Diplomarbeit, 2007
208 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 DAS FRANZÖSISCHE GERONDIF
2.1 Stand der Forschung
2.2 Gérondif vs. Participe Présent und Adjectif Verbal
2.2.1 Participe Présent vs. Adjectif Verbal
2.2.2 Participe Présent vs. Gérondif
2.2.3 Übersicht
2.3 Morphologische Charakteristika
2.3.1 Die Präposition en
2.3.1.1 Bedeutung von en
2.3.1.2 Wiederholung von en
2.3.2 Verbstamm mit der Endung -ant
2.4 Syntaktische Charakteristika
2.4.1 Die Bezugsgrößen des Gérondif
2.4.1.1 Das verbundene Gérondif
2.4.1.2 Das unverbundene Gérondif
2.4.2 Die Ergänzungen des Gérondif
2.4.3 Stellung des Gérondif
2.4.4 Weitere syntaktische Besonderheiten des Gérondif
2.5 Semantisch-funktionale Charakteristika
2.5.1 Das implizite Subjekt des Gérondif
2.5.2 Informationsstruktur
2.5.3 Die Relationen des Gérondif
2.6 Das Gérondif mit tout
2.6.1 Syntaktische Merkmale
2.6.2 Semantische Merkmale
2.7 Zur Frage der Frequenz und der Distribution
2.8 Wiedergabemöglichkeiten im Deutschen
2.8.1 Das einfache Gérondif
2.8.1.1 Das vorrangig temporale Gérondif
2.8.1.2 Das vorrangig modale bzw. instrumentale Gérondif
2.8.1.3 Das vorrangig kausale Gérondif
2.8.1.4 Das vorrangig konditionale Gérondif
2.8.2 Das Gérondif mit tout
2.8.2.1 Das vorrangig konzessiv-oppositive Gérondif
2.8.2.2 Das Gérondif zum Ausdruck der Gleichzeitigkeit
2.9 Zusammenfassung
3 SPRACHVERGLEICH UND ÜBERSETZEN IN DER FACHSPRACHE RECHT
3.1 Kontrastive Linguistik
3.1.1 Definition und Entstehung der kontrastiven Linguistik
3.1.2 Ebenen des Sprachvergleichs und Äquivalenz
3.1.3 Kontrastive Linguistik und Übersetzungswissenschaft
3.2 Die Fachsprache Recht
3.2.1 Definition „Fachsprache“
3.2.2 Besonderheiten der Fachsprache Recht
3.2.2.1 Besondere Merkmale im Bereich der Morphosyntax
3.2.2.2 Besondere Merkmale im Bereich der Lexik
3.2.2.3 Besondere Merkmale im Bereich des Stils
3.2.2.4 Besondere Merkmale im Bereich des Textes
3.2.3 Unterschiede zwischen der deutschen und der französischen Rechtssprache
3.2.3.1 Unterschiede im Bereich der Morphosyntax
3.2.3.2 Unterschiede im Bereich der Lexik
3.2.3.3 Unterschiede im Bereich des Stils
3.3 Fachsprachenübersetzung
3.3.1 Rechts- und Sprachvergleich beim Übersetzen juristischer Fachtexte
3.3.1.1 Besonderheiten bei der Übersetzung von EU-Texten
3.3.1.2 Besonderheiten bei der Übersetzung von Urteilen des EuGH
3.3.2 Übersetzungstheorien und Übersetzungsstrategien
3.3.3 Juristische Kompetenz und Sprachkompetenz
3.4 Zusammenfassung
4 ZUR ÜBERSETZUNG DES GERONDIF IN EUGH-URTEILEN
4.1 Beschreibung des Korpus
4.1.1 Der Europäische Gerichtshof als Institution
4.1.1.1 Zusammensetzung des EuGH, des EuG und des EuGöD
4.1.1.2 Zuständigkeiten des EuGH, des EuG und des EuGöD
4.1.1.3 Arbeitsweise des EuGH
4.1.2 Die Sprachenregelung des Europäischen Gerichtshofs
4.1.2.1 Die gesetzliche Regelung einer Verfahrenssprache
4.1.2.2 Die Praxis der internen Arbeitssprache
4.1.2.3 Organisation und Arbeitsweise des Sprachendienstes des EuGH
4.2 Zur Vorgehensweise in der vorliegenden Untersuchung
4.3 Übersetzung des Gérondif in EuGH-Urteilen
4.3.1 Das einfache Gérondif
4.3.1.1 Hypotaktische Konstruktion
4.3.1.2 Nominalsyntagma (+ Präposition)
4.3.1.3 Parataktische Konstruktion
4.3.1.4 Präposition
4.3.1.5 Partizip
4.3.1.6 Finites Verb + Adverbial
4.3.1.7 Verbalkomposition
4.3.1.8 Auslassung
4.3.2 Das Gérondif mit tout
4.3.2.1 Parataktische Konstruktion
4.3.2.2 Hypotaktische Konstruktion
4.3.2.3 Präposition
4.3.2.4 Nominalsyntagma + Präposition
4.3.2.5 Partizip
4.4 Statistik der im Korpus festgestellten Übersetzungsmöglichkeiten
4.5 Ergebnisse der Untersuchung
5 FAZIT
6 LITERATURVERZEICHNIS
6.1 Korpusgrundlage
6.2 Rechtsquellen
6.3 Sekundärliteratur
6.4 Internetseiten
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Phänomen des französischen Gérondif im Kontext von EuGH-Urteilen, um zu ermitteln, welche deutschen Entsprechungen für diese Struktur in der juristischen Fachsprache existieren und welche Faktoren (syntaktisch, semantisch, pragmatisch) diese Übersetzungsmöglichkeiten beeinflussen.
