Bachelorarbeit, 2006
33 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Was ist das mobile Klassenzimmer?
3. Warum sollte ein Klassenzimmer mobil sein?
3.1 Veränderungen in der kindlichen Bewegungswelt
3.1.1 Die Veränderung der familiären Situation
3.1.2 Die Konsumgesellschaft
3.1.3 Die neuen Räume der Kinder
3.1.4 Die veränderte Bewegungswelt und ihre Auswirkungen
3.2 Veränderungen in der schulischen Bewegungswelt
4. Was ist Haltung?
4.1 Die Erscheinungsformen der aufrechten Haltung
4.2 Einflussfaktoren auf die Haltung
4.3 Haltung und Sitzen
5. Die Untersuchung
5.1 Auswahl und Beschreibung der Stichprobe
5.2 Darstellung der angewendeten Tests
5.2.1 Der Matthiaß-Test
5.2.2 Der Körperkoordinationstest (KTK)
5.3 Untersuchungsmethode
6. Darstellung der Ergebnisse
6.1 Darstellung der eigenen Ergebnisse
6.2 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
6.3 Darstellung der Ergebnisse aus der Literatur
7. Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht, inwieweit ein "mobiles Klassenzimmer" mit beweglichem Mobiliar die Halteleistungsfähigkeit von Grundschulkindern positiv beeinflussen kann. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob durch den Einsatz beweglicher Sitzelemente (wie Halbwalzen) und eine variable Lernumgebung eine messbare Verbesserung der motorischen Stabilität und Haltungsqualität bei den Schülern erreicht werden kann.
4.3 Haltung und Sitzen
„Untersuchungen zur Biomechanik der Wirbelsäule und zum Stoffwechsel der Bandscheiben belegen beeindruckend, dass neben der genetisch bestimmten Qualität des aktiven und passiven Bewegungssystems vor allem Bewegungsmangel, falsche Bewegungsformen und unangemessene Körperhaltungen – hier sei vor allem das zu häufige und meist falsche Sitzen hervorgehoben – degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule und der Gelenke verursachen“ (Breithecker 1998, 4f.).
In unserer Gesellschaft ist das Sitzen zu der am häufigsten eingenommenen Körperhaltung geworden (vgl. Zimmer 1995, 12). Sitzen eine sehr selbstverständliche Handlung, über die in der Regel nicht nachgedacht wird. Man passt sich ständig unterschiedlichen, teilweise auch unzureichend gestalteten Stühlen an, wobei jedoch kaum ein Stuhl den jeweiligen Bedürfnissen des Benutzers gerecht wird. Dadurch kommt es zu fehlerhaften, statischen und verkrampft eingenommenen Zwangshaltungen, die orthopädische Beschwerden zur Folge haben und Sitzschäden in der Krankheitsstatistik zunehmend an Bedeutung gewinnen lassen (vgl. Breitenhecker 1998, 1).
Vergleicht man das Sitzen mit dem Stehen, so ist die Gleichgewichtsregulation im Sitzen einfacher und daher weniger muskuläre Arbeit nötig als im Stehen.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema des mobilen Klassenzimmers ein und beleuchtet die Problematik des starren, bewegungsfeindlichen Schulalltags sowie die zentralen Forschungsfragen.
2. Was ist das mobile Klassenzimmer?: Dieses Kapitel definiert das Konzept des mobilen Klassenzimmers als pädagogische Rahmung, die durch bewegliches Mobiliar wie die „Halbwalze“ aktive Sitzhaltungen fördert.
3. Warum sollte ein Klassenzimmer mobil sein?: Es werden die gesellschaftlichen und familiären Wandlungsprozesse analysiert, die zu Bewegungsmangel und motorischen Defiziten bei Kindern führen.
4. Was ist Haltung?: Das Kapitel erläutert den biomechanischen und psychophysischen Begriff der Haltung und geht auf die negativen Auswirkungen des statischen Sitzens ein.
5. Die Untersuchung: Hier wird der Untersuchungsaufbau an der Grundschule Rheinring beschrieben, inklusive der Stichprobenauswahl und der eingesetzten Testverfahren (Matthiaß-Test, KTK).
6. Darstellung der Ergebnisse: Die Ergebnisse der eigenen Untersuchung werden statistisch ausgewertet und im Kontext existierender Literatur diskutiert.
7. Fazit: Die Autorin zieht ein Resümee, das trotz fehlender signifikanter Ergebnisse in der eigenen Studie für das Konzept des mobilen Klassenzimmers aufgrund des hohen Bewegungsdrangs von Kindern plädiert.
Mobiles Klassenzimmer, Halteleistungsfähigkeit, Matthiaß-Test, Körperkoordinationstest, motorische Entwicklung, Haltungsschwäche, bewegte Schule, Ergonomie, Bewegungsförderung, Grundschulalter, Sitzverhalten, Wirbelsäule, Bewegungsdefizite, aktive Haltung, Schulpädagogik.
Die Arbeit untersucht das Konzept des "mobilen Klassenzimmers" als Gegenentwurf zum statischen, traditionellen Schulunterricht und dessen Einfluss auf die physische Haltung von Grundschülern.
Die Schwerpunkte liegen auf der Bewegungsentwicklung von Kindern, den biomechanischen Anforderungen an die Körperhaltung, der Problematik des dauerhaften Sitzens und der schulpädagogischen Umsetzung einer "bewegten Schule".
Das Ziel ist die Überprüfung, ob ein mobiles Klassenzimmer mit flexiblem Mobiliar zu einer verbesserten Halteleistungsfähigkeit bei Schülern führt, gemessen durch standardisierte Testverfahren.
Die Autorin verwendet eine Längsschnitt- und Querschnittuntersuchung, bei der der Matthiaß-Test zur Prüfung der Rumpfmuskulatur und der Körperkoordinationstest (KTK) zur motorischen Leistungsprüfung eingesetzt werden.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Haltung und Bewegung vor allem das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung an der Grundschule Rheinring sowie die Auswertung der Z-Werte und MQ-Werte detailliert dargestellt.
Typische Begriffe sind mobiles Klassenzimmer, Halteleistungsfähigkeit, Matthiaß-Test, Körperkoordination, Bewegungsdefizite und Schulerziehung.
Obwohl die eigene Untersuchung keine statistisch signifikanten Leistungssteigerungen nachweisen konnte, spricht sich die Autorin aufgrund der pädagogischen Relevanz und der persönlichen Beobachtungen für bewegliche Sitzelemente aus.
Die hohe Fluktuation von Schülern in der Versuchs- und Kontrollklasse erschwerte eine repräsentative statistische Auswertung und führte teilweise zu Verzerrungen der erhobenen Daten.
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