Diplomarbeit, 2002
116 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Grundlagen einer Holding
2.1 Begriffsbestimmung und Wesensmerkmale
2.1.1 Definitionsansatz
2.1.2 Beteiligungen
2.1.3 Rechtsform
2.2 Begriffliche Abgrenzung
2.3 Typologisierung
2.3.1 Funktionale Differenzierung
2.3.1.1 Die Finanz- oder Beteiligungsholding
2.3.1.2 Die Führungsholding
2.3.2 Hierarchische Differenzierung
2.3.2.1 Die Dachholding
2.3.2.2 Die Zwischenholding
2.3.3 Regionale Differenzierung
2.3.3.1 Die Auslandsholding
2.3.3.2 Die Landesholding
2.4 Rechtsgrundlagen
2.5 Holding und Konzernbegriff
2.5.1 Die Holding als Strukturelement internationaler Konzerne
2.5.2 Abgrenzung Holding vs. Konzern
3 Der Holdingstandort im Rahmen der Steuerplanung
3.1 Ansatzpunkte der Steuerplanung für international tätige Unternehmen
3.2 Anforderungen an den Holdingstandort
3.3 Besteuerung von Holding-Strukturen
3.3.1 Gewinnausschüttungen
3.3.2 Veräußerungsgewinne
3.4 Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Milderung einer Doppelbesteuerung
3.4.1 Steueranrechnungsmethode
3.4.2 Steuerfreistellungsmethode
3.4.2.1 Doppelbesteuerungsabkommen
3.4.2.2 Mutter-Tochter-Richtlinie
3.4.3 Quellenbesteuerung
3.5 Ergebnis
4 Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform auf den Holdingstandort Deutschland
4.1 Einleitung
4.2 Beteiligungsertragsbefreiung (§ 8b Abs. 1 KStG)
4.2.1 Besteuerung vor der Unternehmenssteuerreform
4.2.2 Änderungen durch das Steuersenkungsgesetz
4.2.3 Änderungen durch das Unternehmenssteuerfortenwicklungsgesetz
4.2.4 Auswirkungen auf die Gewerbesteuer
4.2.5 Zeitliche Anwendung
4.3 Veräußerungsgewinnfreistellung (§ 8b Abs. 2 KStG)
4.3.1 Besteuerung vor der Unternehmenssteuerreform
4.3.2 Änderungen durch das Steuersenkungsgesetz
4.3.3 Änderungen durch das Unternehmenssteuerfortenwicklungsgesetz
4.3.4 Auswirkungen auf die Gewerbesteuer
4.3.5 Zeitliche Anwendung
4.4 Abzugsbeschränkungen und Abzugsverbote von Betriebsausgaben
4.4.1 Problemstellung
4.4.2 Betriebsausgaben und steuerfreie Bezüge
4.4.2.1 Inlandsbeteiligungen
4.4.2.2 Auslandsbeteiligungen
4.4.2.3 Änderungen durch das Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz
4.4.2.4 Zeitliche Anwendung
4.4.3 Gestaltungsmöglichkeiten
4.4.3.1 Ballooning-Modell
4.4.3.2 Poolrefinanzierung
4.4.3.3 Organschaft
4.4.4 Auswirkungen auf die Finanzierung durch Holdinggesellschaften
4.4.4.1 Fremdfinanzierung einer ausländischen Beteiligungsgesellschaft durch Gewährung eines Gesellschafterdarlehens einer inländischen Holding
4.4.4.2 Eigenfinanzierung einer ausländischen Beteiligungsgesellschaft durch Fremdkapitalaufnahme einer inländischen Holding
4.5 Verluste und Teilwertabschreibungen
4.5.1 Problemstellung
4.5.2 Berücksichtigung von Gewinnminderungen vor der Unternehmenssteuerreform
4.5.3 Änderungen durch das Steuersenkungsgesetz
4.5.4 Änderungen durch das Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz
4.5.5 Zeitliche Anwendung
4.6 Ergebnis
5 Die Gesellschafter-Fremdfinanzierung
5.1 Problemstellung
5.2 Grundkonzeption der Unterkapitalisierungsregelung
5.3 Rechtsfolgen einer überhöhten Gesellschafter-Fremdfinanzierung
5.4 Ausnahmen
5.5 Änderungen durch das Steuersenkungsgesetz