2.5.3 Die Relationen des Gérondif
Wie bereits festgestellt, stellt das Gérondif eine Beziehung der syntaktischen Unterordnung zwischen zwei Verben her. Auf diese Weise werden zwei Handlungen miteinander in Beziehung gesetzt, wobei das Verb des Hauptsatzes unterordnende und das des gerundivierten Nebensatzes untergeordnete Funktion hat. Diese syntaktische Unterordnung kann verschiedene semantische Interpretationen zulassen, wobei das Gérondif als solches keinen semantischen Eigenwert besitzt. Die Form des Gérondif selbst, die stets unveränderlich bleibt, gibt keinerlei Informationen über eine mögliche Relation, sondern lässt ein bestimmtes Spektrum an Interpretationsmöglichkeiten zu, die sich wiederum durch das Zusammenspiel mit dem übergeordneten Verb ergeben. Nur durch die Untersuchung der Beziehung dieser beiden Verben sowie ihrer Ergänzungen kann es gelingen, Rückschlüsse auf die Semantik zu ziehen. Eine semantische Interpretation kann demnach immer nur „a posteriori“ (Halmøy 2003a:88) erfolgen. Als Indikatoren für die semantische Beziehung dienen auch der situationelle und der pragmatische Kontext (vgl. ebd.).
Im Gegensatz zur Fachliteratur, in der Uneinigkeit über die möglichen Interpretationen des Gérondif herrscht, ist man sich in den Grammatiken hinsichtlich der Relationen des Gérondif weitgehend einig und unterscheidet meist für das einfache Gérondif zwischen vier bzw. fünf Bedeutungen der Relation zwischen dem Hauptsatz und dem gerundivierten Nebensatz.
1 EINLEITUNG: Einleitung in das Thema des Gérondif, Definition der Forschungsfragen und methodisches Vorgehen der Arbeit.
2 DAS FRANZÖSISCHE GERONDIF: Detaillierte theoretische Beschreibung der morphologischen, syntaktischen und semantischen Merkmale des Gérondif.
3 SPRACHVERGLEICH UND ÜBERSETZEN IN DER FACHSPRACHE RECHT: Theoretische Grundlagen der kontrastiven Linguistik und Besonderheiten der juristischen Fachsprache sowie der Fachsprachenübersetzung.
4 ZUR ÜBERSETZUNG DES GERONDIF IN EUGH-URTEILEN: Praktische Analyse der Übersetzungsmöglichkeiten des Gérondif in einem Korpus von EuGH-Urteilen anhand von Fallbeispielen.
5 FAZIT: Zusammenfassende Auswertung der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der Übersetzungsmöglichkeiten und der Problematik des Gérondif in der Rechtssprache.
Gérondif, Participe Présent, Adjectif Verbal, kontrastive Linguistik, Fachsprache Recht, Übersetzungswissenschaft, EuGH-Urteile, Äquivalenz, Informationsstruktur, Kompaktheit, Polyfunktionalität, Syntaktische Struktur, Übersetzungspraxis, Rechtsvergleichung.
Die Arbeit befasst sich mit der Übersetzung des französischen Gérondif in deutschen Urteilsversionen des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) und analysiert, welche sprachlichen Strategien für diese komplexe grammatikalische Struktur in der juristischen Fachsprache angewendet werden.
Die zentralen Themen sind der Sprachvergleich zwischen Französisch und Deutsch, die linguistischen Charakteristika des Gérondif, die spezifischen Anforderungen an die Rechtssprache sowie die Herausforderungen bei der Übersetzung von EU-Urteilen.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wie das französische Gérondif – das durch seine Polyfunktionalität und Kompaktheit gekennzeichnet ist – im Deutschen wiedergegeben werden kann, ohne die juristische Präzision und den fachsprachlichen Stil zu beeinträchtigen.
Es handelt sich um eine korpusbasierte, kontrastive Analyse. Die Autorin hat 205 Belege für Gérondifkonstruktionen aus französischen Urteilen des EuGH und deren deutschen Übersetzungen extrahiert, kategorisiert und qualitativ ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Beschreibung des Gérondif (Morphologie, Syntax, Semantik) und einen praktischen Analyseteil, in dem verschiedene Übersetzungsvarianten (Hypotaxe, Parataxe, Nominalsyntagmen, Partizipien) an konkreten Beispielen diskutiert werden.
Die wichtigsten Schlagworte sind Gérondif, kontrastive Linguistik, Fachsprache Recht, EuGH-Urteile, Übersetzungsäquivalenz, Polyfunktionalität und Kompaktheit.
Es gibt keine "Standardübersetzung". Der Einsatz von "indem"-Sätzen und Nominalsyntagmen mit Präpositionen wie "unter" oder "durch" zeigt sich jedoch als häufig gewählte Strategie, um die instrumentale oder modale Bedeutung des Gérondif zu erfassen.
Die juristische Rechtssprache erfordert eine hohe Präzision. Die Untersuchung zeigt, dass Übersetzer bei der Übertragung von Gérondifkonstruktionen oft eine Abwägung zwischen der Beibehaltung der französischen Kompaktheit und der expliziten Verständlichkeit im Deutschen vornehmen müssen, wobei fachsprachliche Stilmittel wie der Nominalstil bevorzugt werden.
Die Autorin kommt zu dem Fazit, dass das Gérondif zwar keine direkten Entsprechungen im Deutschen hat, aber durch eine Vielzahl adäquater, wenn auch oft expliziterer Konstruktionen wiedergegeben werden kann, wobei die Übersetzung stets eine kreative Entscheidung unter Berücksichtigung des Kontextes bleibt.
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