Examensarbeit, 2006
135 Seiten, Note: 1.7
1. VORWORT
2. DER BEGRIFF DRITTE WELT – VERSUCH EINER DEFINITION
3. BRASILIEN – HINTERGRUNDINFORMATIONEN
3.1. Die Geschichte Brasiliens
3.1.1. Die Kolonialzeit
3.1.2. Der Weg zur Unabhängigkeit – Brasilien als Königreich
3.1.3. Brasilien als Kaiserreich und die Regentenzeit
3.1.4. Brasilien wird Republik
3.1.5. Diktatur, Demokratie und Militärdiktatur
3.1.6. 80er und 90er Jahre
3.1.7. Das neue Jahrtausend
3.2. Wirtschaft
3.3. Gesellschaft
3.4. Ökologie
3.5. Religionen
3.6. Kulturelle Feste
4. ZUR STRASSENKINDERPROBLEMATIK
4.1. Straßenkinder – Versuch einer Definition
4.2. Gründe für ein Leben auf der Straße und Herkunft vieler Straßenkinder
4.3. Die Situation der Straßenkinder
4.3.1. Gruppenbildung
4.3.2. Kinderarbeit
4.3.3. Mädchen auf der Straße
4.3.4. Drogenkonsum
4.3.5. Kriminalität
4.3.6. Todesschwadronen
4.3.7. Staatliche Erziehungsheime
4.3.8. Bildung
4.3.9. Ansehen der Kinder in der Öffentlichkeit
5. LÖSUNGSANSÄTZE
5.1. Konventionen über die Rechte der Kinder
5.2. Hilfsorganisationen
5.3. Ausblick
6. KINDER – UND JUGENDLITERATUR
6.1. Das problemorientierte Kinder- und Jugendbuch
6.2. Dritte Welt als Thema im Kinder- und Jugendbuch
6.3. Merkmale guter Kinder- und Jugendliteratur aus dem Bereich Dritte Welt
7. JÚLIO EMÍLIO BRAZ: KINDER IM DUNKELN
7.1. Biographie des Autors
7.2. Inhaltliche Zusammenfassung
7.3. Realitätsgehalt
7.4. Ursachendarstellung
7.5. Zukunftsperspektiven
7.6. Äußere Gestaltung
7.7. Stilanalyse
7.7.1. Aufbau und Spannungsverlauf
7.7.2. Erzählperspektive
7.7.3. Zeitgestaltung
7.7.4. Figurenkonstellation
7.7.5. Sprache
7.7.6. Adressatenbezug
8. MECKA LIND: ISABEL. EIN STRASSENKIND IN RIO
8.1. Biographie der Autorin
8.2. Inhaltliche Zusammenfassung
8.3. Realitätsgehalt
8.4. Ursachendarstellung
8.5. Zukunftsperspektiven
8.6. Äußere Gestaltung
8.7. Stilanalyse
8.7.1 Aufbau und Spannungsverlauf
8.7.2. Erzählperspektive
8.7.3. Zeitgestaltung
8.7.4. Figurenkonstellation
8.7.5. Sprache
8.7.6. Adressatenbezug
9. VERGLEICH
9.1. Inhaltlicher- und stilistischer Vergleich
9.2. Vergleich der äußerlichen Gestaltung
9.3. Rezeptionsästhetischer Vergleich
9.4. Qualitätsvergleich für den Bereich Dritte-Welt-Literatur
10. SCHLUSSBETRACHTUNG
Diese Arbeit zielt darauf ab, die beiden Jugendbücher „Kinder im Dunkeln“ von Júlio Emílio Braz und „Isabel. Ein Straßenkind in Rio“ von Mecka Lind einer vergleichenden Analyse zu unterziehen, um zu untersuchen, ob die Lebensrealität und die Problematik von Straßenkindern in Brasilien in diesen Werken angemessen dargestellt wird.
7.3. Realitätsgehalt
Der „riesig[e]“ (S. 27) Sé-Platz als Hauptaufenthaltsort der Mädchengruppe wird im Hinblick auf die zahlreichen Menschen, Passanten, Käufer und Verkäufer beschrieben: „Er wimmelt von Menschen. Ich wüßte keinen Tag, an dem ich ihn leer gesehen hätte. Überall Leute“ (S. 27). Durchaus wirklichkeitsgetreu und anschaulich wird damit der Status Brasiliens als bevölkerungsreichstes Land Südamerikas (vgl. auch Kap. 3.3.) angedeutet.
