Diplomarbeit, 2006
48 Seiten, Note: 2+
1 Gegenstand, Gang und Abgrenzung der Arbeit
2 Der Transaktionskostenansatz der Neuen Institutionenökonomik
2.1 Einordnung der Neuen Institutionenökonomik
2.2 Darstellung des Transaktionskostenansatzes
2.2.1 Verhaltensannahmen des Transaktionskostenansatzes
2.2.2 Arten von Transaktionskosten
2.2.3 Dimensionen einer Transaktion
2.3 Die Messung von Transaktionskosten
3 Der Binnenmarkt und seine Bedeutung für den Transaktionskostenansatz
3.1 Die vier Freiheiten des Binnenmarktes
3.2 Die Senkung der Transaktionskosten durch den Binnenmarkt
3.3 Kritische Betrachtung des Binnenmarktes
4 Analyse der Europäischen Währungsunion aus Sicht des Transaktionskostenansatzes
4.1 Die Transaktionskostensenkung durch die EWU
4.1.1 Die Berechnungen der Kommission der Europäischen Gemeinschaften
4.1.2 Die Berechnungen der ifo Studie
4.1.3 Die Berechnungen von Hugo Rodríguez Mendizábal
4.1.4 Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse der Berechnungen
4.2 Die Transaktionskosten der EWU
4.2.1 Die Transaktionskosten der ersten Stufe der EWWU
4.2.2 Die Transaktionskosten der zweiten Stufe der EWWU
4.2.3 Die Transaktionskosten der dritten Stufe der EWWU
4.3 Bewertung der EWU aus Sicht des Transaktionskostenansatzes
4.4 Die fiskalpolitischen Regelungen in der EWU aus Sicht des Transaktionskostenansatzes
4.4.1 Die fiskalpolitischen Probleme der EWU
4.4.2 Die Dimensionen der Transaktionen in der EWU
4.4.3 Die fiskalpolitischen Regelungen des Maastrichter Vertrages
4.4.4 Der Stabilitäts- und Wachstumspakt
5 Ausblick: Der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum
6 Schlussfolgerungen aus der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Institutionen der Europäischen Union, speziell den Binnenmarkt und die Europäische Währungsunion, auf Basis des Transaktionskostenansatzes der Neuen Institutionenökonomik, um deren ökonomische Effizienz und Nutzen für Verbraucher und Unternehmen zu bewerten.
2.2.1 Verhaltensannahmen des Transaktionskostenansatzes
Für den Transaktionskostenansatz haben zwei Grundannahmen über das menschliche Verhalten zentrale Bedeutung: Die begrenzte Rationalität und der Opportunismus.
Die begrenzte Rationalität der Menschen unterstellt, dass die Wirtschaftssubjekte aufgrund unvollständiger Informationen und natürlicher Schranken des Verstandes nur beschränkt rational handeln können. Diese Annahme hat zur Folge, dass eine Transaktion nicht vollständig im Voraus geplant und durch vertragliche Vereinbarungen abgesichert werden kann. Daher können Ereignisse, die während der Vertragslaufzeit auftreten, nicht gänzlich in dem ursprünglichen Vertrag berücksichtigt werden. Infolgedessen ist das Konzept des relationalen Vertrages im Transaktionskostenansatz von großer Bedeutung. Im Gegensatz zu einem umfassenden Vertrag, der Leistung und Gegenleistung für alle Eventualitäten festlegt, lässt der relationale Vertrag Lücken in der Vereinbarung. Relationale Verträge müssen daher oft im Nachhinein abgeändert bzw. ergänzt werden.
Die zweite Verhaltensannahme, der Opportunismus, ist eine stärkere Version des eigennützigen Strebens nach Vorteilen. Es wird unterstellt, dass die Menschen versuchen ihre eigenen Interessen und Vorteile auch unter Zuhilfenahme von List und Tücke durchzusetzen bzw. zu erreichen. Um dieses Verhalten des Vertragspartners zu verhindern, müssen Sicherungen in einen Vertrag eingebaut werden. Diese vertraglichen Sicherungen sollen eine gegenseitige glaubwürdige Zusicherung beider Partner, die Bedingungen des Vertrages zu erfüllen, gewährleisten.
1 Gegenstand, Gang und Abgrenzung der Arbeit: Einführung in die Problematik der EU-Kosten sowie Zielsetzung der Arbeit unter Verwendung des Transaktionskostenansatzes.
2 Der Transaktionskostenansatz der Neuen Institutionenökonomik: Theoretische Einordnung der Neuen Institutionenökonomik und Definition der zentralen Begriffe und Konzepte der Transaktionskosten.
3 Der Binnenmarkt und seine Bedeutung für den Transaktionskostenansatz: Darstellung der vier Freiheiten und Analyse der Transaktionskostensenkungen im EU-Binnenmarkt sowie kritische Würdigung der verbleibenden Hemmnisse.
4 Analyse der Europäischen Währungsunion aus Sicht des Transaktionskostenansatzes: Detaillierte empirische Schätzung der durch die EWU eingesparten Transaktionskosten und Untersuchung der fiskalpolitischen Regelungen.
5 Ausblick: Der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum: Vorstellung der SEPA-Initiative und Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Wettbewerbsvorteile und weiterer Transaktionskostensenkungen im Zahlungsverkehr.
6 Schlussfolgerungen aus der Arbeit: Fazit der Untersuchung, das die untersuchten Institutionen als effizient bestätigt und weiteren Forschungsbedarf zur Messung von Transaktionskosten postuliert.
Europäische Union, Neue Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Binnenmarkt, Europäische Währungsunion, EWU, fiskalpolitische Regelungen, Maastrichter Vertrag, Stabilitäts- und Wachstumspakt, SEPA, Zahlungsverkehr, Institutionen, ökonomische Effizienz, Opportunismus, begrenzte Rationalität.
Die Arbeit untersucht, ob die Institutionen "Binnenmarkt" und "Europäische Währungsunion" aus der Perspektive des Transaktionskostenansatzes als effizient anzusehen sind.
Im Zentrum stehen die Einsparung von Transaktionskosten durch europäische Institutionen, die Analyse der Währungsunion sowie die Bewertung fiskalpolitischer Regelungen.
Das Ziel ist es, die ökonomischen Vorteile der EU-Integration in Form von gesunkenen Transaktionskosten zu quantifizieren und kritisch zu hinterfragen.
Es erfolgt eine theoretische Einordnung und Anwendung des Transaktionskostenansatzes der Neuen Institutionenökonomik, gestützt auf die Auswertung ökonomischer Berechnungen und Fallstudien.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Kosteneinsparungen durch den Binnenmarkt und die EWU, die Kosten der EZB sowie die Wirksamkeit fiskalpolitischer Regelungen zur Absicherung gegen opportunistisches Verhalten.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Transaktionskosten, Europäische Währungsunion, Institutionen, Binnenmarkt und fiskalische Budgetdisziplin charakterisiert.
Der Autor argumentiert, dass die Sanktionsverfahren zu aufwendig und intransparent sind und somit die Zielsetzung, ex-post Opportunismus effizient zu verhindern, verfehlen.
Das Fazit lautet, dass der Pakt keine konsequente Methode darstellt, da Spielräume bei der Beurteilung von Defiziten bestehen und das Beispiel Deutschland zeigt, dass Sanktionen in der Praxis oft ausbleiben.
Es ist der Haftungsausschluss für Verbindlichkeiten anderer Mitgliedstaaten, den der Autor jedoch als wenig glaubwürdig einstuft, da er in Konkurrenz zu anderen Solidaritätsverpflichtungen steht.
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