Magisterarbeit, 2005
118 Seiten, Note: 1,1
1 EINLEITUNG
2 ZUR KONSTITUTION VON INTONATIONSPHRASEN IN GESPROCHENER SPRACHE
2.1 Prosodie vs. Intonation
2.2 Die Intonationsphrase
2.3 Zu den Segmentierungskriterien
2.3.1 Reset, Pause, Sprechtempo
2.3.2 IP-finaler Grenzton
2.3.3 Weitere Segmentierungskriterien
2.4 Abbrüche und ambige IPen
3 AUTOSEGMENTAL-METRISCHE PHONOLOGIE
3.1 Die Grundannahmen der AM-Phonologie
3.2 Zu den Unterschieden der AM-Modelle für das Deutsche
3.2.1 Intermediärphrase vs. IP
3.2.2 Einige AM-Modelle für das Deutsche im Vergleich
4 ZUR VERTEILUNG DER GRENZTÖNE
4.1 IPen mit spezifischen Grenztönen – H% vs. L%
4.2 IPen mit unspezifischen Grenztönen
4.2.1 Gleichbleibende Grenztöne
4.2.2 Grenzakzente
4.3 Zuordnungsprobleme bei den Grenztönen
4.4 Zur Verteilung von Abbrüchen und ambigen IPen
5 ZUSAMMENFASSUNG
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Distribution von Intonationsphrasengrenzen (IPen) in spontansprachlichen narrativen Monologen des Deutschen, wobei insbesondere zwischen spezifischen und unspezifischen Grenztönen differenziert wird. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, inwieweit unterschiedliche theoretische Modelle zur Intonationsbeschreibung auf natürlich gesprochene Alltagssprache übertragbar sind und welche empirischen Tendenzen sich hinsichtlich der Verwendung dieser Grenztöne im vorliegenden Korpus feststellen lassen.
2.3.1 Reset, Pause, Sprechtempo
Eine IP-Grenze wird häufig durch einen relativ deutlichen Tonhöhenunterschied zwischen zwei unbetonten Silben markiert. Dieser Tonhöhenunterschied spiegelt mitunter in gewissem Maße Planungsprozesse bei der Sprachproduktion wider (Schuetze-Coburn 1994:95); es findet an dieser Stelle ein geplanter Neueinsatz einer Äußerungseinheit statt, eine "neue Idee" wird vom Sprecher kontextualisiert. Ein solcher Tonhöhensprung in tiefere oder höhere Tonlagen wird in der englischsprachigen Literatur 'reset' genannt (Schuetze-Coburn 1994). Dieser Begriff wird im folgenden aus dem Englischen übernommen. Ein Reset in eindeutig grenzmarkierender Funktion ist zum einen in den Fällen vorhanden, in denen weder auf der als IP-final betrachteten Silbe (OFFSET) noch auf der folgenden IP-initialen Silbe (ONSET) ein Akzent vorhanden ist, d. h. wenn der Tonhöhensprung nicht durch Akzentuierungen auf der letzten bzw. ersten Silbe der jeweiligen IP erreicht wird. Tonhöhenunterschiede, die durch Akzentuierung entstehen, kann man nicht per se als Grenzsignal betrachten, denn Akzente vermindern meist nicht die empfundene Kohärenz zwischen Äußerungsteilen.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Segmentierung gesprochener Sprache in Intonationsphrasen und die Zielsetzung der empirischen Untersuchung.
2 ZUR KONSTITUTION VON INTONATIONSPHRASEN IN GESPROCHENER SPRACHE: Theoretische Herleitung der Intonationsphrase als grundlegende prosodische Einheit sowie Erörterung zentraler Segmentierungskriterien wie Reset, Pause und Sprechtempo.
3 AUTOSEGMENTAL-METRISCHE PHONOLOGIE: Darstellung der theoretischen Grundlagen und formalen Kategorien der AM-Phonologie im Vergleich zu anderen Ansätzen wie der 'Britischen Schule'.
4 ZUR VERTEILUNG DER GRENZTÖNE: Empirische Analyse der Verteilung von spezifischen und unspezifischen Grenztönen im Korpus sowie Diskussion der Einordnung von Abbrüchen und ambigen Einheiten.
5 ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse zur Verteilung und Kategorisierung von IP-finalen Tonhöhenverläufen im Deutschen.
Intonationsphrase, IP-Grenze, Grenzton, Autosegmental-Metrische Phonologie, AM-Phonologie, Reset, Pause, Sprechtempo, Intonation, Prosodie, Grenzakzent, Sprachproduktion, Tonhöhenverlauf, GToBI, Spontansprache.
Die Arbeit untersucht, wie gesprochene deutsche Sprache in Einheiten, sogenannte Intonationsphrasen (IPen), segmentiert wird und welche prosodischen Signale dabei als Grenzmarkierungen dienen.
Zu den zentralen Themen gehören die Definition der Intonationsphrase, die Analyse prosodischer Grenzsignale, die theoretische Einordnung in die Autosegmental-Metrische Phonologie und die empirische Verteilung von Grenztönen in narrativen Monologen.
Das primäre Ziel ist es, die Verteilung von IP-finalen Grenztönen empirisch zu erfassen und die Adäquatheit verschiedener theoretischer Intonationsmodelle für die Beschreibung spontansprachlicher Daten zu hinterfragen.
Es handelt sich um eine explorative empirische Studie. Die Datenbasis besteht aus einem Korpus narrativer Monologe, deren F0-Verläufe mittels Software analysiert und prosodisch kategorisiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der IP-Konstitution, die methodische Einordnung in die AM-Phonologie sowie die detaillierte empirische Auswertung zur Verteilung spezifischer und unspezifischer Grenztöne.
Die wichtigsten Begriffe sind Intonationsphrase, Grenzton, AM-Phonologie, Reset, prosodische Segmentierung und spontansprachliche Monologe.
Ambige IPen sind Einheiten, die weder als eindeutige konventionelle Intonationsphrase noch als klarer Abbruch klassifiziert werden können; sie vermitteln oft einen Eindruck des Zögerns oder Planens beim Sprecher.
Spezifische Grenztöne gehen mit einer unmittelbar wahrnehmbaren Tonhöhenbewegung auf einer unakzentuierten Silbe einher, während unspezifische Grenztöne solche sind, bei denen eine solche Bewegung fehlt oder die durch Akzentuierung gekennzeichnet sind.
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