Diplomarbeit, 2006
61 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Herner Psychiatrie St. Marien-Hospital
2.1. Subjektorientierung unter Einbezug der Lebenswelt
2.2. Ressourcenorientierung unter Einbezug der Öffentlichkeit
3. Die Umsetzung im klinischen Alltag
3.1. Die Morgenrunde
3.2. Das festliche Kaffeetrinken
3.3. Stationsübergreifende Angebote
3.4. Die Delegierten
3.5. Die Ateliers
3.5.1. Die Ateliers als Medium der Öffentlichkeitsarbeit
3.6. Das Jakobus-Pilgerweg-Projekt
3.7. >Die Zeitung<
4. Begriffsbestimmungen
4.1. Der Leib
4.1.1. Zwischenleiblichkeit
4.2. Atmosphären
4.3. Ausdruckscharaktere
4.3.1. Physiognomische Ausdruckscharaktere
4.3.2. Synästhetische Ausdruckcharaktere
4.3.3. Bewegungsanmutungen
5. Krankheit
5.1. Krankheit und Eigenverantwortung
5.2. Leibbewusstsein in der Krankheit
5.3. Leibbewusstsein im Schmerz
5.4. Leibbewusstsein in der psychischen Erkrankung
5.4.1. Person
6. Professionelle Arbeit mit psychisch Kranken unter leibphänomenologischen Gesichtspunkten
6.1. Intuitives Spüren im Zwischenleiblichen Kontakt
6.1.1. Intuitives Spüren durch Erfahrung
6.2. Leibphänomenologie und der ästhetische Teilbereich ’Kunst’
6.2.1. Atelier: Zum 80. Geburtstag von Bernhard Heisig
6.2.1.1. Regentag im Havelland
6.2.1.2. Allee im Lande Brandenburg
6.2.1.3. Artikel in >Die Zeitung<
6.2.2. Atelier: Edward Hopper – Kunstausstellung im Kölner Museum Ludwig
6.2.2.1. Nighthawks
6.2.2.2 Artikel in >Die Zeitung<
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, inwiefern leibphänomenologische Aspekte in das therapeutische Konzept der gemeindepsychiatrischen Klinik St. Marien-Hospital Herne integriert werden können, um die professionelle Arbeit mit psychisch kranken Menschen zu bereichern und das Verständnis für die subjektive Wirklichkeit der Patienten zu vertiefen.
6.2.1. Atelier: Zum 80. Geburtstag von Bernhard Heisig
Das Atelier ’Zum 80. Geburtstag von Bernhard Heisig’ war eine von vielen Veranstaltungen, in der ein ehemaliger Patient selbst Referent war. Durch einen vergangen stationären Aufenthalt im St. Marien Hospital wurde Herr Peter K. über eine Atelier-Veranstaltung, die alle Beteiligten zu einer Bernhard-Heisig-Kunstausstellung nach Wuppertal führte, zum Kunstliebhaber. Die Werke von Bernhard Heisig weckten sein Interesse und veranlassten ihn, sich weiter damit zu beschäftigen.
Nachdem die Öffentlichkeit informiert war, fand das Atelier in einem angenehm dekorierten Raum der Tagesklinik statt. Herr K. selbst kam schon ein wenig früher und konnte so seine eigene Vorstellung in Bezug auf die Gestaltung des Raumes mit einfließen lassen. Eine entsprechende Atmosphäre spielt also auch hier schon eine große Rolle. Bunte Servietten, Vasen, Blumen und Kerzen sorgten für eine wohlig, warme Stimmung und nahmen dem ehemaligen Patienten ein wenig seiner Aufregung.
Wichtig für Herrn K. war sicherlich, dass der Chef des Hauses selbst die Ansprache hielt und den Referenten inklusive seines Themas vorstellte. Schon hier wurde ihm Respekt und Anerkennung entgegengebracht, was meines Erachtens zur positiven eigenen Wertschätzung beitrug. Zudem betraten immer mehr Interessenten den Raum, darunter auch außergewöhnlich viele Mitarbeiter der Klinik.
