Magisterarbeit, 2006
109 Seiten, Note: 2,0
1 Problemstellung
2 Gewalt als konstitutiver Bestandteil der Kultur in Indonesien
3 Hintergründe der Gewalt auf den Molukken
3.1 Geschichte der Molukken
3.2 Die Transmigrasi-Politik der „Neuen Ordnung“
3.3 Stationen der Auseinandersetzungen auf den Molukken
3.3.1 Süd-Molukken und Zentralmolukken
3.3.2 Nord-Molukken
4 Ausbruch der Gewalt auf den Molukken
4.1 Lokale Faktoren des Ausbruchs der Gewalt
4.1.1 Süd-Molukken und Zentralmolukken
4.1.2 Nord-Molukken
4.2 Nationale Faktoren des Ausbruchs der Gewalt
5 Verschärfung der Gewalt auf den Molukken
5.1 Zusammenhang von Religion, Identität und Konflikt
5.2 Die Armee als Akteur auf den Molukken
5.3 Religiöse Organisationen als Akteure auf den Molukken
5.3.1 Christliche Organisationen
5.3.2 Muslimische Organisationen
5.4 Lokale Faktoren der Verschärfung der Gewalt
5.4.1 Süd-Molukken und Zentralmolukken
5.4.2 Nord-Molukken
5.5 Nationale Faktoren der Verschärfung der Gewalt
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die gewalttätigen Auseinandersetzungen auf den Molukken zwischen 1999 und 2003, insbesondere die Frage, inwieweit diese als Religionskonflikt zwischen Christen und Muslimen zu verstehen sind oder ob andere Faktoren wie politische Instrumentalisierung und sozioökonomische Spannungen maßgeblich waren.
3.3.1 Süd-Molukken und Zentralmolukken
Am 19. Januar 1999, einem der höchsten muslimischen Feiertage, Idul Fitri Fest, kam es in Ambon zu einem Streit zwischen einem christlichen Busfahrer und einem buginesischen Moslem an einem Busterminal in Ambon, der in Handgreiflichkeiten ausartete. Immer mehr Menschen beteiligten sich an den Kämpfen und kurz darauf kursierten Gerüchte auf der ganzen Insel Ambon, dass verschiedene Kirchen und Moscheen angezündet worden seien. Vereinfacht gesagt, entwickelte sich so aus einem persönlichen Streit ein Konflikt, der im weiteren Verlauf zwischen den Glaubensgemeinschaften der Christen und der Muslime auf den Molukken ausgetragen wurde. Obwohl sich die Gewalt in den ersten Tagen hauptsächlich gegen das Eigentum zugewanderter Muslime, hauptsächlich Butonesen, Bugis und Makassaris, richtete, schlugen sich die ambonesischen Muslime, aufgrund der scheinbaren religiösen Dimensionen des Konflikts, auf die Seite ihrer Glaubensbrüder und nicht ihrer ethnischen Brüder.
Viele Bewohner von Ambon-Stadt stammen von den umliegenden Inseln. Dies begünstigte die Expansion der Auseinandersetzungen auf die benachbarten Lease-Inseln (Haruku, Saparua und Nusalaut), Seram und Buru. Im März 1999 erreichte die Gewalt die Südostmolukken mit der Insel Kei. Am 31. März 1999, drei Tage nach dem muslimischen Idul Adha Festes und zwei Tage vor Karfreitag, brachen Kämpfe zwischen benachbarten Dörfern in Tual auf den Ost-Südost Molukken aus. „Die schnelle Ausbreitung des für Ambon-Stadt nicht ungewöhnlichen Zwischenfalls vom 19.1.1999 ist für Christen wie Muslime Beweis dafür, dass er Teil eines größeren Szenarios ist, das lange vorher geplant war und auf das verschiedene Ereignisse im Vorfeld bereits hingewiesen haben.“
1 Problemstellung: Einführung in die komplexe ethnisch-religiöse Ausgangslage auf den Molukken und die Forschungsabsicht, die Faktoren hinter den Auseinandersetzungen zu beleuchten.
2 Gewalt als konstitutiver Bestandteil der Kultur in Indonesien: Theoretische Untersuchung, ob Gewalt in Indonesien tief in der politischen Kultur und Tradition verwurzelt ist.
3 Hintergründe der Gewalt auf den Molukken: Analyse der kolonialen Geschichte, der Transmigrasi-Politik unter Suharto und ein Überblick über die Konfliktphasen auf den verschiedenen Inselgruppen.
4 Ausbruch der Gewalt auf den Molukken: Detaillierte Darstellung der lokalen und nationalen Faktoren, die zum Ausbruch der bewaffneten Konflikte führten.
5 Verschärfung der Gewalt auf den Molukken: Untersuchung der Radikalisierung durch religiöse Organisationen, die Rolle des Militärs sowie der Einfluss von Propaganda und Medien auf die Konfliktdynamik.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Konfliktursachen, die sich als Mischung aus lokalen Spannungen, politischer Instrumentalisierung durch Eliten und der Eigendynamik religiöser Identitätsstiftung erweisen.
Molukken, Ambon, Indonesien, Religionskonflikt, Transmigrasi-Politik, Laskar Jihad, Militär, Identität, Gewalt, Ethnizität, Suharto, Religion, Radikalisierung, Konfliktforschung, Islamisierung.
Die Arbeit analysiert die Ursachen und die Eskalationsfaktoren der gewaltsamen Konflikte auf den Molukken zwischen 1999 und 2003 und hinterfragt die verbreitete Darstellung als reinen Religionskrieg.
Die Untersuchung deckt die Geschichte der Region, staatliche Umsiedlungsprogramme, die Rolle des Militärs, religiöse Mobilisierung sowie lokale soziale Strukturen ab.
Die Arbeit fragt, wie sich die Konflikte entwickelten, welche Akteure maßgeblich beteiligt waren und inwieweit Religion lediglich als Instrument zur Mobilisierung in einem komplexen machtpolitischen Gefüge diente.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Literatur, Berichten internationaler Organisationen, Internetquellen und zeitgenössischer Dokumentation basiert.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Phasen des Gewaltausbruchs und deren Verschärfung, wobei insbesondere die Rolle von Externen, die Bedeutung von Symbolik und der Einfluss ethnischer und religiöser Identität detailliert betrachtet werden.
Zentrale Begriffe sind Molukken, Ambon, Laskar Jihad, Transmigrasi, Identität, politisches Militär und religiöse Mobilisierung.
Das Militär wird als Akteur beschrieben, der das Sicherheitsvakuum und die Unruhen teilweise nutzte, um eigene ökonomische und politische Interessen zu sichern oder von Reformforderungen abzulenken.
Die Gruppe wird als entscheidender Eskalationsfaktor eingestuft, die durch ihre Ankunft aus Java und ihren radikalen, auf den "Heiligen Krieg" ausgerichteten Ansatz den Konflikt maßgeblich gewalttätiger gestaltete und religiös auflud.
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