Durch das Verhalten der Polizei finden politische Themen wie die Verletzung von Kinderrechten (vgl. auch Kap. 5.1.) indirekt Erwähnung: „Der Polizist hat mich getreten. Einfach so, für nichts und wieder nichts. Aus purer Lust am Treten. Er gab mir einen Fußtritt und ging weiter, als ob nichts wäre.“ (S. 22). Der den Straßenkindern namentlich bekannte ältere Polizist Morungaba schlägt, beschimpft und jagt sie fort, sobald er sie sieht (vgl. S. 39). „Einmal nahm uns Morungaba unseren Wagen [verwendet für das Sammeln von Altpapier] weg und schlug Santinha [Mitglied der Mädchenbande Docas] so brutal, daß ihr ein Zahn aus dem Mund flog. Er tat es aus purer Bosheit, nichts als Bosheit.“ (S. 39f.). „Ein andermal gab er Pereba [Mitglied der Mädchenbande Docas] einen Fußtritt, nur weil sie verzückt ins Schaufenster einer Bäckerei schaute. ‚Flausen im Kopf, na, Kleine?’ Mich riß er am Ohr. Kürzlich hat er denn Karren von Lili Feiúra [Anführerin einer anderen Gruppe] verbrannt.“ (S. 40). „Ein Polizist hat mit dem Fuß nach Bacharel [Bettler] getreten, bis er aufwachte. ‚Aufstehen!’ schrie der Polizist. Bacharel reagierte zu langsam und bekam einen solchen Stoß, daß er von der Bank fiel. Die anderen Polizisten lachten. Bacharel beschimpfte den Polizisten, was diesem gar nicht gefiel. Er schlug ihn mit dem Gummiknüppel. Seine Kollegen griffen ein und zerrten Bacharel in ihr Auto. Wir standen dabei. Pidona [Mitglied der Mädchenbande Docas] bat den Polizisten, Bacharel in Ruhe zu lassen. Da schlug er sie ins Gesicht, daß sie stürzte.“ (S. 52).
Willkürliche und brutale Gewaltanwendung gegenüber Straßenkindern sind kennzeichnend für die Tätigkeit brasilianischer Polizisten.
1. VORWORT: Einleitung zur Relevanz der Straßenkinderthematik und Begründung der Analyse von Jugendbüchern als Medium der Aufklärung.
2. DER BEGRIFF DRITTE WELT – VERSUCH EINER DEFINITION: Historische Herleitung und Bedeutungswandel des Begriffs Dritte Welt im Kontext internationaler Beziehungen.
3. BRASILIEN – HINTERGRUNDINFORMATIONEN: Umfassende Darstellung der brasilianischen Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft, Ökologie und Religion als Kontext für die Lebensbedingungen.
4. ZUR STRASSENKINDERPROBLEMATIK: Detaillierte Analyse der Ursachen, Lebenssituation, Gruppenbildung, Kinderarbeit und Gewalt gegen Straßenkinder.
5. LÖSUNGSANSÄTZE: Untersuchung internationaler Kinderrechte und karikativer Ansätze zur Verbesserung der Situation von Straßenkindern.
6. KINDER – UND JUGENDLITERATUR: Theoretische Grundlagen zum problemorientierten Jugendbuch und Kriterien für Literatur aus dem Bereich Dritte Welt.
7. JÚLIO EMÍLIO BRAZ: KINDER IM DUNKELN: Analyse des Romans von Braz hinsichtlich Biographie, Inhalt, Realitätsgehalt und literarischer Gestaltung.
8. MECKA LIND: ISABEL. EIN STRASSENKIND IN RIO: Untersuchung des Romans von Lind unter Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte, Erzählweise und inhaltlichen Schwerpunkte.
9. VERGLEICH: Gegenüberstellung der beiden Romane in Bezug auf inhaltliche Aspekte, Gestaltung und Eignung für junge Leser.
10. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassendes Fazit über die Möglichkeiten, Straßenkinder-Thematiken in der Jugendliteratur zu behandeln.
Straßenkinder, Brasilien, Kinder- und Jugendliteratur, Dritte Welt, Kinderarbeit, Armut, soziale Ungleichheit, Polizeigewalt, Menschenrechte, Todesschwadronen, Favelas, Gruppenbildung, Literaturanalyse, Braz, Lind.
Die Hausarbeit untersucht die Darstellung von Straßenkindern in Brasilien anhand von zwei spezifischen Jugendbüchern und bewertet deren Realitätsgehalt und pädagogische Eignung.
Neben den Lebensbedingungen in Brasilien stehen die soziokulturellen Hintergründe von Straßenkindern, deren alltägliche Bedrohungen sowie die Qualität der verwendeten Jugendbuchliteratur im Mittelpunkt.
Das Ziel ist es herauszuarbeiten, ob die Autoren Júlio Emílio Braz und Mecka Lind das Straßenkinderproblem in ihren Büchern lebensnah und angemessen vermitteln können.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Vergleichsanalyse, die durch Hintergrundinformationen über Brasilien und aktuelle Kinderrechtskonventionen gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Dritte-Welt-Literatur, eine detaillierte Analyse der Lebenssituation brasilianischer Straßenkinder und die anschließende kritische Untersuchung der beiden Romane.
Straßenkinder, Brasilien, Kinder- und Jugendliteratur, Armut, soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und Literaturanalyse.
Braz als brasilianischer Autor schreibt aus der unmittelbaren Erfahrung heraus, während Lind als europäische Journalistin durch intensive Recherche und Kooperation mit Betroffenen eine eher von außen beobachtende, aber fundierte Perspektive einnimmt.
Das Ende beider Romane bietet keine einfachen Lösungen oder Happy Ends, da die Autorin und der Autor die Perspektivlosigkeit und die harte Realität der betroffenen Kinder unverfälscht aufzeigen wollen, um den Leser zum Nachdenken anzuregen.
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