Magisterarbeit, 1994
159 Seiten, Note: gut
1. EINLEITUNG
1.1. Einleitung
1.2. Wie kam ich an die Informationen; wer waren meine Gesprächspartner?
2. BEGRIFFLICHE UND THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1. Der Faktor Gesundheit als politisches und ökonomisches Gut
2.2. Zur Begrifflichkeit des „Sozialen Wandels“
2.2.1. Sozialer Wandel nach Ogburn
2.2.2. Der „Soziale Wandel“ nach Lewis Coser
2.2.3. Die „vested interests“ Thorstein Veblens
2.2.4. Der Wandel nach Marx
3. ZÜNFTE UND INNUNGEN
3.1. Geschichte der Zünfte
3.2. Die Organisation einer Zunft
3.2.1. Die Idee der Zunft
3.2.2. Leistungen der Zünfte
3.2.3. Sicherung bei Unfall und Krankheit
3.2.4. Innungseigene Krankenkassen
3.2.5. Sicherung im Todesfall
3.2.6. Entwicklungsanalyse (Von den Zünften zu Innungskrankenkassen)
3.2.7. Selbstverwaltung und Solidaritätsgedanke
3.2.8. Von den selbständigen Zunftkassen zur Gesetzlichen Krankenversicherung
3.3. Vertrauens- und Zwangsbeziehungen ehedem und heutzutage
3.3.1. Vergleich Zünfte - GKV
3.3.2. Die Gesetzliche Krankenversicherung als ordnungs- und sozialpolitischer Machtfaktor
3.4. Gustav v. Schmollers Ansatz
4. DIE GESCHICHTE DER GESETZLICHEN KRANKENVERSICHERUNG
4.1. Die Einführung der Gesetzlichen Krankenversicherung durch Bismarck und die „Kaiserliche Botschaft“
4.2. Die Gesetzliche Krankenversicherung vor Einführung der Reichsversicherungsordnung (RVO)
4.3. Weiterentwicklung durch die RVO
4.4. Rechtsentwicklung in der Weimarer Republik
4.5. Die Zeit des Nationalsozialismus
4.6. Die zonalen Unterschiede nach 1945
4.7. Gesetzesmodifikationen in den letzten 40 Jahren
4.7.1. Die Entwicklung bis zum Grundgesetz (1945-1949)
4.7.2. Sozialversicherung im Grundgesetz
4.7.3. Der erste Deutsche Bundestag
4.7.4. Die Rentenreform von 1957
4.7.5. Sozialpolitik bis 1965
4.7.6. Reform der Krankenversicherung
4.7.7. Die „Ökonomisierung“ der Sozialpolitik 1966 - 1969
4.7.8. Sozialpolitische Weiterentwicklungen 1970-1975
4.7.9. Konsolidierung und Kostendämpfung ab 1975
5. DIE GESCHICHTE DER INNUNGSKRANKENKASSEN
5.1. Die Entwicklung der Innungskrankenkassen im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung
5.1.1. Bedeutung der „Magna Charta“ für die Innungskrankenkassen
5.1.2. Die Reichsversicherungsordnung (RVO) und ihre Bedeutung für die IKK
5.1.3. Die Innungskrankenkassen zwischen 1918 und 1945
5.1.4. Die 40 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg
5.1.5. Zusammenfassung der Historie der Innungskrankenkassen
6. DIE GESCHICHTE DER INNUNGSKRANKENKASSE DÜSSELDORF UND NEUSS
6.1. Von den Anfängen bis heute
6.1.1. Die Satzung der IKK Düsseldorf und Neuss
6.1.2. Die Mitgliederentwicklung der IKK Düsseldorf und Neuss
6.1.3. Mitgliederstruktur heute
6.1.4. Entwicklung der Beitragssatzhöhe
6.1.5. Warum als Handwerker heute noch in die Innung?
6.1.6. Die IKK-Unternehmensgrundsätze
6.1.7. Maßnahmen zur allgemeinen Gesundheitsförderung der IKK Düsseldorf und Neuss
7. FAKTOREN EINER SICH VERÄNDERNDEN UMWELT
7.1. Die Gesetzliche Krankenversicherung als ein Element der Gesundheitspolitik (Die Leistungsfähigkeit der GKV)
7.1.1. Das Problem der Steuerung
7.1.2. Die Steuerungsstrukturen in der deutschen Sozialversicherung
7.2. Theorie eines Systems im Wandel (nach Herder-Dorneich)
7.2.1. Das Solidaritätsprinzip - ein historisch-sozialwissenschaftlicher Ansatz
7.2.2. Zusammenfassung der Systemtheorie Herder-Dorneichs
7.3. Sozial- und Gesundheitspolitik angesichts einer „Kostenexplosion“ im Gesundheitswesen (Die Neustrukturierung des Gesundheitswesens)
7.3.1. Kostendämpfung im Gesundheitswesen als unverzichtbare Maxime
