Diplomarbeit, 2007
100 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Krisenbeschreibung
3. Armut
3.1. Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht (2005)
3.2. Armut, Arbeitslosigkeit und Ausgrenzung
3.3. Unterversorgung, Ausschluss und Repression
4. Sozialstaatskonzepte
4.1. Aktiver, liberaler und aktivierender Sozialstaat
4.2. Der ermutigende Sozialstaat – Auswertung eines aktuellen Alternativentwurfs
5. Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE)
5.1. Theoretische Argumentationslinien
5.2. Historische Bezüge
5.2.1. Neoliberale Konzeptionen des Grundeinkommens
5.2.2. Egalitäre Konzeptionen des Grundeinkommens
5.3. BGE aus armutspolitischer Perspektive
6. Arbeit im Wandel der Zeiten
6.1. Was ist Arbeit?
6.1.1. Etymologie des Begriffs
6.1.2. Zur Bedeutungsgeschichte des Arbeitsbegriffs
6.2. Historischer Abriss (Antike-Neuzeit)
6.2.1. Antike
6.2.2. Biblischer Sprachgebrauch
6.2.3. Reformation
6.2.4. Neuzeitliche Einflüsse
6.3. Zur vorindustriellen Arbeitsauffassung
6.3.1. Lohnarbeit, Geld und Markt im vorindustriellen Europa
7. Zur Genese der Arbeitszeit
7.1. Natürliche und abstrakte Zeit
7.1.1. Zeit, Zweck und Geld
7.2. Betriebszeit
7.3. Betriebszeit vs. Freizeit
7.4. Arbeitszeitverkürzung
7.4.1. Die Gewerkschaften
7.5. Grenzen des industriellen Zeitarrangements
7.5.1. Was ist schon „normal“?
7.5.2. Kollektive Illusionen
8. Arbeit und Revolution
8.1. Emanzipation/Befreiung der Arbeit
8.1.1. Mensch und Maschine
8.1.2. Perspektiven der zweiten Moderne
8.1.3. Maschinen und Arbeitslosigkeit
8.1.4. „Kopfarbeit“
8.2. Befreiung der Arbeit = Befreiung von Arbeit?
9. Dimensionen der Arbeitsgesellschaft
9.1. Ende der Arbeitsgesellschaft?
9.2. Zwischenauswertung
10. Das BGE in der Nach-Arbeitsgesellschaft
10.1. Der Arbeitsbegriff bei André GORZ
10.2. Was für ein BGE ? Oder: Wer bietet mehr?
10.3. Mit oder ohne Bedingungen?
10.4. André – wozu BGE?
10.4.1. Vom BGE zum Existenzgeld/-einkommen
10.4.2. ‚Entlohnung’ von Eigenarbeit?
10.5. Diskussion zur GORZ’schen Utopie
11. Zusammenfassende Schlussdiskussion
Die Diplomarbeit untersucht die Notwendigkeit des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) als sozialpolitische Forderung vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Krisen wie Armut, Arbeitslosigkeit und Ausgrenzung. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, ob das BGE als Instrument der Gegenwarts-Sozialpolitik dienen kann und wie es sich historisch sowie theoretisch in den Wandel der Arbeitsgesellschaft einordnen lässt.
1. Einleitung
Soziale Arbeit ist immer auch politische Arbeit.
Für mich, die ich unter anderem als Praktikantin in einer Sozialberatungsstelle des Trägers „Beratung und Lebenshilfe e.V.“ gearbeitet habe, bedeutet dies, dass ich mir einerseits über angemessene Hilfeleistungen für Menschen in Notlagen Gedanken mache und deren Bereitstellung auch weiter einfordern werde. Andererseits umfasst politische Arbeit auch den Blick auf und das Wissen um gesellschaftliche Hintergründe Sozialer Arbeit und wirft die Frage auf, wo Sozialarbeiter individuell und strukturell eingreifen können und welche Alternativen sich für die bestehenden Hilfesysteme ergeben könnten, deren Teil wir sind.
Daher verstehe ich meine Diplomarbeit als den Versuch, meinen eigenen Blick auf einige der größten aktuellen sozialpolitischen Probleme – die der Armut, der Arbeitslosigkeit und der Ausgrenzung - zu richten, mich mit ihnen auseinanderzusetzen und den alternativen Entwurf eines bedingungslosen Grundeinkommens (im Folgenden BGE genannt) zu diskutieren. Ich möchte herausfinden, wo sich dies als sozialpolitisches Instrument in der Gegenwart verorten lässt, wie radikal diese Forderung wirklich ist, an welchen Traditionen sie anknüpft und ob sie sich als reale Alternative einer zukunftsorientierten sowie nachhaltigen sozialstaatlichen Politik erweisen könnte.
