Magisterarbeit, 2006
127 Seiten, Note: 2.3
1. THEORETISCHER HINTERGRUND
1.1. Kommunikationstheorie
1.1.1. Vorbedingungen der Massenkommunikation
1.1.2. Erweiterung des Models auf das Fernsehen
1.1.3. Erweiterung des Kommunikationsmodells auf Massenkommunikation
1.1.4. Masse und kollektives Verhalten
1.1.5. Maletzkes Modell für massenmediale Kommunikation
1.1.6. Kognitive und emotionale Konsum-Motivationen des Rezipienten
1.2. Kommunikationsstrukturen in Talkformaten
1.2.1. Talkpartner
1.2.2. Talkpublikum
1.2.3. Talkrezipient am heimischen Schirm
1.3. Spielarten des Humors
1.3.1. Humor in Deutschland
1.3.2. Komische Fernsehunterhaltung in Deutschland
1.3.3. Das kollektive Gedächtnis-Wissen und soziale Gruppen
1.3.4. Wortwitz und Anekdoten
1.3.5. Humor mit Aggressionsfaktor
1.3.6. Spiel mit der Erwartungshaltung
2. ENTWICKLUNG DES TV TOTAL-FORMATES
2.1. Entwicklung aus Vorgängerformaten
2.1.1. Talkrunde
2.1.2. Talkshow
2.1.3. Late-Night-Show
2.1.4. Rezeptions-Differenzen bei Rezipienten
2.1.5. Differenzen und Kongruenzen zu den Vorgängerformaten
2.2. Analyse von TV Total
2.2.1. Ablauf der Sendung TV Total
2.2.2. Entwicklung der Sendung und ihrer Quote
2.2.3. Sonderevents
3 ANALYSE DER STRUKTURELEMENTE VON TV TOTAL
3.1. Studioaufbau und Farb-Psychologie
3.2. Farb-Psychologie im Studioaufbau
3.3. Funktionselemente von TV TOTAL
3.3.1. Der Schreibtisch
3.3.2. Die Band
3.3.3. Musik von Stefan Raab
3.3.4. Elton
3.4. Die Bühnenfigur Stefan Raab – Formen der Selbstinszenierung
3.4.1. Biographie Stefan Raab
3.4.2. Stefan Raab der „Macher“
3.4.3. Erweiternde Charakterisierung von Stefan Raab
3.4.4. Stefan Raabs eigene Musikauftritte
3.4.5. Spieltrieb von Stefan Raab
3.4.6. Raab in Gefahr
3.4.7. Der „manipulierende“ Kommunikator
3.5. Tabubrüche bei TV Total
3.5.1. Ästhetische Tabus
3.5.2. Politische Tabus
3.5.3. Wirtschaftliche Tabus
3.5.4. Religiöse Tabus
3.5.5. Moralische Tabus
3.5.6. Kommunikative Tabus
3.5.7. Sexualtabus
3.5.8. Echte Tabubrüche in den Medien
3.5.9. Konstruierte Tabus
3.5.10. Täterhumor
3.5.11. Klischeeisierungen bei TV Total
3.6. Fernsehkritik bei TV Total
3.6.1. Stefan Raabs Position im deutschen Fernsehen
3.6.2. Kritik an TV Total und Stefan Raab
3.7. Humor in der Sendung
3.7.1. Pulleralarm
3.7.2. Raabigramm
3.7.3. Raab der Woche
3.7.4. Blackouts
3.7.5. Buttons auf dem Schreibtisch von Stefan Raab
3.7.6. Humoristische Klischees
3.7.7. Funktionen der TV-Ausschnitte am Anfang der Sendung
3.7.8. Der gespielte Witz
3.8. Spiele bei TV Total
3.8.1. Spiele mit Rezipienten
3.8.2. Spiele mit Studiogästen
3.8.3. Spiele Publikum
3.9. Wert und Wirkung der Gäste bei TV Total
3.9.1. Einzelsituation
3.9.2. Publikum
3.9.3. Zuschauer zu Hause
3.10. Selbstreferenz auf das Fernsehen
3.11. Medienpsychologische Aspekte am Beispiel der TV Total-Rezipienten
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Wirkungsweise und das Phänomen Stefan Raab anhand seiner Sendung "TV Total". Ziel ist es, die kommunikationswissenschaftlichen Strukturen, die humoristischen Strategien und die medienpsychologischen Aspekte der Sendung zu analysieren, um zu verstehen, wie Stefan Raab als Moderator und Entertainer die Rezipienten beeinflusst und sein Image sowie das Format "TV Total" durch spezifische Techniken dauerhaft in der Medienlandschaft positioniert.
3.5.10. Täterhumor
Der Grund, warum Stefan Raabs Humor auch als „Täterhumor“ bezeichnet werden kann, liegt vor allem an Formaten wie Du, Frau Rieger?. Speziell dieses Format arbeitet mit der Bloßstellung von Schwächen einzelner Personen und funktioniert deswegen umso besser, je ungebildeter das Opfer ist. Da man in diesem Fall zu Recht von Opfer spricht, was das Beispiel Frau Rieger zeigen wird, muss man sowohl Täter finden, die gegen ein Gesetz oder Gebot verstoßen haben, als auch dieses Gebot aufzeigen können.