5.6 Bedeutung der Änderungen für den Holdingstandort Deutschland
5.7 Konkurrenzverhältnis von § 8a KStG zu steuerlichen Abzugsverboten
5.7.1 Inlandsbeteiligungen
5.7.2 Auslandsbeteiligungen
5.8 Zeitliche Anwendung
5.9 Ergebnis
6 Die Hinzurechnungsbesteuerung
6.1 Problemstellung
6.2 Änderungen der Hinzurechnungsbesteuerung durch das Steuersenkungsgesetz
6.2.1 Absenkung der Grenze einer „niedrigeren Besteuerung“
6.2.2 Einführung der „Hinzurechnungssteuer“
6.2.3 Konzernstrukturabhängige Hinzurechnungsbesteuerung
6.2.4 Erträge aus der Konzernfinanzierung
6.3 Änderungen durch das Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz
6.3.1 Tatbestandsvoraussetzungen
6.3.1.1 Beteiligung an einer ausländischen Zwischengesellschaft
6.3.1.2 Grenze einer „niedrigeren Besteuerung“
6.3.1.3 Aktive Einkünfte
6.3.2 Streichung der „Hinzurechnungssteuer“
6.3.3 Konzernstrukturabhängige Hinzurechnungsbesteuerung
6.3.4 Erträge aus der Konzernfinanzierung
6.5 Zeitliche Anwendung
6.6 Ergebnis
7 Resümee
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der steuerlichen Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform auf Holdingstrukturen mit Sitz in Deutschland. Dabei wird analysiert, inwieweit die gesetzlichen Reformschritte zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes beigetragen haben und ob die steuerlichen Rahmenbedingungen für Holdinggesellschaften eine Optimierung der Konzernsteuerbelastung unter Berücksichtigung der neuen Rechtslage ermöglichen.
2.1. Begriffsbestimmung und Wesensmerkmale einer Holding
Der Begriff der Holding ist gesetzlich nicht definiert und wird ebenfalls in der Literatur nicht einheitlich verwendet. Der Begriff „Holding“ umschreibt keine eigenständige Rechtsform, sondern eine in der Praxis etablierte Organisationsform innerhalb eines Konzerns. Unter steuerlichen Gesichtspunkten soll diese einen Beitrag zur Reduktion der Konzerngesamtsteuerbelastung leisten.
Der Begriff der Holding ist aus dem englischen „to hold“ abgeleitet und ist zunächst wertneutral und beschreibt eine bestimmte Form des Tätigwerdens einer Gesellschaft. Keller beschreibt diesen Unternehmenstypus wie folgt: „Unter Holding bzw. Holdinggesellschaft ist eine Unternehmung zu verstehen, deren betrieblicher Hauptzweck in einer auf Dauer angelegten Beteiligung an einer (oder mehreren) rechtlich selbstständigen Unternehmung(en) liegt. Die Holding kann, sofern der Umfang der einzelnen Kapitalanlage und deren stimmrechtliche Ausgestaltung dies gestattet, neben der Verwaltungs- und der Finanzierungsfunktion (Holding i.w.S.) auch Führungsfunktionen (i.e.S.) einer konzernleitenden Dachgesellschaft mit abhängigen Konzernunternehmungen wahrnehmen.“
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung von Holdingstrukturen als Instrument der Steueroptimierung im Zuge der Globalisierung und stellt den Kontext der deutschen Unternehmenssteuerreformen dar.
2 Grundlagen einer Holding: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Holding, differenziert zwischen verschiedenen Ausprägungsformen wie Finanz- und Führungsholding und grenzt den Holdingbegriff vom allgemeinen Konzernbegriff ab.
