Diplomarbeit, 2007
102 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 OPTIONEN ZUR GESTALTUNG VON KINDERBETREUUNG
2.1 Häusliche Betreuung
2.2 Außerhäusliche Betreuung
2.3 Bewertung
3 ÖFFENTLICHE FINANZIERUNG VON AUßERHÄUSLICHER KINDERBETREUUNG: GRUNDSÄTZLICHE ÜBERLEGUNGEN
3.1 Rechtfertigung staatlicher Eingriffe in den Markt der Kinderbetreuung
3.1.1 Unteilbarkeiten
3.1.2 Anpassungsmängel
3.1.3 Informationsmängel
3.1.4 Externe Effekte
3.1.4.1 Internalisierung positiver Bildungs-, Erziehungs- und Sozialisationseffekte
3.1.4.2 Schaffung von Chancengleichheit für Kinder
3.1.4.3 Schaffung von Chancengleichheit für Frauen auf dem Arbeitsmarkt
3.1.5 Zusammenfassung und Bewertung
3.2 Wege öffentlicher Förderung
3.2.1 Staatliche Bereitstellung von Kinderbetreuung
3.2.2 Objektförderung
3.2.3 Subjektförderung
3.3 Qualitätssicherung in Kindertageseinrichtungen
3.3.1 Der Begriff der „Qualität“
3.3.2 Qualitätsanforderungen
4 STATUS QUO DER AUßERHÄUSLICHEN KINDERBETREUUNG IN DEUTSCHLAND
4.1 Rechtsgrundlagen und Zuständigkeiten
4.2 Anbieter
4.2.1 Öffentliche Träger
4.2.2 Freie Träger
4.3 Qualität
4.3.1 Steigende Qualitätsanforderungen als Folge gesellschaftlicher Entwicklungen
4.3.1.1 Steigende Zahl an Alleinerziehenden
4.3.1.2 Wachsende Mobilität der Familien
4.3.1.3 Zunehmende Kinderarmut
4.3.1.4 Überforderte Eltern
4.3.2 Das deutsche Qualitätssicherungssystem
4.4 Kosten und Finanzierung
4.4.1 Akteure
4.4.2 Finanzierungsansätze
4.4.3 Bewertung
4.5 Einschätzung der Betreuungssituation in Deutschland
4.5.1 Mangelnde Wahl- und Einflussmöglichkeiten
4.5.2 Fehlender Wettbewerb und Flexibilität
4.5.3 Gefährdung der Erreichung gesellschaftlicher Ziele
5 REFORMBEDARF UND –ANALYSE
5.1 Kriterienkatalog
5.1.1 Wahlfreiheit
5.1.2 Effizienz
5.1.3 Gerechtigkeit
5.1.4 Soziale Kohäsion
5.2 Ansatzpunkte zur Gestaltung eines alternativen Angebots in der außerhäuslichen Kinderbetreuung
5.2.1 Gemeinsame nationale Standards
5.2.2 Subjekt- statt Objektförderung
5.2.3 Qualitätssicherung
5.2.4 Ökonomische Effizienz versus pädagogische Qualität
6 EIN KONKRETER REFORMVORSCHLAG: EIN GUTSCHEINSYSTEM IN DER KINDERBETREUUNG
6.1 Ökonomie von Gutscheinen
6.2 Ausgestaltungsmöglichkeiten
6.2.1 Transferhöhe
6.2.2 Empfängerkreis
6.2.3 Zweckbindung und Handelbarkeit
6.2.4 Transferart
6.2.5 Erweiterungsoptionen
6.2.6 Vergabeverfahren
6.2.7 Anbieter und Angebot
6.2.8 Ergänzende Unterstützungsleistungen
6.2.9 Kontrollinstanzen
6.2.10 Finanzierung
6.3 Gutscheine als politisches Instrument
6.3.1 Wahlfreiheit
6.3.2 Effizienz
6.3.3 Gerechtigkeit
6.3.4 Soziale Kohäsion
6.4 Maßnahmen zur Implementierung eines Gutscheinsystems
6.4.1 Sinnvolle Ausgestaltung der Gutscheine
6.4.2 Qualitätssicherung
6.4.3 Finanzierung und Abwicklung
6.5 Ein Praxisbeispiel: Das Hamburger Kita-Gutscheinsystem
6.6 Bewertung des Reformvorschlages
7 SCHLUSS: ZUSAMMENFASSUNG UND ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG
Die vorliegende Arbeit analysiert das aktuelle System der außerhäuslichen Kinderbetreuung in Deutschland unter ökonomischen und sozialpolitischen Gesichtspunkten. Das primäre Ziel ist es, den Reformbedarf des bestehenden angebotsorientierten Finanzierungssystems zu begründen und ein alternatives Modell – das Gutscheinsystem – auf seine Eignung hin zu untersuchen, um eine bedarfsgerechtere, flexiblere und effizientere Kinderbetreuung zu ermöglichen.
