Examensarbeit, 1994
52 Seiten, Note: 1
0. Einführung
Ziel und Aufbau der Arbeit
1.1. Synodaltagung vom 15.-17.3.90
1.2. Nach der Synodaltagung
1.3. Die Synodaltagung vom 1.-4.11.90
1.4. Weiterer Verlauf
1.5. Thesen über die ekklesiologische Relevanz des Kirchensteuerabzugsverfahrens
2. Kirche und Vergangenheit - die Aufarbeitung der Stasi-Belastung
2.1. Synodaltagung vom 15.-17.3.1990
2.2. Synodaltagung vom 1.- 4.11.1990
2.3. Synodaltagung vom 13.-17.3.1991
2.4. Sondersynode vom 22.6.1991
2.5. Weiterer Verlauf bis zur Synodaltagung vom 17.-20.3.1994
2.6. Thesen zur ekklesiologischen Bedeutung der innerkirchlichen Aufarbeitung der Stasi Vergangenheit
3. Kirche im Einheitsprozeß - der Abschied vom Bund, die Vereinigung mit der EKD und der Beitritt zur VELKD
3.1. Von der „Loccumer Erklärung“ bis zur Synode vom 15.-17.3.1990
3.2. Synodaltagung vom 1.-4.11.1990
3.3. Die „dramatischen“ Synodaltagungen im März und November 1991
3.4. Die Synodaltagung vom 12.-15.3.1993
3.5. Thesen zur ekklesiologischen Bedeutung der Vereinigung mit der EKD und des Beitritts zur VELKD
4. Kirche und die Diskussion um Frieden, Krieg und „Seelsorge an Soldaten“
4.1. Vorgeschichte
4.2. Die Synoden im Jahr 1990
4.3. Die weitere Entwicklung von 1991 bis 1993
4.4. Thesen zur ekklesiologischen Bedeutung dieser Entwicklung
5. Kirche und geistliches Leben in der Gemeinde - Gemeindeaufbau
5.1. Vor dem „Herbst ´89“
5.2. Nach dem „Herbst ´89“
5.3. Thesen zur ekklesiologischen Relevanz dieser Entwicklung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Weg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs in der Umbruchsphase von 1989 bis 1993. Ziel ist es, den Transformationsprozess der Kirche aus der Perspektive ihrer Leitungsorgane (Synode, Landesbischof, Kirchenleitung) anhand von Verlautbarungen und Diskussionsprozessen zu analysieren und deren ekklesiologische Bedeutung kritisch einzuordnen.
2.6.1. Über das Donatistische Schisma 311-411 und die Stasi-Debatte
Die Alte Kirche wurde schwer geprüft, weil es in Zeiten der Bedrängung immer Glieder der Kirche gab, die mit den „Verfolgern“ zusammenarbeiteten (s.o.). Wie sollte mit den „Lapsi“ (die „gefallen“ waren) und den „Traditoren“ (die, die heiligen Schriften ausgeliefert haben), die unter Druck schwach geworden waren, umgegangen werden? Darüber gerieten die Rigoristen und die Laxisten in Streit, der schließlich in einem Schisma endete. Dieser kirchengeschichtliche Exkurs soll die Brisanz der gegenwärtigen Stasi-Debatte nicht relativieren, sondern zeigen, dass bestimmte Problemkonstellationen sich durch die ganze Geschichte der Kirche ziehen. Die Grundfrage lautet: Wie ist damit umzugehen, dass in der sanctorum communio Menschen sind, die man als Glieder am Leib Christi erlebt hat, denen man vertraut und mit denen man zusammengearbeitet hat - und die sich jetzt als „Vertrauensbrüchige“ erwiesen haben?
0. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Anpassungsdruck der Landeskirche im Zuge der Wiedervereinigung und stellt die Forschungsfragen zur kirchlichen Identität und Struktur.
1. Kirche und Geld - das neue Kirchensteuerabzugsverfahren: Dieses Kapitel analysiert die Einführung des staatlichen Kirchensteuerabzugs als Entscheidung für das Volkskirchenmodell und die damit verbundenen internen Spannungen.
2. Kirche und Vergangenheit - die Aufarbeitung der Stasi-Belastung: Der Abschnitt dokumentiert den schwierigen Prozess der innerkirchlichen Auseinandersetzung mit Stasi-Verstrickungen und die Suche nach einem seelsorgerlich vertretbaren Umgang mit Tätern und Opfern.
3. Kirche im Einheitsprozeß - der Abschied vom Bund, die Vereinigung mit der EKD und der Beitritt zur VELKD: Hier wird der organisatorische und identitätsstiftende Wandel der Kirche im Einigungsprozess der deutschen Staaten beschrieben.
4. Kirche und die Diskussion um Frieden, Krieg und „Seelsorge an Soldaten“: Das Kapitel behandelt den Wandel von einer pazifistisch geprägten Tradition zu einer neuen Rolle der Kirche in der Militärseelsorge.
5. Kirche und geistliches Leben in der Gemeinde - Gemeindeaufbau: Abschließend wird das strukturelle Defizit beim Gemeindeaufbau und die mangelnde Einbeziehung von Laien in den Verkündigungsdienst analysiert.
Mecklenburgische Landeskirche, Stasi-Aufarbeitung, Kirchensteuerabzugsverfahren, Wiedervereinigung, EKD, VELKD, Friedensethik, Seelsorge an Soldaten, Volkskirche, Gemeindeaufbau, Laienarbeit, Ekklesiologie, Transformationsprozess, Identitätswandel, Bund Evangelischer Kirchen.
Die Arbeit analysiert den Weg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs von 1989 bis 1993, insbesondere die institutionellen und strukturellen Veränderungen nach der deutschen Wiedervereinigung.
Die Schwerpunkte liegen auf der Kirchenfinanzierung, der Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit, dem Beitritt zu EKD und VELKD, friedensethischen Fragen zur Seelsorge an Soldaten sowie dem Gemeindeaufbau.
Das Ziel ist, den Umbruchsprozess der Kirche aus der Perspektive ihrer Leitungsorgane nachzuzeichnen und ekklesiologische Thesen für das Selbstverständnis der Kirche zu formulieren.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse kirchlicher Drucksachen, Protokolle der Synoden sowie einer Einordnung in kirchengeschichtliche und ekklesiologische Kontexte.
Der Hauptteil gliedert sich in fünf Themenkomplexe, die jeweils die Entscheidungsprozesse in den Synoden darstellen und durch ekklesiologische Thesen kritisch bewerten.
Wesentliche Begriffe sind Transformationsprozess, Volkskirchenmodell, Stasi-Aufarbeitung, Identitätswandel und Friedensethik.
Der Autor sieht in der Aufarbeitung einen ernsthaften, wenn auch spannungsreichen Versuch, der Vergangenheit nicht auszuweichen, wobei er jedoch kritisch anmerkt, dass die Opfer teilweise weniger Aufmerksamkeit erhielten als der Wunsch nach organisatorischer Konsolidierung.
Der Beitritt wird als Ergebnis eines komplexen Entscheidungsprozesses gewertet, der sowohl den Wunsch nach kirchlicher Einheit als auch den Verlust einer eigenständigen, im "Bund" gewachsenen Identität widerspiegelt.
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