In diesem Format, das sich Du, Frau Rieger? nennt, geht es um eine Kindergärtnerin, die Kindern im Alter von 6-8 Jahren Fragen beantworten soll, die sie ihr in einer Art von Interviewsituation stellen. Die Fragen hat sich das TV Total Team ausgedacht, und als Beispiel lassen sich folgende nennen: „Warum sieht man im Dunkeln nichts?“ und in der Folge der Frage: „Was sind Sehnerven und was sind Nerven?“. Schon hier kann man feststellen, dass diese Interviewsituation von Erwachsenen geplant war. Diese Anschlussfragen zeigen nämlich, dass sie im Vorfeld antizipiert wurden, was eine Technik der Erwachsenen ist. Außerdem fragt eines der Kinder: „Was ist Italien?“ und als Anschlussfrage: „Wo liegt Italien?“. Dies lässt ein Gespür für den Umgang mit geographischen Ausdrucksweisen erkennen oder beruht (in diesem Alter) auf der Imitation von Erwachsenen-Sprache. Daran kann man ebenfalls belegen, dass das TV Total-Team diese Fragen dem Kind in den Mund gelegt hat. Aber das schien Frau Rieger nicht zu bemerken, da sie scheinbar von der vorherigen Frage noch zu sehr abgelenkt war, da sie schon Probleme hatte (Mimik von Frau Rieger) zu erklären was Italien ist. Im Beitrag wird allerdings an der Mimik deutlich, dass das Kind sehr wohl eine Vorstellung davon hat, was es da erfragt. Am Ende werden die Kinder sogar ironisch, eine kommunikative Technik, die sich erst in der Jugend ausbildet und somit auf den Einfluss von Erwachsenen hinweist. Sie sagen: “Danke, Frau Rieger. Jetzt hab ich´s verstanden.“ Dieser Satz ist in dieser Situation aber nur ironisch zu verstehen, und eine solche Zwecksetzung können nur Erwachsene vornehmen.
1. THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel erläutert die kommunikationstheoretischen Modelle sowie die Spielarten des Humors, die als Basis für die Analyse des Unterhaltungsfernsehens dienen.
2. ENTWICKLUNG DES TV TOTAL-FORMATES: Hier werden die Vorgängerformate wie Talkrunden und Talkshows analysiert, um die spezifische Entstehung und den Ablauf von "TV Total" sowie die Rolle der Sonderevents einzuordnen.
3 ANALYSE DER STRUKTURELEMENTE VON TV TOTAL: Dieses zentrale Kapitel untersucht detailliert Studioaufbau, Medienelemente, die Bühnenfigur Stefan Raab, den gezielten Einsatz von Tabubrüchen und die medienpsychologische Wirkung auf die Zuschauer.
Stefan Raab, TV Total, Medienwissenschaft, Talkformat, Humor, Täterhumor, Tabubruch, Massenkommunikation, Selbsteinszenierung, Medienpsychologie, Sonderevents, Unterhaltungsfernsehen, Rezipientenanalyse, Kommunikationstheorie, Fernsehkritik
Die Magister-Hausarbeit befasst sich mit der Analyse von Stefan Raab als Medienphänomen und dessen Unterhaltungsformat "TV Total" im Kontext der deutschen Medienlandschaft.
Die Schwerpunkte liegen auf der Kommunikationstheorie in Talkformaten, den psychologischen Mechanismen von Humor und Tabubrüchen sowie den spezifischen Inszenierungstechniken des Moderators.
Das Ziel ist es, die kreativen Techniken und die medienpsychologische Wirkungsweise von Stefan Raab zu dekonstruieren, um zu verstehen, warum das Format "TV Total" trotz provokanter Elemente beim Publikum funktioniert.
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Analyse, die kommunikationstheoretische Modelle (z.B. nach Shannon/Weaver, Maletzke) mit einer inhaltlichen und strukturellen Untersuchung des Fernsehformats verbindet.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Formats, die strukturellen Elemente (wie Studioaufbau und Funktionselemente), die Bühnenfigur Stefan Raab, seine Arbeitsweise und seinen gezielten Umgang mit Provokation und Tabubrüchen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienphänomen, Kommunikationsstrukturen, Täterhumor, Tabubruch, Selbsteinszenierung und Rezipientenwirkung.
Die Arbeit zeigt auf, dass Raab Tabubrüche methodisch einsetzt, um Unterhaltung und Aufmerksamkeit zu generieren, wobei er ästhetische und moralische Tabus konstruiert und wieder bricht, ohne dabei jedoch echte gesellschaftliche oder rechtliche Grenzen zu überschreiten.
Elton fungiert als Handlanger und "verlängerter Arm" des Moderators, der in der Sendung primär die Funktion einer Zielscheibe für den Humor übernimmt, aber auch bei Außenaktionen als aktiver Akteur dient.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

