Magisterarbeit, 2004
104 Seiten, Note: 2
Vorwort
0. Wissenschaftlicher Rahmen
0.1 Zielsetzung
0.2 Vorgehensweise
0.3 Quellen
1. Geschichte der Beziehung Mensch – Pferd
1.1 Domestikation
1.2 Frühe Nutzung des Pferdes
1.3 Eignung des Pferdes
1.4 Beziehung Mensch – Pferd
2. Der Weg zum modernen Reiten
2.1 Anfänge: Reiter im Kampf
2.1.1 Nomadische Bogenreiter
2.1.2 Reiten im antiken Griechenland
2.1.3 Reiten bei den Germanen
2.1.4 Reiten im Mittelalter
2.2 Reitkunst im Barock
2.3 Neuerungen des 18. Jahrhunderts
2.4 Das 19. Jahrhundert
2.4.1 Kavallerieschulen
2.4.2 Reitlehren
2.4.3 Reiter und Pferde
2.5 Anfänge des Turniersports
2.5.1 Springsport
2.5.2 Dressursport
2.5.3 Organisation
2.5.4 Reiter und Pferde
2.6 Zusammenfassung
3. Umbruchphase
3.1 Ländliche Reitvereine
3.2 Der Wandel vom Arbeitstier zum Freizeitpartner
3.3 Wandel der Beziehung Mensch – Pferd
4. Situation in den 70ern
4.1 Entstehung des Freizeitreitens
4.2 Folgen
4.2.1 Landwirtschaft und Gesetzgebung
4.2.2 Pferdehaltung
4.2.3 Recht und Gesetz
4.3 Anforderungen an Pferd und Reiter
4.3.1 Der Freizeitreiter
4.3.2 Das Freizeitpferd
4.3.3 Probleme
4.4 Beziehung Mensch – Pferd
4.5 Zusammenfassung
5. Gegenwart: Bestandsaufnahme
5.1 Pferd im Forstbetrieb
5.2 Pferd in der Landwirtschaft
5.3 Pferd und Unterhaltung
5.4 Pferd im Sport
5.5 Pferd und Medizin
5.6 Mensch und Pferd in der Gegenwart
6. Das Freizeitreiten heute
6.1 Der Freizeitreiter
6.2 Reitstile
6.2.1 Dressur und Springen
6.2.2 Geländereiten
6.2.3 Westernreiten
6.2.4 Klassische Dressur
6.2.5 Zusammenfassung
6.3 Das Freizeitpferd
6.3.1 Verleihpferd
6.3.2 Freizeitpferd im Privatbesitz
6.3.3 Reitbeteiligung
6.4 Ausbildung im Freizeitreiten heute
6.5 Haltung des Freizeitpferdes
6.6 Mensch – Pferd Beziehung
7. Wirtschaft rund ums Freizeitreiten
7.1 Landwirtschaft
7.2 Stall- und Weidebedarf
7.3 Ausrüstung
7.4 Gesundheit
7.5 Hufbearbeitung
7.6 Turniersport
7.7 Reitschulbetriebe
7.8 Ausbildungsberufe
7.9 Pferdepensionsbetriebe
7.10 Reisebranche
7.10.1 Reiterferien für Kinder
7.10.2 Reiturlaub für Erwachsene
7.11 Vereinswesen
7.12 Zusammenfassung
8. Organisationen
8.1 Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. (FN)
8.2 Vereinigung der Freizeitreiter und –fahrer in Deutschland e.V. (VFD)
9. Frauen und Pferde
9.1 Historische Betrachtung
9.2 Heute
10. Aktuelle Beobachtungen
10.1 Erwachsenen-Fördermodell der FN
10.2 Reiten als Schulsport
10.3 Freizeitreiten und Internet
11. Mensch – Pferd in der Gegenwart
Schlussgedanken
Diese wissenschaftliche Hausarbeit untersucht die historische Entwicklung und die gegenwärtige Ausformung der Beziehung zwischen Mensch und Pferd, mit einem besonderen Fokus auf das Phänomen des modernen Freizeitreitens und dessen gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Auswirkungen.
1.1 Domestikation
Um die heutige Situation der Mensch – Pferd Verbindung verstehen und deuten zu können, ist es wichtig die Vergangenheit zu kennen. Ich beginne hier mit der Betrachtung, als das Pferd vom wildlebenden Jagdtier zum ’Haustier’ wurde, da sich mit der Domestikation die Bedeutung des Pferdes für den Menschen verändert hat. Die Domestikation des Pferdes vollzog sich, nach Otte, in Europa und Asien in der Jungsteinzeit (Neolithikum) um etwa 3500 – 3000 v. Chr. Otte hierzu:
„Vorrausetzung für die Domestikation wildlebender Tiere waren Veränderungen in der Lebensweise der Menschen. Als nomadisch lebende Jäger und Sammler zu seßhaften Ackerbauern wurden und feste Wohnstätten errichteten, ergaben sich daraus Bedingungen für eine intensive Haltung und Züchtung von bis dahin wildlebenden Tieren. [...] Die Tierhaltung machte die Menschen von zufälligen Jagdbeuten weitgehend unabhängig und Opfertiere waren ständig verfügbar.“
Dadurch veränderte sich auch das Verhältnis zu den Tieren – die Distanz, aus der ein Jagdtier von weitem beobachtet werden musste, um den Jagderfolg sicher zu stellen, wurde überwunden und der Mensch musste sich mit dem Tier vorerst so auseinandersetzen, dass keine der beiden Parteien ernsthaft zu Schaden kam. Denn auch wenn die Tiere eventuell später zum Verzehr dienten, mussten doch einige von ihnen überleben, um durch ihre Nachkommen immer wieder neue Nahrung zu ’produzieren’. Im Verhalten des Menschen dem Tier gegenüber, trat der akute Tötungsgedanke zugunsten einer nachhaltigen Überlebenssicherung zurück.
