Bachelorarbeit, 2006
48 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Moralentwicklung im Jugendalter
2.1 Der Lebensabschnitt Jugend
2.2 Moralische Anforderungen an Heranwachsende
2.3 Die Entwicklung von Werten als Identitätsfindung
2.4 Die Bildung des moralischen Urteils nach der kognitiven Entwicklungstheorie Lawrence Kohlbergs
2.5 Die Bedeutung der Adoleszenz für die Moralentwicklung
3. Die Wirkung der Familie auf die Norm- und Wertebildung Heranwachsender
3.1 Der Einfluss des Erziehungsstils auf die Moralentwicklung
3.2 Die Bedeutung von Geschwisterbeziehungen auf die moralischeEntwicklung
3.3 Die Ablösung des Jugendlichen von der Familie als Weiterentwicklung des Moralbewusstseins
4. Die Bedeutung der Peers für die Moralentwicklung
4.1 Peers als Unterstützung für die Entwicklung einer „reifen Moral“
4.2 Normen und Normvermittlung unter Gleichaltrigen
5. Die Frage nach dem Auftrag der Schule als moralische Erziehungsinstanz
5.1 Überlegungen zur Notwendigkeit der Moralerziehung innerhalb der Institution Schule
5.2 Grundgedanken Kohlbergs zur Förderung der Moralentwicklung innerhalb der Schule
5.3 Die Dilemmadiskussion als Förderung moralischer Urteilsfähigkeit im Unterricht
6. Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht die Einflussfaktoren Familie, Schule und Peers auf die Moralentwicklung von Jugendlichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie diese sozialen Kontexte zusammenwirken, um Heranwachsende bei der Entwicklung eines eigenen, internalisierten Wertesystems und einer reifen moralischen Urteilsfähigkeit zu unterstützen, insbesondere vor dem Hintergrund der Ablösungsprozesse in der Adoleszenz.
3.1 Der Einfluss des Erziehungsstils auf die Moralentwicklung
Die Familie kann als die erste Instanz moralischer Sozialisation gesehen werden. Sie hat daher auch noch einen erheblichen Einfluss auf moralische Einstellungen und Werte bei Jugendlichen die sich in der Ablösungsphase von den Eltern befinden. Von Hoffmann und Saltzstein (1976) wurde der enorme Einfluss von der Handhabung der elterlichen Erziehung auf die Moralentwicklung beobachtet. Ein kurzer Überblick über verschiedene Erziehungsstile soll verdeutlichen, welche Möglichkeiten für Eltern bestehen, die Kinder in ihrer Moralentwicklung zu fördern bzw. zeigen, wodurch diese auch gehemmt werden kann. Als erstes negatives Beispiel werde ich den „machtausübenden Erziehungsstil“ vorstellen, der, nach einem eindeutigen Forschungsergebnis, im Gegensatz zu anderen Erziehungsmethoden von Eltern, eher eine Internalisierung von Normen verhindert. So wird sich ein Kind, das autoritär erzogen wurde, wenn es keine Überwachung und Entdeckung befürchtet, nicht an die Vorschriften halten.
Die Forschungsergebnisse gehen sogar noch weiter und besagen, dass „Macht ausübende Erziehung, insbesondere in Verbindung mit inkonsistenter Aufsicht und erlebter Feindseligkeit der Eltern, […] ein Prädikator für antisoziale Verhaltensprobleme in der Kindheit und Delinquenz im Jugendalter […]“ (Oerter & Montada 2002, S. 626) ist. Daran wird deutlich, wie bedeutend die Moralentwicklung für das Wohlergehen und Verhalten von Kindern und Jugendlichen ist und dass die Familie weit über die Kindheit hinaus einen großen Einfluss bzw. Nachwirkungen haben kann. Deswegen wird die Familie als ein Haupteinfluss neben den Peers und der Schule auf die Moralentwicklung der Jugendlichen behandelt.
Eine Internalisierung von moralischen Normen und Wertem, die als Ziel der Moralentwicklung gelten kann, wird durch dieses Erzieherverhalten also kaum erreicht werden können. Dagegen kann ein induktiver Erziehungsstil, dessen Weg argumentative Erläuterungen sind und Zwang und Zurechtweisungen ablehnt, die moralische Urteilsfähigkeit stärken. Als dritte Form wurde die Wirkung von Liebesentzug auf die Moralentwicklung untersucht, die nach bisherigen Erkenntnissen wahrscheinlich eher dazu führt, dass Verantwortung und moralischem Handeln aus Angst ausgewichen wird.