1. Einleitung: Die Autorin legt ihre Motivation dar, das BGE im Kontext ihrer Erfahrungen in der Sozialarbeit und der aktuellen sozialpolitischen Krise zu untersuchen.
2. Krisenbeschreibung: Beschreibt die gegenwärtige politische Situation, geprägt von Sozialabbau, Agenda 2010 und dem Leitbild des aktivierenden Staates.
3. Armut: Diskutiert den Armutsbegriff, die Problematik der Sozialstatistik und die Verknüpfung von Armut, Arbeitslosigkeit und Ausgrenzung.
4. Sozialstaatskonzepte: Erläutert verschiedene Konzeptionen wie den aktiven, liberalen und aktivierenden Sozialstaat sowie den Entwurf des „ermutigenden Sozialstaats“.
5. Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE): Untersucht die theoretischen Argumentationslinien und die historischen Bezüge des BGE, differenziert nach neoliberalen und egalitären Modellen.
6. Arbeit im Wandel der Zeiten: Analysiert den historischen Wandel des Arbeitsbegriffs von der Antike bis zur Neuzeit sowie dessen vorindustrielle Auffassung.
7. Zur Genese der Arbeitszeit: Beleuchtet die Entwicklung von der natürlichen zur abstrakten Zeit und die Durchsetzung der Betriebszeit sowie der Arbeitszeitverkürzung.
8. Arbeit und Revolution: Befasst sich mit der Emanzipation der Arbeit, dem Technikoptimismus und der Kritik der Entfremdung durch Maschinen.
9. Dimensionen der Arbeitsgesellschaft: Reflektiert über das Konzept der Arbeitsgesellschaft und die These von deren Ende.
10. Das BGE in der Nach-Arbeitsgesellschaft: Setzt sich kritisch mit den Vorstellungen von André Gorz und der Idee einer Multiaktivitätsgesellschaft auseinander.
11. Zusammenfassende Schlussdiskussion: Zieht ein Fazit über die Tauglichkeit des BGE als sozialpolitisches Instrument und ordnet es als Fremdkörper in das sozialarbeiterische System ein.
Bedingungsloses Grundeinkommen, BGE, Soziale Arbeit, Armut, Arbeitslosigkeit, Sozialstaat, Arbeitsgesellschaft, Erwerbsarbeit, Historische Arbeitsauffassung, Sozialpolitik, Existenzsicherung, André Gorz, Nach-Arbeitsgesellschaft, Teilhabe, Gerechtigkeit
Die Diplomarbeit befasst sich mit der sozialpolitischen Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) und dessen Eignung als Antwort auf die aktuelle Krise des Sozialstaats.
Die Schwerpunkte liegen auf der Untersuchung von Armut, Arbeitslosigkeit, der historischen Entwicklung des Arbeitsbegriffs sowie der kritischen Analyse von Sozialstaatsmodellen und BGE-Konzepten.
Ziel ist es, herauszufinden, ob das BGE ein radikales, zukunftsorientiertes Instrument für eine nachhaltige Sozialpolitik darstellt und wie es sich zu bestehenden Strukturen der Sozialarbeit verhält.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literatur- und Theorieanalyse sowie der Auswertung sozialpolitischer Berichte und alternativer Entwürfe führender Theoretiker wie André Gorz.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Krisenbeschreibung der aktuellen Sozialpolitik, eine tiefgehende historische Analyse des Arbeitsbegriffs und eine kritische Auseinandersetzung mit der Utopie einer Nach-Arbeitsgesellschaft.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Bedingungsloses Grundeinkommen, Armut, Arbeitslosigkeit, Sozialstaatskonzepte, Arbeitsgesellschaft, Eigenarbeit und soziale Gerechtigkeit.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das BGE ein „außerpädagogisches Instrument“ ist und innerhalb des sozialarbeiterischen Leistungssystems eher als Fremdkörper wahrgenommen wird.
Die Autorin setzt sich kritisch mit Gorz auseinander und bemängelt, dass seine strikte Trennung zwischen formeller und informeller Arbeit künstlich sei und die Realität der Verflechtung beider Sektoren im Kapitalismus verkenne.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