Meyer zitiert Hancar, der zwischen Zähmung und Domestikation unterscheidet: „[...] als Aufhebung der Fluchttendenz erstreckt sie [die Zähmung, d.Verf.] sich immer nur auf das Einzeltier, erlischt mit seinem Tode und ist nicht hereditär. Die Domestikation [...] bezieht sich in der Regel auf eine Art oder ihre Untergliederung und vererbt sich als Variation der Art aufgrund von Mutation und Selektion.“
1. Geschichte der Beziehung Mensch – Pferd: Das Kapitel analysiert die Domestikation des Pferdes und die damit einhergehende fundamentale Veränderung im menschlichen Umgang mit dem Tier als Jagdwild hin zum Haustier.
2. Der Weg zum modernen Reiten: Hier wird der historische Wandel des Pferdes vom militärischen Nutztier über die barocke Reitkunst bis hin zur Entwicklung des organisierten Turniersports beleuchtet.
3. Umbruchphase: Dieses Kapitel behandelt die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und den damit verbundenen gesellschaftlichen Wandel, der den Übergang des Pferdes vom Arbeitstier zum Freizeitpartner einleitete.
4. Situation in den 70ern: Der Autor beschreibt das Aufkommen des Freizeitreitens als neues Phänomen, einschließlich rechtlicher und landwirtschaftlicher Folgen sowie der Bedürfnisse der neu entstandenen Laien-Reitergruppe.
5. Gegenwart: Bestandsaufnahme: Ein Überblick über die heutigen Einsatzbereiche des Pferdes, von der forstwirtschaftlichen Nutzung und Therapie bis hin zu Sport und Unterhaltung.
6. Das Freizeitreiten heute: Dieses Kapitel widmet sich der Analyse moderner Reitstile, der verschiedenen Kategorien von Pferden und der Bedeutung der emotionalen Bindung zwischen Mensch und Pferd.
7. Wirtschaft rund ums Freizeitreiten: Hier werden die ökonomischen Aspekte wie Landwirtschaft, Ausrüstungsmarkt, Pensionsställe und die Reisebranche als direktes Resultat des Freizeitreitens untersucht.
8. Organisationen: Vorstellung der beiden bedeutendsten Verbände in Deutschland, der FN und der VFD, und deren jeweilige Rolle in der Ausbildung und Organisation von Reitern.
9. Frauen und Pferde: Eine Untersuchung über die überdurchschnittlich hohe Präsenz von Frauen und Mädchen im Reitsport sowie die historischen und modernen Ursachen für dieses Phänomen.
10. Aktuelle Beobachtungen: Das Kapitel beleuchtet moderne Entwicklungen wie Förderprogramme für erwachsene Wiedereinsteiger, Reiten als Schulsport und die Bedeutung des Internets für die Reiterszene.
11. Mensch – Pferd in der Gegenwart: Abschließende Reflexion über die heutige Freiwilligkeit und die seelisch-individuelle Bedeutung, die Menschen ihrer Beziehung zum Pferd beimessen.
Freizeitreiten, Mensch-Pferd-Beziehung, Domestikation, Reitkultur, Pferdesport, Reitvereine, Pensionshaltung, Ausbildung, Landwirtschaft, Frauensport, Turnierreiten, Tierhaltung, Verhaltensforschung, Tierschutz, Breitensport.
Die Arbeit untersucht den Wandel der Mensch-Pferd-Beziehung von der historischen Perspektive bis hin zur modernen Bedeutung des Freizeitreitens in der heutigen Gesellschaft.
Zentral sind die historische Entwicklung (Domestikation, Militär, Reitkunst), der gesellschaftliche Wandel zum Freizeitpartner, ökonomische Strukturen rund ums Pferd sowie spezifische Phänomene wie die Rolle der Frau und moderne Trainingsansätze.
Das Ziel ist es, ein umfassendes Bild der modernen Mensch-Pferd-Situation zu erstellen, indem die historischen Wurzeln analysiert und die wichtigsten Faktoren (Sport, Wirtschaft, Freizeit) sowie deren Wechselwirkungen aufgezeigt werden.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse populärer Sachbücher und Fachliteratur sowie auf der Auswertung aktueller Daten großer Dachverbände wie der FN und Informationen aus dem Internet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Betrachtung, die Analyse der 70er Jahre als Umbruchszeit, die Bestandsaufnahme heutiger Einsatzgebiete und eine Untersuchung der wirtschaftlichen sowie organisatorischen Aspekte des modernen Reitsports.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen das Freizeitreiten, der Wandel der Mensch-Pferd-Beziehung, Pferdezucht, Reitschulbetriebe und die Rolle von Organisationen wie FN und VFD.
Die FN bietet zentrale Strukturen für die Ausbildung (z.B. Trainerlizenzen, Abzeichen) und reagiert mit Pilotprojekten wie dem "Erwachsenen-Fördermodell" auf den steigenden Bedarf von erwachsenen Wiedereinsteigern.
Das Internet fungiert als Informationsplattform für den Austausch unter Reitern, zur Lösung von Problemen in Ausbildung oder Haltung und als Handelsplatz für Pferde sowie Ausrüstung, was den Zugang zum Sport für Laien erleichtert hat.
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