Examensarbeit, 2007
61 Seiten, Note: 2,7
0. Einleitung
1. Biographische Skizze
2. Entwurf eines Menschenbildes mittels Figuren – die methodische Grundlage
3. Die markanten Typen
3. 1. Die verschiedenen Figuren und deren markanter Charakterzug
3. 1. 1. Stolz, Ehre, Ansehen
3. 1. 2. Der starke Wille
3. 1. 3. Hoffnung als Lebensantrieb
3. 1. 4. Intuitivität
3. 1. 5. Emotionalität
3. 1. 6. Zusammenfassung der Charakterzüge
3. 2. Die Handlungssituationen
3. 2. 1. Gattungszuordnung
3. 2. 2. Der Neue
3. 2. 3. Stadt – Land – Kontrast
3. 2. 4. Die Wandlung des Lebens
3. 2. 5. Kontrast der Machtverhältnisse
3. 2. 6. Unterschiede der Moral als Kontrast
3. 2. 7. Das Fest – Праздник
3. 3. Die Rede der Figuren
3. 3. 1. Die Volkssprache
3. 3. 2. Die Dorfsprache
3. 3. 3. Bürokratismen und sowjetrussische Redewendungen
4. Ergebnisse
5. Der kontextuelle Bezug
6. Kritik
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert das von Vasilij Šukšin entworfene Menschenbild in seiner Kurzprosa anhand einer Analyse markanter Figurentypen und deren sprachlicher Charakterisierung, um dieses Bild in den gesellschaftlich-kulturellen Kontext der Zeit einzuordnen.
3. 1. 1. Stolz, Ehre, Ansehen
In vielen Erzählungen von Š. kommt das Thema Stolz, Ehre und Ansehen vor, oftmals geht es darum, was „die Leute oder die Nachbarn über einen denken“, ob „über einen geredet wird“ oder ob „Schande über einen gebracht werden könnte“. Das Verhalten der Mitmenschen wird in Š.´s Kurzprosa durch die darin agierenden Figuren in ehrenhaft/anständig oder unehrenhaft/ungehörig eingeteilt und man vermutet einen zugrundeliegenden Kodex, welcher selbst jedoch nur durch den christlichen Glauben und das damit vorgeschrieben Verhalten angedeutet wird. (Der Kommunismus als Sammlung von Verhaltensnormen kommt zwar vor, meist wird aber daran Kritik geübt, er würde die Menschen negativ beeinflussen, in ihrer Existenz auf „Arbeit und das Kinderkriegen“ (Vgl. Ovčarenko, 1977, S. 470) beschränken.)
Natürlich wird an dem, „was sich gehört“ seitens der Figuren der Erzählungen auch Kritik geübt und es deuten sich Auflösungserscheinungen der gängigen Verhaltensnormen an, trotzdem gibt es in Š.´s Erzählungen Situationen, in denen das Thema Stolz/Ehre/Ansehen unumgänglich ist und im Vordergrund steht. Besonders ausweglos sind die Situationen, in denen die positive Figur der Erzählung die Achtung und den Respekt vor sich selbst erhalten will, denn da muss er sich selbst etwas beweisen – und zwar, dass er sich selbst gegenüber noch Stolz und Ehre empfindet.
0. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Entstehung der „Dorfprosa“ und stellt das Ziel vor, aus den literarischen „Typen“ von Vasilij Šukšin ein Menschenbild zu rekonstruieren.
1. Biographische Skizze: Ein kurzer Abriss über das Leben von Vasilij Šukšin und die Einordnung seines Schaffens in den literaturhistorischen Kontext der sowjetischen Literatur.
2. Entwurf eines Menschenbildes mittels Figuren – die methodische Grundlage: Vorstellung der methodischen Herangehensweise an die Textanalyse unter Verwendung des Kommunikationsmodells von Kahrmann, Reiß und Schluchter.
3. Die markanten Typen: Hauptteil der Arbeit, der die Charaktereigenschaften, Handlungssituationen und die spezifische Figurensprache in Šukšins Erzählungen detailliert analysiert.
4. Ergebnisse: Zusammenführung der Analyseergebnisse zu einem Gesamtbild des „einfachen russischen Menschen“ in der Prosa von Šukšin.
5. Der kontextuelle Bezug: Historische Einordnung der Werke Šukšins in die politischen Phasen der Sowjetunion vom „Tauwetter“ bis zur Brežnev-Ära.
6. Kritik: Reflexion über die zeitgenössische und heutige Wahrnehmung der Prosa und deren literaturwissenschaftliche Beurteilung.
7. Fazit: Abschließende Bewertung der Relevanz Šukšins für die zeitkritische Literatur des 20. Jahrhunderts und sein bleibender Unterhaltungswert.
Vasilij Šukšin, Dorfprosa, Menschenbild, russische Literatur, Textanalyse, Kommunikationsmodell, Figurencharakter, Volkssprache, Dorfsprache, Sowjetismen, Machtverhältnisse, moralische Werte, Stolz, Ehre, Tauwetter.
Die Arbeit untersucht das literarische Werk des russischen Autors Vasilij Šukšin und versucht, aus dessen Kurzprosa ein von ihm entworfenes Menschenbild zu rekonstruieren.
Im Mittelpunkt stehen die Identifikation markanter Figurentypen, die Analyse von typischen Handlungssituationen und die Untersuchung der speziellen Figurensprache als Mittel zur Charakterisierung.
Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob und wie sich durch die Betrachtung wiederkehrender Figureneigenschaften, Verhaltensweisen und sprachlicher Eigenheiten ein spezifisches Ideal oder Menschenbild des Autors ableiten lässt.
Die Arbeit nutzt die traditionelle Textanalyse, wobei sie das Modell von Kahrmann, Reiß und Schluchter anwendet, um die Erzählung als Kommunikationsprozess zwischen Autor und Leser zu interpretieren.
Der Hauptteil analysiert die positiven Charaktereigenschaften (wie Stolz, Wille, Hoffnung) sowie die Handlungsstrukturen und die sprachliche Gestaltung (Skaz, Dialekt, Bürokratismen) in Šukšins Erzählungen.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Šukšin, Dorfprosa, Menschenbild, Textanalyse und sprachliche Charakterisierung beschreiben.
Die Unterscheidung erfolgt nicht durch ein einfaches Gut-Böse-Schema, sondern durch die moralische Integrität und das „Gewissen“ der Figuren, wobei die sogenannten „lichten Seelen“ oft als Verlierer in einer unnatürlichen gesellschaftlichen Umgebung dargestellt werden.
Die Sprache fungiert als zentrales stilistisches Mittel. Sie ist sehr wirklichkeitsnah und reicht von umgangssprachlichen Elementen bis hin zur parodierten Bürokratensprache, um den sozialen Status und die psychologische Verfassung der Charaktere offenzulegen.
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