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Moralentwicklung und stellt den Fokus auf das Zusammenspiel der Kontexte Familie, Schule und Peers dar.
2 Moralentwicklung im Jugendalter: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten der Adoleszenz, die kognitive Entwicklungstheorie Kohlbergs und warum die Moralentwicklung nicht mit der Kindheit endet.
3. Die Wirkung der Familie auf die Norm- und Wertebildung Heranwachsender: Hier wird der Einfluss von Erziehungsstilen, Geschwisterbeziehungen und der Ablösung von den Eltern auf das Moralbewusstsein untersucht.
4. Die Bedeutung der Peers für die Moralentwicklung: Dieses Kapitel analysiert, wie Gleichaltrige als neue Bezugsgruppe die Entwicklung einer autonomen Moral und das Verständnis für soziale Normen fördern.
5. Die Frage nach dem Auftrag der Schule als moralische Erziehungsinstanz: Hier wird diskutiert, wie die Schule durch den „heimlichen Lehrplan“ und gezielte Dilemmadiskussionen zur Förderung moralischer Urteilsfähigkeit beitragen kann.
6. Schlussfolgerungen: Das Kapitel fasst zusammen, dass die wirkungsvollste Förderung der Moralentwicklung durch den Diskurs über moralische Konflikte in allen drei Kontexten – Familie, Peers und Schule – erfolgt.
Moralentwicklung, Jugendalter, Adoleszenz, Familie, Peers, Schule, Kohlberg, Identitätsfindung, Normen, Werte, Sozialisation, Dilemmadiskussion, Urteilsfähigkeit, Erziehungsstil, Internalisierung
Die Arbeit untersucht, wie Jugendliche in der Phase der Adoleszenz moralische Werte und Normen entwickeln, internalisieren und welche Rolle ihre soziale Umwelt – konkret Familie, Freunde (Peers) und Schule – dabei spielt.
Zentral sind die entwicklungspsychologischen Grundlagen der Moral nach Lawrence Kohlberg, der Einfluss elterlicher Erziehungsstile, die Bedeutung der Ablösung von der Familie sowie die Rolle der Peer-Gruppe und der Schule als Instanzen der moralischen Sozialisation.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Zusammenwirken von Familie, Peers und Schule die moralische Urteilsfähigkeit von Jugendlichen beeinflussen und fördern kann, um sie bei der Entwicklung eines eigenen, autonomen Moralbewusstseins zu unterstützen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf entwicklungspsychologischen Theorien basiert, insbesondere dem Stufenmodell der Moralentwicklung von Lawrence Kohlberg, und diese mit empirischen Forschungsergebnissen zur Sozialisation verknüpft.
Der Hauptteil analysiert detailliert die drei genannten Kontexte: Zunächst die Bedeutung der Familie und der Geschwisterbeziehungen, gefolgt vom Einfluss der Peer-Group auf die Moralentwicklung und abschließend der Rolle der Schule sowie der konkreten methodischen Umsetzung von Dilemmadiskussionen im Unterricht.
Die zentralen Begriffe sind Moralentwicklung, Adoleszenz, Sozialisation, Internalisierung von Werten, kognitive Entwicklung, Dilemmadiskussion und der Einfluss von Gleichaltrigen.
Während die Familie in der Kindheit die Basis für Normen durch komplementäre Reziprozität (Autorität) legt, bietet die Peer-Gruppe in der Adoleszenz einen Freiraum für gleichrangige Kommunikation und das Aushandeln von Werten, was für die Entwicklung einer autonomen, „reifen“ Moral entscheidend ist.
Die Dilemmadiskussion wird als effektive pädagogische Methode hervorgehoben, da sie Jugendliche durch die Konfrontation mit moralischen Konflikten dazu anregt, ihre eigenen Argumentationsmuster zu reflektieren, zu erweitern und so die eigene moralische Urteilsfähigkeit strukturiert zu entwickeln.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