7.4. Die Krise der Wohlfahrtsgesellschaft
7.5. Der Wertewandel nach Klages
7.6. Kostendämpfungspolitik als Reaktion auf erhöhte Ausgaben auf dem Gesundheitssektor (Das „Gesundheitsreformgesetz“)
7.6.1. Das „Gesundheitsstrukturgesetz“
7.6.2. Das Krankenhauswesen
7.6.3. Höhere Krankenkasseneinnahmen als Systemveränderung?
7.6.4. Perspektiven für die GKV (Lösungsvorschläge zur Kosteneindämmung)
7.7. Strukturwandel im Handwerk
7.7.1. Folgen für die Innungskrankenkassen
7.7.2. Die „Soziologisierung“ der Sozialpolitik
7.8. Der demographische Wandel in der bundesdeutschen Gesellschaft
7.8.1. Demographischer Ausblick
7.9. Sozialstruktur des Handwerks (Wie ist die Konstanz der Handwerker-Demographie nach Fourastiés „Drei-Sektoren-Modell“?)
7.9.1. Funktionswandel des Handwerks
8. DIE KRANKENVERSICHERUNG IM WANDEL DER GESELLSCHAFT
8.1. Die Sozialversicherung und die „Soziale Frage“
8.1.1. Der staatliche Ansatz
8.2. Wandel im Gesundheitswesen
8.2.1. Gesundheitsvorsorge statt Einkommenssicherung
8.3.. Der Wandel im Panorama der Krankheiten
8.4. Technisierung des Gesundheitswesens
8.5. Zunahme der personellen Besetzung
8.6. Wandel in der Wirtschaft
8.6.1. Ansteigen des Volkseinkommens
8.6.2. Wandel in der Rangordnung der Wirtschaftsbereiche
8.6.3. Wandel in der Zusammensetzung der Erwerbstätigen
8.7. Funktionswandel der Krankenversicherung
8.7.1. Was bedeutet der Funktionswandel speziell für die Innungskrankenkasse Düsseldorf und Neuss?
9. DER FUNKTIONSWANDEL DER INNUNGSKRANKENKASSE DÜSSELDORF UND NEUSS
9.1. Die strukturelle Umorientierung der IKK Düsseldorf und Neuss
9.2. Unternehmenspolitik der IKK Düsseldorf und Neuss (Ein Modell)
9.3. Die Organisationsstruktur einer fiktiven „IKK Nordrhein“
9.4. Zusammensetzung der Organe der „IKK Nordrhein“
9.5. Schlußbemerkung und Ausblick
10. LITERATUR
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Innungskrankenkassen unter Berücksichtigung sozio-politischer Theorien und ökonomischer Veränderungen seit dem Zweiten Weltkrieg. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Innungskrankenkasse Düsseldorf und Neuss und der Frage, wie diese als soziale Institution auf den gesellschaftlichen Wandel und ökonomische Herausforderungen reagiert hat.
2.2.1. Sozialer Wandel nach Ogburn
Die soziale Struktur einer Gesellschaft ist nichts Statisches, vielmehr befindet sie sich in einer andauernden Bewegung und Veränderung - in einem Wandel.
Der Begriff des „Sozialen Wandels“ wurde 1922 von Ogburn eingeführt, um ältere Begriffe wie „Fortschritt“, „Evolution“ oder „Entwicklung“ abzulösen, die als wertgeladene Begriffe (z.B. „Fortschritt“) in Erscheinung treten oder bereits spezifische Muster und Programme sozialer Veränderung („Entwicklung“) zu implizieren scheinen und daher nicht immer als neutral anzusehen sind.
Sozialer Wandel bezieht sich auf die Veränderung sozialer Strukturen und / oder sozialen Verhaltens. Um herauszufinden, auf welchen Inhalt sich Sozialer Wandel beziehen soll, muß man von vornherein bereits in jeweils spezifischer Weise Ansatz, Perspektive und das mögliche Ergebnis der Analyse festlegen. Für jede einzelne Festlegung ist es dann erforderlich, geeignete Indikatoren zu finden, die messen, ob und in welchem Ausmaß die Teile einer sozialen Struktur (z.B. Schichtungsstruktur, Bevölkerungsstruktur usw.) oder eines bestimmten Sozialverhaltens (z.B. soziale Selbsteinschätzung, Wertorientierungen) sich gewandelt haben. Die Frage nach Reichweite und Richtung Sozialen Wandels steht demzufolge vor erheblichen Meßproblemen, insbesondere wenn es sich um Wandlungsvorgänge qualitativer Natur handelt.