Peter K. berichtete den Zuhörern, wie er den Bezug zur Kunst entwickelte, und dass sein Interesse daran auch noch heute ungebrochen ist. Nach einem Exkurs durch die Biographie Bernhard Heisigs begann er seine verschiedenen Werke vorzustellen, die sich in großen Bildbänden befanden. Bemerkenswert dabei war für mich, dass die Begeisterung, mit der Herr K. über den Künstler und seine Bilder sprach, auf alle Beteiligten überzuspringen schien.
1. Einleitung: Die Autorin legt ihr Interesse an der Leibphänomenologie dar und hinterfragt die Grenzen rein verbaler Interaktionen in der sozialpsychiatrischen Arbeit.
2. Die Herner Psychiatrie St. Marien-Hospital: Es wird das therapeutische Herner-Modell vorgestellt, das auf Autonomie, Subjektorientierung und einer offenen Klinikstruktur basiert.
3. Die Umsetzung im klinischen Alltag: Verschiedene Angebote wie Morgenrunden, Ateliers und das Pilgerprojekt werden als Mittel zur Förderung der Patientenressourcen beschrieben.
4. Begriffsbestimmungen: Zentrale Konzepte wie Leib, Zwischenleiblichkeit, Atmosphären und Ausdruckscharaktere werden phänomenologisch definiert.
5. Krankheit: Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung von Eigenverantwortung, Leibbewusstsein in verschiedenen Krankheitszuständen sowie die psychische Erkrankung als veränderte Welterfahrung.
6. Professionelle Arbeit mit psychisch Kranken unter leibphänomenologischen Gesichtspunkten: Hier wird der Nutzen der Leibphänomenologie für professionelle Mitarbeiter, insbesondere durch intuitives Spüren, theoretisch und praxisorientiert erörtert.
7. Schlussbetrachtung: Die Autorin resümiert, dass das leibphänomenologische Verständnis eine unverzichtbare Ergänzung für eine ganzheitliche psychiatrische Versorgung darstellt.
Leibphänomenologie, Sozialpsychiatrie, St. Marien-Hospital Herne, Subjektorientierung, Ressourcenorientierung, Zwischenleiblichkeit, Atmosphäre, Krankheit, Eigenverantwortung, Kunsttherapie, Intuition, Soziale Arbeit, Ästhetik, Patientenautonomie, therapeutischer Alltag.
Die Arbeit untersucht, wie leibphänomenologische Konzepte und Ansätze in den Alltag der gemeindepsychiatrischen Versorgung des St. Marien-Hospitals Herne integriert werden können.
Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung des Leibes und der leiblichen Kommunikation, die Förderung der Eigenverantwortung bei Patienten sowie die Rolle von Kunst und Ästhetik im therapeutischen Prozess.
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Professionelle der Sozialen Arbeit durch leibliches Spüren ein tieferes Verständnis für die subjektive Wirklichkeit psychisch kranker Menschen gewinnen und damit eine effektivere Hilfe leisten können.
Die Arbeit basiert auf einer leibphänomenologischen Perspektive, die das menschliche Erleben durch den Leib als Basis der Welterfahrung und Kommunikation betrachtet, angewandt auf die praktische Arbeit in der Klinik.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Herner Modells, theoretische Begriffsbestimmungen (Leib, Atmosphäre), eine Reflexion über Krankheit und eine detaillierte Analyse praktischer Beispiele wie Atelierprojekte.
Die zentralen Schlagworte sind Leibphänomenologie, Soziale Arbeit, Psychiatrie, Subjektorientierung, leibliches Spüren und ästhetische Bildung.
Das Projekt ermöglicht den Patienten, außerhalb der Patientenrolle aktiv zu werden, soziale Kontakte zu knüpfen und durch die gemeinschaftliche Herausforderung das Selbstwertgefühl zu stärken.
Die Autorin argumentiert, dass intuitive, leibliche Eindrücke des Personals wichtige ergänzende Informationen liefern, die über rein naturwissenschaftliche oder klinische Verlaufsdaten hinausgehen und ein ganzheitliches Bild ermöglichen.
Sie möchte davor warnen, Patienten lediglich auf ihre Krankheit oder Diagnosen zu reduzieren, und betont, dass der psychisch Kranke trotz seiner Erkrankung immer als Individuum mit eigener Lebensgeschichte wahrgenommen werden muss.
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