6.1 Ökonomie von Gutscheinen
Gutscheine im Bereich der Kinderbetreuung sind ein Instrument einer nachfrageorientierten Bildungsfinanzierung und stellen eine Mischform zwischen Geld- und Sachleistung dar. Sie sind nicht im gleichen Maße liquide wie Geldleistungen, da sie an einen Verwendungszweck gebunden sind. Dennoch räumen sie dem Empfänger eine gewisse Konsumautonomie ein, da er selbst bestimmen kann, bei welchem Anbieter und für welche Produktvariante er den Gutschein einlöst. Gutscheine berücksichtigen somit, trotz der staatlichen Intervention, die Präferenzen der Konsumenten und schaffen eine allokative Effizienz, da sie die gleichen Effekte auf den Wettbewerb implizieren wie ein direkter Transfer. Ein Argument gegen Gutscheine könnte sein, dass der Transfer eines Geldbetrages zu einem höheren Nutzen beim Empfänger führt als es bei Überlassung eines Gutscheines über den gleichen Betrag der Fall ist. Dieser „transfer in cash“ ist unter Effizienzgesichtspunkten unter Umständen tatsächlich die Form der staatlichen Unterstützung, von der der Bedürftige am meisten profitiert. Anschaulich wird dieser Vergleich bei Betrachtung der beiden Extreme staatlicher Förderung: Der Überlassung eines Geldbetrages („transfer in cash“) und der Förderung durch eine Sachleistung („transfer in kind“).
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den Paradigmenwechsel in der deutschen Familienpolitik und stellt die Forschungsfrage zur Reformbedürftigkeit des derzeitigen Kinderbetreuungssystems.
2 OPTIONEN ZUR GESTALTUNG VON KINDERBETREUUNG: Dieses Kapitel erläutert die kulturellen Prägungen von Kinderbetreuungsformen in Deutschland und grenzt verschiedene Betreuungsarten voneinander ab.
3 ÖFFENTLICHE FINANZIERUNG VON AUßERHÄUSLICHER KINDERBETREUUNG: GRUNDSÄTZLICHE ÜBERLEGUNGEN: Hier werden die ökonomischen Rechtfertigungen für staatliche Eingriffe in den Markt sowie Wege der öffentlichen Förderung und theoretische Grundlagen der Qualitätssicherung analysiert.
4 STATUS QUO DER AUßERHÄUSLICHEN KINDERBETREUUNG IN DEUTSCHLAND: Das Kapitel bietet eine detaillierte Bestandsaufnahme der rechtlichen Grundlagen, der Anbieterstruktur, der Qualität sowie der Finanzierungsmodelle und zeigt die systemischen Schwachstellen auf.
5 REFORMBEDARF UND –ANALYSE: Basierend auf einem Kriterienkatalog für Bildungsfinanzierung werden Ansatzpunkte für alternative Gestaltungsformen diskutiert.
6 EIN KONKRETER REFORMVORSCHLAG: EIN GUTSCHEINSYSTEM IN DER KINDERBETREUUNG: Dieses Kapitel entwickelt den zentralen Reformvorschlag, analysiert die ökonomischen Wirkmechanismen und bewertet die Implementierungschancen sowie Praxisbeispiele.
7 SCHLUSS: ZUSAMMENFASSUNG UND ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG: Die Arbeit schließt mit einer Gesamtschau über die Rentabilität von Bildungsinvestitionen und mahnt eine intelligente Steuerung im Reformprozess an.
Kinderbetreuung, Gutscheinsystem, Familienpolitik, Bildungsfinanzierung, Marktversagen, Subjektförderung, Qualitätssicherung, Chancengleichheit, Wahlfreiheit, Effizienz, Kindertageseinrichtungen, Familienförderung, Humankapital, soziale Kohäsion, Kita-Gutschein.
Die Arbeit analysiert das deutsche System der außerhäuslichen Kinderbetreuung und bewertet, ob durch die Einführung eines Gutscheinsystems eine effizientere und bedarfsgerechtere Betreuung erreicht werden kann.
Die zentralen Felder umfassen die ökonomische Rechtfertigung staatlicher Eingriffe, den Status quo der Finanzierung, die Qualitätssicherung und die Diskussion marktwirtschaftlicher Steuerungsmodelle im sozialen Dienstleistungsbereich.
Ziel ist die Identifikation von Defiziten im aktuellen angebotsfinanzierten System und die Prüfung, ob ein subventionsorientiertes Gutscheinmodell diese Defizite unter Berücksichtigung politischer Ziele wie Gerechtigkeit und Effizienz lösen kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine ökonomische Analyse (Haushaltstheorie, Marktversagensanalyse) sowie auf eine Reformanalyse, die den Ist-Zustand durch Literaturrecherche und empirische Daten belegt und mit theoretischen Bewertungskriterien abgleicht.
Der Hauptteil ist zweigeteilt in eine fundierte Bestandsaufnahme des deutschen Betreuungssystems und eine anschließende, detaillierte Reformanalyse, die explizit das Gutscheinsystem als Steuerungsinstrument evaluiert.
Begriffe wie "Marktversagen", "externe Effekte", "Subjektförderung" versus "Objektförderung", "Wahlfreiheit" und "soziale Kohäsion" bilden den theoretischen Rahmen der Arbeit.
Es dient als erstes praktisches Experiment in Deutschland dazu, die Stärken und Schwierigkeiten bei der Implementierung von Gutscheinen in der Realität aufzuzeigen.
Die Autorin sieht im Gutscheinmodell zwar Vorteile bei der Konsumautonomie und Effizienz, warnt jedoch vor hohen Transaktionskosten und unterstreicht, dass eine optimale Lösung nur durch die Kombination mit einer soliden Finanzierung und Qualitätssteuerung möglich ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

