedeutung, der Rolle des Besitzes und der Frage, ob sie eine tatsächliche Zensus-Ordnung darstellten.
D. DIE PENTAKOSIOMÉDIMNOI UND DIE IHNEN ZUKOMMENDEN FUNKTIONEN: Untersuchung der exklusiven politischen Rolle der ersten Klasse, insbesondere im Archontat und Areopag, und der Frage nach politischer Kontinuität.
E. DIE INSTITUTIONEN DER BÜRGERSCHAFT UND DIE POLITISCHE TEILHABE DER HIPPEÎS, ZEUGÎTAI UND THÊTES: Detaillierte Analyse von Rat der Vierhundert, Volksversammlung und Volksgericht hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und der Teilhabemöglichkeiten der unteren Klassen.
F. RESÜMEE: Abschließende Einordnung Solons als "Mann der Mitte", der zwar Institutionen schuf, aber das aristokratische Monopol auf hohe Ämter beibehielt, ohne die sozialen Stasiskämpfe dauerhaft lösen zu können.
Solon, Athen, Archaische Zeit, Polis, Nomothesia, Seisachtheia, Klassenordnung, Bürgerstaat, Demokratie, Archontat, Areopag, Rat der Vierhundert, Volksversammlung, Volksgericht, Stasis
Die Arbeit analysiert die institutionellen Reformen des Solon in Athen und untersucht, ob diese als Begründung einer Demokratie zu verstehen sind oder eher eine konservative Restauration darstellten.
Die Themen umfassen die soziale Krise Athens, die Lastenabschüttelung, die Einführung der Zensusklassen und die Analyse der verschiedenen politischen Institutionen wie Archontat, Rat und Volksgericht.
Das Hauptziel ist es zu erörtern, ob Solon durch seine Gesetzgebung das politisch-institutionelle System der Polis Athen neu konstituierte oder ob er die überkommene Machtstruktur nachträglich sanktionierte.
Es erfolgt eine quellenkritische Analyse, bei der antike Zeugnisse (besonders Solons Gedichte und Aristoteles’ "Athenaion politeia") unter Einbeziehung der modernen Fachliteratur auf ihren historischen Gehalt und etwaige Anachronismen geprüft werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Klassenordnung, die Privilegien der Pentakosiomedimnoi, die Funktionen der Kollektivgremien für die breitere Bürgerschaft sowie eine detaillierte Prüfung der antiken Quellenlage zu diesen Themen.
Wichtige Begriffe sind Solon, Polis, Nomothesia, Seisachtheia, Klassenordnung, Bürgerstaat, Demokratie und die spezifischen Institutionen wie Areopag, Rat und Volksversammlung.
Die Arbeit bleibt hier kritisch und betont, dass die Errichtung einer zweiten boulé durch Solon in der Forschung umstritten ist und möglicherweise eine spätere, anachronistische Rückprojektion darstellt.
Die heliaía wird als ein bedeutender Schritt zur Übertragung richterlicher Kompetenzen auf das Volk gewertet, wobei die Arbeit einschränkt, dass sie im 6. Jahrhundert noch nicht als voll entwickeltes Berufungsgericht der klassischen Zeit zu verstehen ist.
Die Arbeit argumentiert, dass Solons Reformen das aristokratische Monopol auf hohe Ämter im Wesentlichen unangetastet ließen und das politische System nicht genügend konsolidiert war, um den Machtstreben der rivalisierenden Adelsfamilien wirksam entgegenzuwirken.
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