1. EINLEITUNG: Der Autor erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die sozialen und ökonomischen Wandlungsprozesse der Innungskrankenkassen darzustellen.
2. BEGRIFFLICHE UND THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel führt zentrale Begriffe wie Gesundheit als Gut und den sozialen Wandel ein und vergleicht verschiedene theoretische Modelle von Soziologen.
3. ZÜNFTE UND INNUNGEN: Es wird die historische Wurzel der Krankenversicherung in den mittelalterlichen Zünften und Innungen sowie deren soziale Absicherungsmechanismen analysiert.
4. DIE GESCHICHTE DER GESETZLICHEN KRANKENVERSICHERUNG: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss von der Einführung durch Bismarck bis zu den gesetzlichen Modifikationen der letzten vierzig Jahre.
5. DIE GESCHICHTE DER INNUNGSKRANKENKASSEN: Hier steht die spezifische Entwicklung der Innungskrankenkassen im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung im Vordergrund.
6. DIE GESCHICHTE DER INNUNGSKRANKENKASSE DÜSSELDORF UND NEUSS: Dieses Kapitel widmet sich detailliert der Historie, Satzung und Mitgliederentwicklung der spezifischen Kasse.
7. FAKTOREN EINER SICH VERÄNDERNDEN UMWELT: Der Autor untersucht externe Einflussfaktoren wie Gesundheitspolitik, Wertewandel und demographische Entwicklungen.
8. DIE KRANKENVERSICHERUNG IM WANDEL DER GESELLSCHAFT: Es wird analysiert, wie sich das Verständnis von Krankheit und das soziale Sicherungssystem im Spiegel der Gesellschaft verändert haben.
9. DER FUNKTIONSWANDEL DER INNUNGSKRANKENKASSE DÜSSELDORF UND NEUSS: Das abschließende Kapitel beleuchtet die strukturelle Umorientierung und Unternehmenspolitik sowie Zukunftsmodelle der Kasse.
Sozialer Wandel, Innungskrankenkasse, Gesundheitspolitik, Gesetzliche Krankenversicherung, Handwerk, Solidaritätsprinzip, Selbstverwaltung, Kostenexplosion, demographischer Wandel, Sozialstaat, Unternehmenspolitik, Strukturwandel, Risikostrukturausgleich, Prävention.
Die Arbeit untersucht die Wandlungsprozesse der Innungskrankenkassen ausgehend von ihren mittelalterlichen Wurzeln in den Zünften bis hin zu modernen Dienstleistungsunternehmen im Kontext der bundesdeutschen Sozialgeschichte.
Zentrale Themen sind die historische Genese der sozialen Sicherung, die Anwendung soziologischer Wandel-Theorien auf das Versicherungswesen, die ökonomischen Rahmenbedingungen der GKV und die spezifische Organisationsstruktur der IKK Düsseldorf und Neuss.
Ziel ist es, die Entwicklung der Innungskrankenkassen als Antwort auf den sozialen, politischen und ökonomischen Wandel der letzten 100 Jahre zu analysieren und ein zukunftsorientiertes Organisationsmodell für diese Kassenform zu skizzieren.
Der Autor verwendet primär die historische Methode nach Ogburn, um die Entwicklung der GKV als geschichtlichen Abriss darzustellen und den sozialen Wandel als zielgerichtete Entwicklung zu interpretieren.
Der Hauptteil befasst sich mit der Historie des Zunftwesens, der Einführung der Bismarck'schen Sozialversicherung, den Auswirkungen des Wertewandels und der demographischen Krise sowie der Unternehmensführung der IKK Düsseldorf und Neuss.
Wesentliche Begriffe sind Sozialer Wandel, Solidaritätsprinzip, Innungskrankenkasse, Kostendämpfung und Selbstverwaltung.
Die IKK hat sich von einer ursprünglich sehr eng an die Zunft gebundenen sozialen Hilfseinrichtung für Handwerker zu einer eigenständigen, leistungsstarken Körperschaft innerhalb des pluralistischen Systems der Gesetzlichen Krankenversicherung entwickelt.
Aufgrund der alternden Bevölkerung und einer abnehmenden Zahl an Beitragszahlern bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung und Inanspruchnahme medizinischer Leistungen steht das Prinzip der Solidarfinanzierung vor enormen Herausforderungen.
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