Examensarbeit, 2007
25 Seiten, Note: 2,0
1 Projektmethode
1.1 Definition des Begriffs Projektmethode
1.2 Einordnung des Unterrichtsvorhabens
2 Grundlegende Planung
2.1 Bedingungsanalyse
2.1.1 Klassensituation
2.1.2 Grundlegende Organisation und Überblick
2.2 Hintergrundwissen
2.3 Bildungsplan
2.3.1 Didaktische Begründung der Thematik
2.3.2 Didaktische und methodische Überlegungen zum Ablauf
2.3.3 Angestrebte Ziele
2.3.4 Verlaufsskizze
3 Durchführung und Reflexion
3.1 Ausgangssituation
3.2 Pizzaessen: Organisieren – Finanzieren – Reflektieren
3.3 Verhaltensauffällige Schüler
3.4 Erreichbarkeit der Ziele
3.5 Schrittweise Annäherung an die Projektmethode
Das Ziel der Arbeit ist die Dokumentation einer projektartigen Unterrichtssequenz, die Schülern einer fünften Klasse die praktische Handhabung von Geld, wirtschaftliche Zusammenhänge und soziale Kompetenzen vermittelt. Die Forschungsfrage untersucht, inwieweit projektartiges Arbeiten trotz begrenzter Selbstorganisation die Schüler für den Umgang mit Geld sensibilisieren und das Sozialverhalten innerhalb der Klasse positiv beeinflussen kann.
3.2 Pizzaessen: Organisieren – Finanzieren – Reflektieren
Nachdem die Ankündigung des Unterrichtsvorhabens am Elternabend sehr positiv von den Eltern aufgenommen wurde, war auch die Resonanz auf das zweite Infoblatt mehr als erfreulich. Auch die Schüler waren sofort begeistert, als ihnen das Unterrichtsvorhaben vorgestellt wurde. Nahezu alle Eltern erklärten sich innerhalb kurzer Zeit dazu bereit, zum geplanten Termin mit ihrem Kind diverse Kuchen, Muffins, Hörnchen oder türkisches Süßgebäck herzustellen. Der am Elternabend noch diskutierte Vorschlag, die Materialkosten vom Erlös zu erstatten, war schnell verworfen, nachdem die Eltern einstimmig beschlossen, diese zu stiften, da es dem Wohle ihrer Kinder zugute käme. Ganz außer Acht sollten die Materialkosten dann allerdings doch nicht gelassen werden. Auf einem kleinen Arbeitsblatt sollten die Kinder zusammen mit ihren Eltern ihre Ausgaben sammeln und addieren, um eine Vorstellung des materiellen Wertes ihrer Erzeugnisse zu gewinnen. In der darauffolgenden Mathestunde stellten einige Schüler ihre Unkostenliste vor, nachdem einige ihrer Klassenkameraden vorher Schätzungen abgeben durften. Im Allgemeinen haben die meisten Kinder den Materialwert überschätzt. Hauptursache dafür war, dass sie beim Schätzen Verkaufspreise von Bäckereien und Konditoreien vor Augen hatten, in denen aber, wie ein leistungsstarker Schüler schnell feststellte, zusätzlich Lohn- und Lohnnebenkosten enthalten sind. Dass diese Faktoren den Hauptteil der Kosten eines Erzeugnisses ausmachen, löste bei vielen Schülern großes Erstaunen aus.
Im Anschluss galt es dann einen wirtschaftlichen Verkaufspreis der Leckereien für den bevorstehenden Verkauf zu berechnen. Auf die Frage, von welchen Faktoren der spätere Gewinn abhängig sei, kamen die Schüler nach und nach auf die Größe und Anzahl der Kuchenstücke, auf die Nachfrage der anderen Schüler, auf die Zusatzkosten für Servietten, auf die Werbung, auf die reichhaltige Auswahl und einiges mehr. Für besonders einflussreiche Faktoren erhielten die Schüler schließlich Richtwerte und wurden angewiesen, in Partnerarbeit einen wirtschaftlichen Verkaufspreis zu berechnen. Gerade für leistungsschwächere Paare schien die Aufgabenstellung zu offen und sie hatten relativ schnell Probleme, nachdem sie zum Teil utopische Werte erhielten. Nach einigen Tipps zur Selbsthilfe starteten die meisten einen erneuten Anlauf, der jedoch häufig schlicht an leichtfertigen Vorzeichen- und Rechenfehlern scheiterte.
1 Projektmethode: Einführung in den theoretischen Begriff der Projektmethode unter Einbeziehung verschiedener Autoren und deren Kriterienkataloge.
2 Grundlegende Planung: Detaillierte Bedingungsanalyse der Klasse, pädagogische Begründung der Thematik sowie konkrete Ablaufplanung und Zielsetzung.
3 Durchführung und Reflexion: Beschreibung der praktischen Umsetzung, Auswertung des wirtschaftlichen Lernprozesses und kritische Reflexion des Lehrerhandelns.
Projektmethode, Finanzkompetenz, Schuldnerprävention, Handlungsorientierung, Mathematikunterricht, soziales Lernen, Klassengemeinschaft, Konsumverhalten, Budgetplanung, Schulprojekt, schülerzentrierter Unterricht, wirtschaftliches Handeln, Projektmanagement, Realschule, Eigenverantwortung.
Die Arbeit dokumentiert eine praxisorientierte Unterrichtssequenz an einer Realschule, in der Schüler der Klasse 5a durch ein reales Projekt den Umgang mit Geld und wirtschaftliche Zusammenhänge erlernen.
Die Themenfelder umfassen den bewussten Umgang mit Geld, die Sensibilisierung für Konsum und Werbung sowie die Anwendung von mathematischen Grundkenntnissen in realen Situationen.
Das Hauptziel ist es, die Schüler für den Wert von Geld und den „Geldkreislauf“ zu sensibilisieren sowie durch gemeinsames Handeln die Klassengemeinschaft und soziale Kompetenzen zu stärken.
Es wurde eine projektartige Unterrichtsmethode eingesetzt, die als Reduktion des klassischen Projektbegriffs konzipiert wurde, um die Schüler schrittweise an selbstständiges Arbeiten heranzuführen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bedingungsanalyse, die detaillierte Planung, die praktische Durchführung (Kuchenverkauf und gemeinsames Kochen) sowie die anschließende Reflexion.
Die wichtigsten Schlagworte sind Projektmethode, Finanzkompetenz, Handlungs- und Produktorientierung sowie soziales Lernen in der Klassengemeinschaft.
Die verhaltensauffälligen Schüler wurden in handlungsorientierten Phasen gezielt eingebunden, wodurch sie durch die praktische Tätigkeit und die Übernahme von Verantwortung ihre Konzentration steigern und ihr Sozialverhalten verbessern konnten.
Mathematik bildet das fachliche Fundament, indem die Schüler Kosten für den Kuchenverkauf berechnen, Preise kalkulieren und später im Supermarkt ihr Budget verwalten sowie eine Gesamt-Finanzabrechnung erstellen.
Das Projekt konnte die angestrebten Lernziele größtenteils erreichen und führte zu einer hohen Motivation der Schüler, die den praktischen Unterricht als sehr bereichernd und abwechslungsreich empfanden.
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