3 Der Holdingstandort im Rahmen der Steuerplanung: Hier werden die steuerlichen Determinanten bei der Wahl eines Holdingstandortes sowie die Problematik der Doppelbesteuerung und entsprechende Vermeidungsmethoden wie das Schachtelprivileg erörtert.
4 Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform auf den Holdingstandort Deutschland: Dieses zentrale Kapitel analysiert die gesetzlichen Änderungen bezüglich Beteiligungserträgen, Veräußerungsgewinnen und Abzugsverboten für Betriebsausgaben unter dem Einfluss der Reformgesetze.
5 Die Gesellschafter-Fremdfinanzierung: Dieses Kapitel behandelt die steuerliche Behandlung der Fremdfinanzierung, insbesondere die Unterkapitalisierungsregeln gemäß § 8a KStG und deren Auswirkungen auf die Finanzierung von Holdinggesellschaften.
6 Die Hinzurechnungsbesteuerung: Diese Ausführungen befassen sich mit den Regelungen zur Hinzurechnungsbesteuerung nach dem Außensteuergesetz und den Modifikationen, die durch die Unternehmenssteuerreformen zur Bekämpfung der Steuerverlagerung eingeführt wurden.
7 Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch, ob die Reformziele zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland erreicht wurden oder ob weiterer Reformbedarf besteht.
Holdinggesellschaft, Unternehmenssteuerreform, Konzernbesteuerung, Beteiligungsertragsbefreiung, Veräußerungsgewinnfreistellung, Betriebsausgabenabzug, Gesellschafter-Fremdfinanzierung, Hinzurechnungsbesteuerung, Doppelbesteuerung, Schachtelprivileg, Standortwettbewerb, § 8b KStG, § 8a KStG, Außensteuergesetz, Konzernfinanzierung.
Die Arbeit analysiert die steuerliche Behandlung von Holdinggesellschaften in Deutschland vor dem Hintergrund der verschiedenen Unternehmenssteuerreformen und bewertet die Eignung des Standortes Deutschland für internationale Konzernstrukturen.
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Besteuerung von Beteiligungserträgen und Veräußerungsgewinnen, der Abzugsfähigkeit von Betriebsausgaben, der Gesellschafter-Fremdfinanzierung sowie der Hinzurechnungsbesteuerung im Außensteuerrecht.
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit die Reformen des Unternehmenssteuerrechts die steuerliche Attraktivität Deutschlands als Holdingstandort beeinflusst haben und ob die angestrebte steuerliche Entlastung für Konzernstrukturen tatsächlich erreicht wurde.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse unter Einbeziehung der einschlägigen Steuergesetze sowie einer betriebswirtschaftlichen Analyse der steuerlichen Auswirkungen auf Basis von Beispielrechnungen und Konzernstrukturmodellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Holding-Grundlagen, die steuerliche Planung, die Auswirkungen der Reformen auf Beteiligungserträge und Ausgabenabzug sowie die detaillierte Prüfung der Fremdfinanzierung und der Hinzurechnungsbesteuerung.
Die wichtigsten Begriffe sind Holdinggesellschaft, Unternehmenssteuerreform, Schachtelprivileg, Hinzurechnungsbesteuerung, Fremdfinanzierung und Konzernbesteuerung.
Durch § 8b KStG wurden Dividenden und Veräußerungsgewinne grundsätzlich von der Körperschaftsteuer freigestellt, was die Durchleitung von Erträgen innerhalb eines Konzerns steuerlich vereinfacht hat, jedoch auch zu neuen Abzugsbeschränkungen für damit verbundene Aufwendungen führte.
Aufgrund der strengeren „Safe Haven“-Regelungen in § 8a KStG und der durch das Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz verschärften Bedingungen ist der Spielraum für eine steuerlich vorteilhafte Fremdfinanzierung durch Anteilseigner gesunken, was zu höheren Anforderungen an das Eigenkapital führt.
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